Die Reichenbacher Kinderarche ist ein Zuhause auf Zeit. Im Haus ist alles auf die Bedürfnisse der Kinder abgestimmt. „Im Außengelände nicht, das ist unser großer Wunsch“, sagt Einrichtungsleiterin Nicole Baumann (hinten).
Die Reichenbacher Kinderarche ist ein Zuhause auf Zeit. Im Haus ist alles auf die Bedürfnisse der Kinder abgestimmt. „Im Außengelände nicht, das ist unser großer Wunsch“, sagt Einrichtungsleiterin Nicole Baumann (hinten). Bild: Gerd Möckel
Reichenbach
„Leser helfen“ im Vogtland: Damit auch der Garten der Kinderarche eine Wohlfühl-Oase wird

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Die Einrichtung in Reichenbach ist für neun Kinder Zuhause auf Zeit. Im Haus fehlt es an nichts. Nun soll das Außengelände umgestaltet werden – altersgerecht „als Erweiterung des pädagogischen Raums“.

Vogtland.

Die Reichenbacher Kinderarche ist neun Kindern Zuhause auf Zeit. Kinder im Alter von acht bis 18 Jahren, die aus verschiedenen Gründen nicht bei ihren Eltern aufwachsen können. Betreut in einer Wohngruppe von fünf pädagogischen Fachkräften. Das Haus und die Zimmer der Kinder vermitteln Geborgenheit. Lichterketten, individuell gestaltete Fotowände, das Kuscheltier im Bett. Für die gemeinsame Zeit gibt es Gruppenräume oder die Küche unterm Dach. Die Kinder können für sich sein – oder Gemeinschaft suchen.

„Genau das fehlt uns im Außengelände“, sagt Nicole Baumann.

Hier müsste ein Gartengestalter ran, sagt Einrichtungsleiterin Nicole Baumann.
Hier müsste ein Gartengestalter ran, sagt Einrichtungsleiterin Nicole Baumann. Bild: Gerd Möckel

Die Einrichtungsleiterin spricht von einem langgehegten Wunsch, der vor Jahren mit dem Umzug der heilpädagogischen Wohngruppe in das einstige Wohnhaus am Reichenbacher E-Werk geboren worden war. Doch für die Umgestaltung des Außengeländes „zu einem lebendigen, sicheren und naturnahen Erlebnisraum mit Platz für Individualität und Gemeinsamkeit“ fehlt dem Träger das Geld. Die Arche schätzt die Kosten auf etwa 12.000 Euro.

Zwickauer Stiftung: Zeigen Sie Herz

Für möglichst viele Gartenprojekt-Spenden macht die DRH-Stiftung Kinderhilfe Zwickau mobil. Die Stiftung setzt sich in der Region seit Jahr und Tag für sozial benachteiligte Kinder und Jugendliche ein. „Für Kinder, die am Rande unserer Gesellschaft stehen. Wir würden uns sehr freuen, wenn viele Menschen auch für das Reichenbacher Projekt Herz zeigen“, sagt Stiftungsvorstand Monika Uhlmann. Die Stiftung kann das Projekt nicht allein stemmen, steuert jedoch 3000 Euro bei.

Für jedes Alter und für alle gemeinsam

In dem großen Außengelände der Kinderarche ist bereits einiges geschaffen worden. Ein kleiner Fußballplatz, ein Trampolin, ein Grillplatz etwa. Über die Jahre gestemmt mit Spendengeldern und dem Engagement des Hausmeisters, erzählt Nicole Baumann. „Alles schön, aber alles irgendwie halbfertig. Dabei ist noch so viel Platz.“ Für die Verwirklichung weitgediehener Ideen, abgestimmt auf die Bedürfnisse der verschiedenen Altersgruppen.

Für die Jüngsten – die Arche nimmt Kinder ab drei Jahren auf – ein geschützter Spielbereich „zum Toben oder für kreative Sandspiele ein Sandkasten“. Für die Älteren Rückzugsorte mit Sitzmöglichkeiten, mit Chill-Ecke und Boxsack zum Runterkommen. Für alle ein Platz zum Quatschen oder Musik machen. Mit Hängematten, Sonnensegel und Liegen. Auch das von den Kindern gepflegte Kräuterbeet müsste erneuert werden.

Harmonisches Ganzes

Zudem fehlen schon lange eine Fahrrad-Garage sowie ein Ballfangnetz am Hang hinunter zum E-Werk. „Ich weiß gar nicht, wie viele Bälle dort schon verloren gegangen sind.“ Auch ein Sichtschutz zur vielbefahrenen Klinkhardtstraße hoch ins Zentrum wäre nicht schlecht. „Das alles müsste von einem Gartengestalter gedacht und umgesetzt werden“, vervollständigt die Einrichtungsleiterin ihre Aufzählung. Einem Fachmann also, der die Einzelprojekte auf dem teilweise terrassierten Gelände koordiniert und zu einem harmonischen Ganzen zusammenfügt.

Die Kinder planen und bauen mit

Und der die Wünsche und Ideen der Kinder berücksichtigt, sagt Nicole Baumann. „Die Kinder planen mit, sie bauen mit. Das stärkt ihr Gefühl von Selbstwirksamkeit und Verantwortung – das macht das neue Gelände zu ihrem Ort.“ Und den Garten damit „zur Erweiterung des pädagogischen Raums“ mit Platz für Rückzugsmöglichkeiten und zum Austoben.

„Diese Möglichkeit draußen fehlt uns sehr“, sagt Nicole Baumann. „Als Ort für Bewegung und Entspannung gleichermaßen. Hier entstehen Freundschaften, hier wächst Vertrauen – hier kann Kindheit wieder leicht sein.“

Und das Ganze ist nicht nur für die Kinder der Wohngruppe gedacht. Im Haus befindet sich auch die sozialpädagogische Familienhilfe „Wegbegleitung“ – eine Einrichtung mit „besonders intensiver Elternarbeit“. Kinder, die mit ihren Eltern dort sind, sollen in eine Wohlfühl-Oase eintauchen können. (gem)

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