Schon Olympia war eine Enttäuschung für das deutsche Eishockey und Bundestrainer Harold Kreis. (Archivbild)
Schon Olympia war eine Enttäuschung für das deutsche Eishockey und Bundestrainer Harold Kreis. (Archivbild) Bild: Peter Kneffel/dpa
Wintersport
Eishockey-Rückschritt: Kreis muss gehen, Künast darf bleiben

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Nach zuletzt schwachen Turnieren trennt sich der Eishockey-Bund von Bundestrainer Harold Kreis. Sportchef Christian Künast behält trotz Kritik seinen Posten.

München.

Der sportliche Rückschritt im deutschen Eishockey in den vergangen beiden Jahren hat Bundestrainer Harold Kreis ein Jahr vor der Heim-WM den Job gekostet. Das ist das Ergebnis der Aufarbeitung des dritten verkorksten Turniers in Serie. Zuvor hatte bereits die "Bild" von der laut eigenen Informationen einvernehmlichen Trennung berichtet.

"Die Zusammenarbeit mit Harold war zu jeder Zeit von Vertrauen, Offenheit und gegenseitigem Respekt geprägt – auch menschlich war sie über die gesamte Zeit hervorragend. Deshalb ist uns diese Entscheidung nicht leichtgefallen", wurde Sportchef Christian Künast in einer Mitteilung des Deutschen Eishockey-Bundes zitiert.

Verband: Neuer Impuls nötig

"Zugleich sehen wir, dass die Entwicklung der Männer-Nationalmannschaft zuletzt stagnierte, und diese sportliche Gesamteinschätzung hat letztlich zu unserer Entscheidung geführt", erklärte er weiter. Man sei der festen Überzeugung, dass es nun einen neuen Impuls brauche. Auch Künast selbst hatte zuletzt in der Kritik gestanden, darf aber weitermachen beim Verband.

"Die vergangenen drei Jahre mit der Nationalmannschaft waren eine besondere
Zeit, an die ich mit großer Dankbarkeit zurückdenke", sagte Kreis und wünschte Verband und Mannschaft für die kommenden Aufgaben alles Gute. Sein Vertrag war im vergangenen Jahr noch bis 2027 verlängert worden. Dann findet die WM im eigenen Land statt.

Vor WM auch Enttäuschung bei Olympia

Bei der abgelaufenen Weltmeisterschaft in der Schweiz hatte der Vize-Weltmeister von 2023 wie schon 2025 das Minimalziel Viertelfinale verpasst. Dazwischen war auch das olympische Turnier bei den Winterspielen im Februar mit der mutmaßlich besten deutschen Nationalmannschaft überhaupt und allen NHL-Superstars um Leon Draisaitl eine Enttäuschung. Trotz eines günstigen Turnierplans hatte Deutschland eine mögliche Medaille leichtfertig verspielt. 

Auch an DEB-Sportvorstand Christian Künast gibt es viel Kritik. (Archivbild)
Auch an DEB-Sportvorstand Christian Künast gibt es viel Kritik. (Archivbild) Bild: Sebastian Kahnert/dpa

Anschließend hatte es teils deutliche Kritik der Spieler am Coaching und der Organisation rund um die Spiele gegeben. Deshalb hatte sich DEB-Sportvorstand Künast anschließend auch sehr selbstkritisch gezeigt. Personelle Konsequenzen hatte es da aber noch nicht gegeben. Nun schon, allerdings nur für Kreis.

Nach der Vize-Weltmeisterschaft 2023 ging es bergab

Kreis war bereits 2010 als Assistent des damaligen Bundestrainers Uwe Krupp am WM-Halbfinaleinzug Deutschlands beteiligt gewesen. In seinem ersten Vertragsjahr als Bundestrainer hatte er das deutsche Team 2023 auf Anhieb ins WM-Endspiel gegen Kanada (2:5) geführt. Die vergangenen drei Turniere verliefen aber enttäuschend. Zuletzt hatte es auch wieder vermehrt Absagen für die Nationalmannschaft gegeben. 

Zudem gab es vermehrt Kritik an der Auswahl des Personals, an den Einsatzzeiten der Stars bei Olympia und am Coaching während der Spiele. Bei der WM hatte Kreis etwa in entscheidenden Momenten auf übliche Auszeiten verzichtet. Auch die Möglichkeit, strittige Tor-Entscheidungen zuungunsten Deutschlands noch einmal überprüfen zu lassen, hatte Kreis während Olympia und der WM ungenutzt gelassen. (dpa)

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