Blick auf die Heimat Afghanistan schmerzt

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Saboor Rasuli resigniert über die Entwicklung am Hindukusch

Auerbach.

"Ich bin erschöpft" antwortet Saboor Rasuli (Foto) auf die Frage, wie er die aktuellen Nachrichten über Afghanistan aufnimmt. Vor 35 Jahren kam der Afghane als junger Mann in die DDR um Sport zu studieren. Bereits damals herrschte nach dem Einmarsch der Sowjets in Afghanistan Krieg. Seitdem ist das Land am Hindukusch von Bürgerkrieg und militärischen Auseinandersetzungen in unterschiedlichen Konstellationen geprägt. "Ich bin müde und erschöpft. Wie das Land und seine Menschen" sagt Saboor Rasuli resigniert. Und das liegt nicht nur daran, dass der 59-jährige ein schweres Jahr hinter sich hat, an dessen Ende seine Frau den Kampf gegen ihre Krankheit verlor.

Hatte er früher Nachrichten aus und über Afghanistan regelrecht aufgesaugt, habe er die Entwicklung der letzten Zeit nur noch nebenbei verfolgt. "Afghanistan braucht mich nicht mehr", sagt Saboor Rasuli. Der überstürzte Abzug der USA und ihrer Verbündeten aus dem Land habe nicht nur der erneuten Machtübernahme der Taliban den Weg bereitet, sondern Fehler der vergangenen Jahre offengelegt, so seine Einschätzung. Es wurde versäumt, das Land zu einigen. Man habe das Augenmerk auf Militär und Waffen gelegt: "Dabei hätte das Land Landwirtschaftsmaschinen, Straßen und Staudämme gebraucht, wenn man den Menschen helfen will."

Viele Jahre hat sich Rasuli, der in Auerbach lebt und in Wildenau als Schwimmmeister arbeitet, für sein Heimatland engagiert, unterstützte mit einem Verein Waisenhäuser und Kliniken. Zuletzt war vor zwei Jahren ein Container mit Rollstühlen, Klinikbetten und anderen Hilfsgütern in das Land geschickt worden. Danach legten Corona und die politische Entwicklung die Arbeit lahm. Wie es weitergeht, ist offen. Er habe sich bereits 2004 von Afghanistan verabschiedet. Bei seinem letzten Besuch in Kabul.

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