Glauchau sagt Schmierereien den Kampf an

Gerade in der Innenstadt sind unschöne Graffiti ein Ärgernis. Die Stadt versucht deswegen, das Problem in den Griff zu bekommen - auch mit vorbeugenden Maßnahmen.

Glauchau.

Kaum ein leer stehendes Haus in der Glauchauer Innenstadt, das nicht davon betroffen ist. Illegale Schmierereien verunstalten die Fassaden. Selbst in der Fußgängerzone entlang der Leipziger Straße bleiben Gebäude nicht verschont. Stromkästen sind genauso betroffen wie Pflanzkübel und Mauern. An den Treppen, die von der Scherbergbrücke hinunter zur Talstraße führen, sind Graffiti zu sehen, am alten Arbeitsamt in der Hoffnung und an vielen anderen Gebäuden. Mehrfach haben Stadträte auf das Problem aufmerksam gemacht, Ralph Engler (SPD) zum Beispiel. "Die Stadt kommt ja kaum noch hinterher, das Zeug wieder zu entfernen", sagt der CDU-Stadtrat Andreas Winkler.

Doch tatenlos ist die Stadt nach eigenen Angaben nicht. Mitarbeiter des Bauhofes, des Ordnungsamtes und die Hausmeister sind nach den Worten von Rathaussprecherin Bettina Seidel nahezu ständig dabei, die Schmierereien zu entfernen. Denn das Thema sei im Rathaus ständig präsent, wobei zeitweise Häufungen der Schmierereien zu beobachten seien. "Wir gehen davon aus, dass es sich weitestgehend um Einzeltäter handelt", sagt Seidel. Doch erwischt haben die Mitarbeiter des Ordnungsamtes auf frischer Tat bislang noch niemanden. Es würden aber regelmäßig Anzeigen gegen Unbekannt erstattet. Das Ordnungsamt sei auf die Mithilfe der Glauchauer angewiesen. "Für Hinweise sind wir dankbar", sagt Seidel.


Auf verschiedene Weise sei die Stadt auch vorbeugend tätig, oder versucht es zumindest. Mit der künstlerischen Gestaltung von Wandflächen soll verhindert werden, dass dort neue Schmierereien entstehen. Beispiele dafür sind die Giebelseite der Lehngrund-Oberschule, die Fassade am Hellmichparkplatz und an der benachbarten Schlossstraße, Wände an der Wilhelmstraße oder die Garagenrückwand Meeraner Straße/Ecke Lindenstraße. An mehreren Schulen sind Projekte initiiert worden. So haben in der letzten Schulwoche Jugendliche der Lehngrundoberschule zwei Bushaltestellen von Schmierereien befreit und neu angestrichen. Im Durchgang der Sparkasse Leipziger Straße haben die Schüler Graffiti entfernt, ebenso an den Papierkörben und Schaltschränken. Die Aktion sollte zum einen dazu dienen, das Stadtbild zu verschönern, anderseits sollten die Schüler erfahren, welcher Aufwand mit der Beseitigung verbunden ist. Der gereinigte Eingangsbereich der Schule selbst wurde jedoch bereits wieder beschmiert.

Ausprobieren können sich junge Leute an der Graffitiwand am ehemaligen Funpark an der Wilhelmstraße. Doch der wird bis Ende 2020 abgerissen und damit die Wand verschwunden sein. Über eine Alternative wird der Stadtverwaltung zufolge nachgedacht. Schließlich sei die bisherige Wand am Funpark sehr gut angenommen worden.

Auch im Fördergebiet "Scherberg" wird es nach den Worten des dortigen Quartiersmanagers Peter Dittmann weitere Graffiti-Projekte geben. So sei vorgesehen - wie vergangenes Jahr bereits am Franz-Mehring-Platz geschehen - Buswartehäuschen zu verschönern. Die Häuschen werden dabei nicht von gestandenen Künstlern gestaltet, sondern von Laien, sagt Dittmann. Allerdings bekommen sie fachliche Anleitung. "Für die Projekte laufen gegenwärtig die Abstimmungen", sagt der Quartiersmanager weiter.

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