Louis Lord war Aues bester Mann im letzten Spiel des Jahres 2025.
Louis Lord war Aues bester Mann im letzten Spiel des Jahres 2025. Bild: Picture Point
FC Erzgebirge Aue
Slapstick-Gala im Lößnitztal: Erzgebirge Aue schlägt Tabellenschlusslicht Schweinfurt

Im letzten Spiel des Jahres haben die Auer einen wechselhaften Auftritt hingelegt. Drei Punkte aber gab es trotzdem – und das dank einer starken Torhüterleistung und fleißiger Mithilfe des Gegners.

Aue.

Ein verkorkstes Fußballjahr im Lößnitztal ist beendet – und zwar versöhnlich aus Sicht des FC Erzgebirge Aue. Zur Mettenschicht, der letzten Schicht vor Weihnachten, besiegte die Elf von Cheftrainer Jens Härtel das Drittliga-Tabellenschlusslicht Schweinfurt mit 4:0 (2:0) und sprang damit – zumindest vorübergehend – erstmals nach mehreren Wochen und Monaten aus dem Tabellenkeller. Der Auftritt war wechselhaft. Einerseits hätten die Auer mehr Tore schießen aber auch Gegentreffer kassieren können. Die „Freie Presse“ liefert die Geschichten zum Spiel.

„Zeit, dass sich was dreht“: Das letzte Lied, das vor dem Herauslaufen auf den Rasen durch die Veilchen-Kabine schallte, war ein Remix des Herbert-Grönemeyer-Songs „Zeit, dass sich etwas dreht“. Die Härtel-Elf schien heiß zu sein für die letzte Schicht des Jahres, das zeigte nicht nur die Songauswahl des Kabinen-DJs, sondern ganz besonders das Aufwärmprogramm. Fast jeden einzelnen Torschuss versenkten die Auer im Netz, darunter war auch so manches Traumtor. Offenbar aber verschossen die Veilchen schon vor Anpfiff ihr Pulver. Den Ball über die Linie konnte nämlich zunächst nur der Gegner drücken, wenngleich auch über die eigene.

Slapstick im Erzgebirge: Aue spielte lange schwach beziehungsweise zu fehlerbehaftet. Antriebslos wirkte der Auftritt phasenweise. Schweinfurt ließ den Ball besser laufen und hatte insbesondere im ersten Durchgang einige Großchancen. Die Härtel-Elf wiederum verbaute sich die ein oder andere Tormöglichkeit selbst. Erst schoss Mika Clausen nach einem tollen Spielzug aus zehn Metern an die Latte (25.), dann dribbelte er allein auf das gegnerische Tor zu, entschied sich aber gegen einen Torabschluss und stattdessen für einen Querpass. Dieser landete im Nirgendwo (32). Slapstick im Erzgebirge. Gut aus Sicht der Veilchen, dass Schweinfurt im wahrsten Sinne des Wortes zur Hilfe eilte. Pius Krätschmer köpfte den Ball ins eigene Tor (20.), Ekin Celibi drückte den Ball bei einem Klärungsversuch ebenso über die eigene Linie (45.). Bereits vor vierzehn Tage hatte Schweinfurt gegen 1860 München zwei Eigentore erzielt. Nun also ein weiteres Mal.

Lord rettet mehrfach: Ersatzkeeper Louis Lord sorgte insbesondere im ersten Durchgang dafür, dass am Ende keine peinliche Heimniederlage gegen das Tabellenschlusslicht zu Buche stand. Lord packte in Halbzeit eins eine Glanztat nach der anderen aus und rettete beispielsweise herausragend gegen Joshua Endres (10.) und Ex-Bundesligaprofi Johannes Geis (39.). Und war er doch einmal geschlagen, so war einer seiner Vordermänner zur Stelle. Pascal Fallmann rettete exemplarisch auf der Linie (24.). So oder so: Lord war Aues bester Mann an diesem Tag, wie zuletzt beim 0:0 in Duisburg.

Deutlicher Heimsieg: Nach 90 Minuten stand ein 4:0 auf der Anzeigetafel. Erik Majetschak traf nach einem Eckball (58.), Marvin Stefaniak sorgte in der Nachspielzeit für den Endstand. 24 Torschüsse gab es insgesamt, zwölf auf beiden Seiten. Beide Teams hatten vielversprechende Chancen auf deutlich mehr Tore – Schweinfurt insbesondere in der ersten Halbzeit, Aue nicht nur durch die genannten Clausen-Chancen vor dem Seitenwechsel, sondern auch im zweiten Durchgang. Entweder standen Pfosten, Latte oder Gegner-Torhüter Toni Stahl im Weg – oder die Veilchen sich selbst. Am Ende gab es aber dennoch den höchsten Heimsieg seit Januar 2023. Damals gab es ebenfalls ein 4:0 gegen die SpVgg Bayreuth. In der Folge marschierte Aue damals zum sicheren Klassenerhalt. So auch in dieser Spielzeit?

Statistik
Aue: Lord - Fallmann, Malone, Zobel (V), Seiffert (74. Collins) - Uhlmann (74. Simnica), Majetschak (83. Barylla) - Clausen (74. Weinhauer), Tashchy (64. Günther-Schmidt), Stefaniak (V) - Ehlers (V)
Schweinfurt: Stahl (V) - Langhans (64. Böhnlein), Zeller, Krätschmer, Celebi (V/70. Ibisi) - Angleberger, Geis - Bausenwein, Grimbs (64. Wintzheimer), Endres - Tranziska
SR.: Weller (Osnabrück). Zuschauer: 10.503. Tore: 1:0 Krätschmer (20./Eigentor), 2:0 Celebi (45./Eigentor), 3:0 Majetschak (58.), 4:0 Stefaniak (90.+3)

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