Im vierten Drittligaspiel in Serie ist der FCE unbesiegt geblieben. Zu einem Sieg reichte es gegen die U23 des VfB Stuttgart aber dennoch nicht. „Freie Presse“ liefert die Geschichten des Spiels.
Die gute Nachricht zuerst: Der FC Erzgebirge Aue hat im fünften Pflichtspiel in Serie nicht verloren und am späten Sonntagnachmittag ein Unentschieden gegen die spielstarken und robusten Fußballer der Bundesligareserve des VfB Stuttgart eingefahren. Die schlechte Nachricht: Der FC Erzgebirge steht noch immer im Tabellenkeller der 3. Liga und hat gegen die VfB-Buben 90 Minuten lang spielerisch enttäuscht. „Freie Presse“ liefert einen Überblick über die Geschichten des Spiels.
Zwölf Minuten Stille: Auch im Erzgebirge wurde gegen die geplanten Sicherheitsmaßnahmen der Politik in deutschen Stadien protestiert. In den ersten zwölf Spielminuten kam von den Zuschauerrängen keine Unterstützung – kein Gesang, keine wehenden Fahnen, stattdessen Stille. Nur die lautstarken Kommandos der 22 Spieler auf dem Rasen waren zu hören; nur ein Banner war im Block der aktiven Auer Fanszene zu sehen. „Soll das die Zukunft des deutschen Fußballs sein?“, stand darauf geschrieben. Nach einigen Minuten kamen weitere Banner hinzu. Mit den Aufschriften „Gegen Stasi-Methoden“, „Ultras geben nie auf“ und „Wir fühlen uns sicher“ setzten die Veilchen-Anhänger ein klares Zeichen.
Minusgrade im Lößnitztal: So kalt war es bei einem Heimspiel des FC Erzgebirge lange nicht. Minus drei Grad Celsius zeigte das Thermometer an, augenscheinlich waren trotz der Rasenheizung einige Stellen des grünen Geläufs gefroren. Mit den Platzbedingungen hatten die Hausherren ihre Probleme – und damit trat genau das ein, was Cheftrainer Jens Härtel bereits im Vorfeld der Partie prognostiziert hatte. Der Fußballlehrer sprach nämlich davon, dass einstiges Wismut-Wetter heutzutage kein Vorteil mehr sei, da die Veilchenkicker nicht nur aus der Region, sondern aus ganz Deutschland stammen würden. So waren es die Stuttgarter, die nahezu in allen Belangen dominierten und die klar bessere Mannschaft waren. Die VfB-Buben liefen die Auer hoch und aggressiv an und ließen die Härtel-Elf so überhaupt nicht in ihr Spiel kommen.
Bei Jubiläumsspiel: Vereinslegende wird zum Elfer-Killer: Dass sich die Überlegenheit der Stuttgarter nicht auf der Anzeigetafel widerspiegelte, lag einzig und allein an Rekordspieler und Vereinslegende Martin Männel. Der Torhüter parierte in der 30. Spielminute einen Foulelfmeter von Noah Darvich sehenswert mit dem Bein. Doch nicht nur das: Den anschließenden Darvich-Kopfball spitzelte der Keeper mit den Fingerspitzen an die Latte und verhinderte damit den Rückstand. Das Erzgebirgsstadion jubelte, als hätte der FCE einen Treffer erzielt. Männel ballte die Faust und krönte damit seinen 550. Pflichtspielauftritt im lilafarbenen Trikot. Es war die Szene des Spiels.
Apropos Darvich: Der VfB Stuttgart verpflichtete den talentierten Offensivspieler im Sommer vom FC Barcelona. 2023 war der gebürtige Freiburger für 2,5 Millionen Euro in den Barca-Ausbildungscampus „La Masia“ gewechselt. In den vergangenen beiden Spielzeiten war Darvich bei Barcelona B zum Einsatz gekommen. Einmal saß er sogar bei den Hansi-Flick-Profis auf der Bank.
Die beste Auer Chance: Die VfB-Buben hatten über die gesamte Dauer des Spiels etliche, vielversprechende Möglichkeiten, die Hausherren nicht einmal halb so viele. Und dennoch schnupperten die Veilchen zweimal an einem Tor, richtig nah dran waren sie in der 56. Spielminute: Ryan Malone, der beste Auer an diesem Tag, sprang nach einer Ecke am höchsten und setzte einen wuchtigen Kopfball. Das Leder landete allerdings nicht im Tor, sondern lediglich an der rechten Torstange.
Statistik
Aue: Männel - Fallmann (V), Malone (V/72. Fabisch), Zobel, Seiffert (72. Collins) - Uhlmann, Majetschak - Weinhauer (72. Ehlers), Günther-Schmidt (72. Tashchy), Clausen - Bär (54. Bornschein)
Stuttgart: Hellstern - Glück, Herwerth (60. Groiß), Nothnagel, Spalt - Di Benedetto (V/84. Olivier), Catovic (V/75. Lüers), Penna - Darvich (75. Sankoh), Ouro-Tagha, Nankishi (V(60. Korkut)
SR.: Uhrig (Hamburg). Zuschauer: 6821. Besonderes Vorkommnis: Männel pariert Foulelfmeter von Darvich (30.).






