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Die Diagnose eines schnellwachsenden Tumors veränderte Sandra Wendes Leben. Trotz der erfolgreichen Behandlung bleibt sie in ihrer Mobilität stark eingeschränkt. Wie sich das auf das Familienleben mit zwei kleinen Kindern auswirkt.
Das Leben von Sandra Wende aus Ellefeld änderte sich im Jahr 2021 von einem Tag auf den anderen. Erst bekam die Mutter von zwei Töchtern Rückenschmerzen, die selbst durch verschiedene Schmerztherapien nicht mehr weggehen wollten. Mehrere Kernspintomographien (MRT) in den Kliniken Greiz und Zwickau brachten keine Klarheit. Erst eine Gewebe-Entnahme im Universitätsklinikum Leipzig im August sollte die Gewissheit geben.
Über 15 Operationen und Chemotherapien: Der Kampf gegen den Tumor
Bei ihr wurde ein bösartiger Tumor im Bereich des Kreuzbein-Darmbein-Gelenks festgestellt. Ein schnellwachsender Knochenkrebs. „Die Ärzte sagten zu mir: ‚Frau Wende, ohne Therapie haben Sie noch ein halbes Jahr‘“, berichtet die Ellefelderin vom Moment der Diagnose. Es folgten Chemotherapien und mehr als 15 Operationen. Heute gilt sie als krebsfrei. Wie lange, ist fraglich. Bei der Entfernung des Tumors mussten auch Teile des Beckenknochens sowie Muskel- und Fettgewebe entnommen werden. Ein Hüftgelenksimplantat wurde abgestoßen. Seither ist die 41-Jährige stark in ihrer Mobilität eingeschränkt, hat von der Hüfte abwärts kein Gefühl im Körper – mit Folgen für ihren Alltag.
Ihre größte Stütze ist Ehemann André. Seit elf Jahren sind die beiden ein Paar. 2016 kam Tochter Selina zur Welt, seit 2020 bereichert zudem Töchterchen Yasmin die Familie. Als die Krebsdiagnose kam, war sie erst ein Jahr alt. „Wie erklärt man kleinen Kindern, was Krebs ist?“, stellte sich Sandra Wende die Frage. Mit ihrer Therapeutin hat sie sich damals eine kindgerechte Geschichte ausgedacht. „Darin wird erklärt, was die Mama hat und warum ihr die Haare ausfallen“, sagt sie. Mama ohne Haare – das war anfangs für die damals fünfjährige Selina schwer zu ertragen. „Ich musste immer eine Mütze aufsetzen.“
Kinder übernehmen früh Verantwortung im Alltag
Durch die körperliche Einschränkung müssen ihre Kinder viel helfen. „Seit der großen OP kann ich in der Küche nicht mehr backen und kochen“, sagt Wende. „Ich habe einen Sitzstuhl, damit ich zumindest mit meiner großen Tochter das Frühstück vorbereiten kann.“ Gegessen wird dann am Wohnzimmertisch. Vor allem die achtjährige Selina habe sehr zeitig lernen müssen, gewisse Aufgaben im Alltag zu übernehmen. Ihr Mann André, der nach längerer Krankheit wieder arbeiten geht, bringt die Kinder morgens in die Schule und den Kindergarten, holt sie nachmittags wieder ab und nimmt Termine mit den Kids wahr. „Ich muss vormittags versuchen, mich allein zu versorgen“, sagt Sandra Wende. Das ist nicht ungefährlich. „Das Risiko, mit der Gehbank nach hinten umzufallen, ist sehr groß.“
Immer auf Hilfe angewiesen: „Man traut sich manchmal nicht mehr unter Leute“
Auch das Verlassen der Wohnung ist ein Kraftakt. „Ich werde mit dem Treppensteiger die Stufen heruntergefahren. Im Auto kann ich kürzere Strecken fahren. Bei längeren Strecken werde ich mit dem Krankentransportwagen abgeholt“, berichtet Wende. In diesem Fall wird die 41-Jährige im Tragetuch von vier Personen durch das Treppenhaus getragen. Das Haus für längere Zeit zu verlassen, ist nur beschränkt möglich. „Im Rollstuhl kann ich nicht mehr als drei Stunden sitzen“, sagt sie. „Termine außerhalb der Wohnung müssen ganz genau geplant werden.“ Ein weiteres Problem: „Ich brauche eine behindertengerechte Toilette“, so die Ellefelderin. In der Öffentlichkeit gibt es diese zu wenig, bemängelt sie. „Man traut sich manchmal nicht mehr unter Leute.“
Wie die „Freie Presse“-Leser helfen können
Das größte Problem im Alltag ist für die 41-jährige Mutter aber das Bad in der Altbau-Mietwohnung. Mit ihrem Rollstuhl kommt sie nicht durch die Tür. Selbst für das Gehbänkchen, mit dem die Ellefelderin kurze Strecken durch die Wohnung gehen kann, ist das Badezimmer zu klein. Unterstützung bei der Körperhygiene benötigt sie auch dabei von ihrem Mann. Nun hofft Sandra Wende auf die finanzielle Unterstützung der Leserinnen und Leser der „Freien Presse“. Für den barrierefreien Umbau werden noch rund 20.000 Euro benötigt, sagt sie. Ein erstes Kostenangebot habe bei über 40.000 Euro gelegen. „Hinsetzen und duschen, ohne dass mir jemand helfen muss. Das wäre mein größter Wunsch“, sagt die 41-Jährige. (florw)
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