Jakob macht unheimlich gern Musik. Oft hört Schwester Johanna (hinten) zu. Manchmal ist aber auch alles zu viel. Jetzt soll mehr Ruhe in der Familie einkehren.
Jakob macht unheimlich gern Musik. Oft hört Schwester Johanna (hinten) zu. Manchmal ist aber auch alles zu viel. Jetzt soll mehr Ruhe in der Familie einkehren. Bild: Ellen Liebner
Plauen
Aktion Leser helfen: Wie Jakob aus Theuma Weihnachten feiert

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In diesem Jahr wird es wohl etwas stiller werden bei der Theumaer Familie Schlosser. Dafür sorgt auch ein besonderes Geschenk. Für ein neues Auto mit Rampe, das dringend gebraucht wird, sind allerdings die Leser gefragt.

Theuma.

Musik beruhigt Jakob Schlosser. Deshalb zupft der Fünfjährige auch so gern an seiner Gitarre herum oder bearbeitet mit einem Schlegel das Fell seiner kleinen Trommel. So gern der kleine Theumaer auch musiziert, melodisch ist das nicht immer. Weil aber nicht nur Jakob selbst sich entspannen soll, sondern auch seine Eltern mal zur Ruhe kommen wollen, schenken sie ihm am Heiligabend zwar ein Instrument, aber ein therapeutisches - eine Djembé. "Das ist eine meditative Trommel", so Jakobs Mama Isabelle. Sie hofft dadurch auf ein bisschen mehr Besinnlichkeit.

An den Weihnachtstagen werde es bei den Schlossers in diesem Jahr wohl allgemein etwas stiller werden als sonst. Weil der Opa gestorben ist. "Für Jakob war er eine wichtige Bezugsperson", sagt die Mutter. Gemeinsam mit Ehemann Lars und Tochter Johanna (7), vielleicht auch mit Oma und Uroma, plant sie vor der Bescherung eine Runde durch Theuma. Ob sie Jakob damit allerdings einen Gefallen tun, das wissen sie vorab noch nicht. Die überall angezündeten Lichter, so schön sie auch sein mögen, würden den kleinen Mann regelrecht triggern. "Er ist dermaßen fotosensibel und bekommt deshalb oft epileptische Anfälle", erklärt die 40-Jährige.

Epilepsie ist aber nur die eine Krankheit des Sohnes. Zusätzlich leidet Jakob an Mukoviszidose, die zu zähem Schleim in Jakobs Lunge führt. Seine körperliche und geistige Entwicklung ist außerdem massiv beeinträchtigt. Weder spricht er, noch kann er laufen, ist auf einen Rollstuhl und permanente Therapien angewiesen.

Wenn Familie Schlosser, meist ist es jedoch die Mutter, mit Jakob unterwegs ist, kommt sie schnell an die Grenze ihrer Kraft. Obwohl Jakob langsamer wächst als seine Altersgenossen, wiegt er dennoch an die 20 Kilo. Dieses Gewicht kann Isabelle Schlosser kaum noch alleine stemmen. Eine hydraulische Rampe fürs Auto ist daher ihr großer Wunsch. Das Problem: Das Fahrzeug, welches die Familie aktuell besitzt, lässt sich nicht mehr umrüsten. Ein neues müsste her. Dringend. "Freie Presse"-Leser können dafür spenden.

Die schon jetzt absehbare Hilfsbereitschaft sei für Familie Schlosser "unglaublich", so Mutti Isabelle. Sie möchte die Gelegenheit nutzen, um sich zu bedanken - nicht nur bei den Lesern, sondern auch bei den Angehörigen sowie allen Freunden aus Theuma und Plauen. "Wir können sie jederzeit anrufen und um etwas bitten oder einfach nur mal reden", freut sich die gelernte Heilpädagogin. Auch die Ärzte und Therapeuten, nicht zuletzt die Kindergärtnerinnen der integrativen Kita Sonnenkäfer in Mechelgrün, stünden den Schlossers stets zur Seite. Das ist auch notwendig, denn das Zusammenleben mit Jakob gleicht einem anstrengenden Vollzeitjob. "Er braucht seine Abläufe mehr als gesunde Kinder", so Mutti Isabelle. Er müsse zum Beispiel nachts wegen starker Medikamente zwölf Stunden lang schlafen. Aber dieser Schlaf, auch der zusätzliche zur Mittagszeit, werde von den Eltern oder Kita-Erziehern überwacht. Zu groß ist die Gefahr, dass Jakob einen Krampfanfall erleidet und dieser nicht mehr kontrollierbar ist.

Neuerdings spielt Jakob. Das musste er erst lernen. Gern schiebt er zum Beispiel Autos umher. Deshalb soll er auch einen Spielzeug-Lkw zum Weihnachtsfest geschenkt bekommen, verrät seine Mama.

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