Damenbasketball: Chem-Cats verzichten auf Bundesliga

Nach der erfolgreichsten Saison ziehen sich die Basketballerinnen der Chem-Cats aus der Bundesliga zurück, um die gute Nachwuchsarbeit im Verein nicht zu gefährden.

Chemnitz .

Es gäbe durchaus etwas zu feiern für den Chemnitzer Basketball-Bundesligisten Chem-Cats: Der Klassenverbleib wurde in der Bundesliga gesichert, die Lizenz für die Saison 2019/20 erteilt. Zudem wies der Verein seine ausgezeichnete Nachwuchsarbeit nach, feierte den Gewinn des Deutschen Meistertitels in der Nachwuchs-Bundesliga, kann mit dem U-16-Team noch den nationalen Titel holen und ist bereits als Talentstützpunkt des Jahres gekürt worden. Damit war 2018/19 die erfolgreichste Saison seit der Neugründung des Vereins am 25. Mai 2009. Doch trotz dieser Erfolge zum Jubiläum sahen sich die Chemnitzerinnen gezwungen, am Mittwoch den Rückzug aus der Bundesliga bekannt zu geben.

Vereinschef Andreas Wagner begründete den Schritt mit wirtschaftlichen Zwängen. Der Verein wolle lieber den Talentestützpunkt sichern und in der 2. Liga mit jungen Spielerinnen und neuem Trainer einen langfristigen Aufbau angehen. Im Gespräch mit "Freie Presse" erklärte der Präsident: "Wir haben uns die Entscheidung nicht leicht gemacht. Aber manchmal kann ein Schritt zurück auch einer nach vorn sein." Der Fokus liege nun darauf, junge Spielerinnen an die Bundesliga heranzuführen und weiter Nachwuchs-Nationalspielerinnen auszubilden. Das wolle man nicht aufs Spiel setzen, in dem man "elf, zwölf Profi-Spielerinnen für die 1. Liga verpflichte, um konkurrenzfähig zu sein", sagte Andreas Wagner.

Der erste Schritt zur Neuausrichtung war die Vertragsverlängerung mit Leistungsträgerin Lucile Peroche um ein Jahr. Wagner: "Wir werden um Lucile ein junges Team aufbauen." Zudem wolle man den Neustart nutzen, um im organisatorischen Bereich des Vereins einen langfristigen Aufbau anzugehen. Gleichzeitig übertrugen die Chem-Cats ihr Teilnahmerecht der 1. Bundesliga an die Halle Lions Basketball GmbH. Die Hallenserinnen hatten im Playoff-Halbfinale mit den Bergischen Löwen den direkten Wiederaufstieg in die 1. Liga verpasst. Zwischen den Lions und den Chem-Cats soll eine Kooperationsvereinbarung geschlossen werden, um jungen Spielerinnen wie Peroche oder Anabel Neuber-Valdez Einsatzzeiten in der Bundesliga zu ermöglichen. Chem-Cats-Trainerin Amanda Davidson war bereits zum letzten Saisonheimspiel, als beim 80:63-Sieg gegen Nördlingen der sportliche Klassenverbleich gesichert wurde, verabschiedet worden. Die US-Amerikanerin gab familiäre Gründe für ihre Rückkehr in die Heimat an. Die Chem-Cats spielten seit 2013 ununterbrochen in der Bundesliga, feierten 2014 mit Rang vier den größten Erfolg. tp

Bewertung des Artikels: Ø 3 Sterne bei 5 Bewertungen
2Kommentare
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  • 0
    2
    fp112
    16.05.2019

    Diese Entscheidung, die sicher sehr schwer durchzusetzen war, macht auf jeden Fall einen durchdachteren Eindruck als seinerzeit die Entwicklung beim CFC, wo die geplatzte Seifenblase 2. Bundesliga die bloße Existenz des Vereins in Frage stellte und noch stellt.
    Wünschen wir den Chem- Cats und ihren Verantwortlichen viel Glück

  • 2
    0
    Lesemuffel
    15.05.2019

    Schade! Da der Sport zum Commerz verkommen ist, bleibt er selbst auf der Strecke.

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