Chemnitzer FC hat neuen Anti-Rassismus-Beauftragten

Berliner Diplom-Pädagoge folgt auf Daniel Maaß.

Der Berliner Diplom-Pädagoge Martin Ziegenhagen ist neuer Anti-Rassismus-Beauftragter des Chemnitzer FC. Wie der Drittligist am Donnerstag mitteilte, tritt Ziegenhagen die Nachfolge von Daniel Maaß an, der diesen neu geschaffenen Posten seit Mai vergangenen Jahres bekleidet hatte. Im Nachgang der Trauerfeier für einen verstorbenen Neonazi im Chemnitzer Stadion am 9. März 2019 war es zu verschiedenen Entlassungen und Schuldzuweisungen innerhalb des Vereins gekommen, die Schaffung des Postens eines Anti-Rassismus-Beauftragten war eine Maßnahme im Zuge der Aufarbeitung. Maaß habe den Verein nun desillusioniert verlassen, hieß es in einer Dokumentation des Westdeutschen Rundfunks über rechtsradikale Fans im Fußball. In der offiziellen Mitteilung des Vereins hieß es, es seien persönliche Gründe gewesen.

Martin Ziegenhagen wurde 1964 in Berlin geboren und lebt dort. Er studierte Sport- und Erziehungswissenschaften und arbeitet heute als Fachbereichsleiter Extremismusprävention beim Verein "Gegen Vergessen - Für Demokratie". Zudem ist der Familienvater und Hobbyfußballer selbstständig tätig. Er ist Gründer der Online-Beratung gegen Rechtsextremismus und Mitbegründer des Instituts für Beratung, Begleitung und Bildung B 3. Der Diplom-Pädagoge war als Berater für den Sächsischen und den Nordostdeutschen Fußballverband tätig, der Chemnitzer FC ist seine erste Vereinsstation. Trotz des gleichen Geburtsortes und des gleichen Nachnamens ist Martin Ziegenhagen nicht mit Malte Ziegenhagen, dem Kapitän der Basketballer Niners Chemnitz, verwandt.

"Es gibt keine Schablone, die man einfach anwenden kann. Es wird die Aufgabe sein, gemeinsam mit den Fans und der Vereinsführung des Chemnitzer FC, aber auch mit Institutionen und Beratungsstellen in Sachsen einen für uns passenden Ansatz zu entwickeln", sagte Ziegenhagen am Donnerstag. "Ich konnte bereits in den vergangenen Monaten in beratender Funktion den Prozess beim CFC begleiten. Den begonnenen Weg werden wir nun gemeinsam fortführen." Die Stelle des Anti-Rassismus-Beauftragten ist ein Ehrenamt. "Wir sind glücklich, dass wir mit Martin Ziegenhagen einen bundesweit anerkannten Fachmann für die Anti-Rassismus-Arbeit beim Chemnitzer FC gewinnen konnten", sagte Siegfried Rümmler, stellvertretender Vorstandsvorsitzender des CFC.

Bereits am Samstag, wenn der CFC daheim gegen Unterhaching spielt, soll es erste Aktionen geben, die Ziegenhagen mitinitiiert hat. Dazu gehören Durchsagen, Banner und Aufwärm-T-Shirts der Profimannschaft mit antirassistischen Botschaften.


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