Mit Vollgas auf die große Fußballbühne

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Zwei Plauener Profishaben ihren Anteil am Aufstieg von Dynamo Dresden in die 2. Bundesliga: der erfahrene Chris Löwe und der blutjunge Jonas Kühn. Ihr gemeinsamer Weg ist noch nicht zu Ende.

Plauen.

Chris Löwe will es noch einmal wissen. Nach dem Aufstieg mit der SG Dynamo Dresden in die 2. Bundesliga ist die Freude bei dem 32-Jährigen groß. "Ich hatte während meiner Karriere immer wieder das Glück, in besonderen Vereinen besondere Spielzeiten zu erleben. Ausgerechnet jetzt, da die Fachwelt von der stärksten 2. Bundesliga aller Zeiten spricht, sind wir mit Dynamo zurück, und ich kann noch einmal Vollgas geben", verspricht der Linksverteidiger, der sich richtig gut fühlt.

Bis zum 30. Juni 2022 läuft sein Vertrag bei Dynamo. Was danach kommt? "Das werden wir sehen. Aktuell gilt meine ganze Aufmerksamkeit der bevorstehenden Saison. Hamburg, Bremen, Düsseldorf, Hannover, Nürnberg - dazu die Ostduelle mit Aue und Rostock. Da kommt wieder Großes auf uns zu." Manch einer hatte Chris Löwe nach seiner schlimmen Verletzung im Vorjahr schon im Ruhestand gesehen. Bei der 1:2-Heimniederlage gegen den FSV Zwickau zog er sich einen Außenbandriss und eine Knochenprellung im linken Knie zu. "Zunächst hieß es, ich könne nach acht bis zehn Wochen wieder loslegen. Doch dann war alles etwas komplizierter, und ich habe erst im April wieder spielen können", blickt der Vogtländer auf ein halbes Jahr Verletzungspause zurück. Pünktlich zum finalen Aufstiegskampf kehrte Chris Löwe zurück ins Team und am Ende wurde Dynamo mit vier Punkten Vorsprung Drittligameister.

Die Erfolgsbilanz von Chris Löwe kann sich sehen lassen. Von 1996 bis 2002 spielte der pfeilschnelle Linksfuß im Nachwuchs des 1. FC Wacker Plauen. Es folgten die Stationen Chemnitzer FC (2002 bis 2011) und Borussia Dortmund (2011 bis 2013), wo er 2012 Meisterschaft und DFB-Pokalsieg mitfeierte. Dann ging es zum 1. FC Kaiserslautern. 2016 zog Chris Löwe mit seiner Familie nach England, wo ihm mit Huddersfield Town ein Wunder gelang. Der Verein stieg in die Premier League auf und spielte immerhin zwei Jahre im englischen Oberhaus. Seit 2019 kickt Chris Löwe für Dynamo.

Ein Jahr mehr Vereinszugehörigkeit kann Jonas Kühn trotz seiner erst 19 Jahre vorweisen. 2018 wechselte der Vogtländer nach Dresden, kam damals als B-Jugend-Sachsenmeister mit dem VFC Plauen zu Dynamo. Dass er in seinem ersten Profijahr alles mitnehmen konnte, was geht, freut ihn besonders. "In so jungen Jahren einen Aufstieg und eine Meisterschaft mitzumachen, ist etwas ganz Besonderes. Das habe ich alles aufgesaugt wie ein Schwamm. Man weiß ja nie, vielleicht erlebt man so etwas nur einmal in der Karriere", freut sich Kühn, der seine ersten Schritte bei der Spielgemeinschaft Zobes/Ruppertsgrün ging.

Wie Chris Löwe besitzt Kühn einen ligenunabhängigen Vertrag bis zum Sommer 2022. "Es ist alles offen. In der Vorbereitung werden auch die jungen Spieler die Möglichkeit bekommen sich zu beweisen. Es ist natürlich aber auch klar, dass sich nach einem Aufstieg und in den kommenden Wochen einiges auf dem Transfermarkt tun wird", weiß Jonas Kühn seine aktuelle Situation einzuschätzen.

Natürlich will er sich jetzt auf der großen Fußballbühne beweisen. So wird der junge Vogtländer mit seinem Team im Hamburger Volksparkstadion, in der Schalker Veltins-Arena und im Bremer Weserstadion spielen. "Da freue ich mich wahnsinnig drauf. Schon allein in einem Geisterspiel eingewechselt zu werden, war der Wahnsinn. Ich stand vollkommen unter Adrenalin. Jetzt kommen hoffentlich auch die Fans zurück ins Stadion, dann wird es noch besser, wenn 30.000 Dynamo-Fans im eigenen Stadion die Mannschaft nach vorn peitschen. Jeder Spieler freut sich auf diese 2. Liga", so Kühn, der im vergangenen Sommer sein Abitur machte.

Eine besondere Ehrung hatte die SG Dynamo Dresden vor Saisonschluss noch für den ehemaligen VFC-Kicker parat. Beim Abschlusstraining vor dem letzten Ligaspiel gegen Wehen Wiesbaden wurde Jonas Kühn vor versammelter Mannschaft als AOK-Plus-Talent 2020/21 ausgezeichnet. Eine Ehrung für Dynamo-Talente, die sich besonders gut entwickelt und präsentiert haben. Die Wahl trifft dabei eine vereinsinterne Jury, der auch die Nachwuchstrainer der SG Dynamo Dresden angehören. "Dieses Jahr geht wirklich nicht besser. Hätte mir jemand Ende 2020 erzählt, dass ich jetzt genau da stehe, hätte ich den Kopf geschüttelt. Die Freude über den Lauf der Dinge ist auch in der Familie und bei den Freunden riesengroß", erklärt Jonas Kühn.

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