Fabulix: Michael Schanze gibt den Märchenerzähler

In kleiner Runde lauschten Mädchen und Jungs dem Mann, den die Eltern aus dem Fernsehen kennen. Und: Von seinem Handwerk hat der inzwischen 70-Jährige nichts verlernt.

Annaberg-Buchholz.

Er kann es noch: Man gebe Moderator Michael Schanze, dem früheren Gesicht der Familienunterhaltung im Fernsehen, ein Mikrofon in die Hand und stelle ihm ein paar Kinder zur Seite. Der mittlerweile 70-Jährige versteht es nach wie vor, daraus feinste Unterhaltung zu machen und das im doppelten Sinn. Denn Schanze ist ein Künstler der zwischenmenschlichen Unterhaltung und im besten Sinne ein Unterhalter. Das hat der sympathische Moderator, der zwar ein paar Kilo zugenommen, aber sein unglaublich markantes Lachen behalten hat, gestern bei einem Auftritt im Rahmen des Märchenfilmfestivals Fabulix unter Beweis gestellt. Märchenquatsch mit Michael, angelehnt an seine ehemalige große Unterhaltungsshow, war die kleine Lesung im Rathaus überschrieben.

Natürlich ging es um Märchen und natürlich las Schanze nicht nur Märchen vor, sondern machte die kleinen Besucher zu den Stars des Nachmittags. So erzählten die Jüngsten das Märchen von Schneewittchen nach und verrieten ihm zum Spaß der Erwachsenen manch Geheimnis. Begeisterung gab es in den Gesichtern der kleinen Runde.

Als Schanze gefragt wurde, ob er bei Fabulix mit dabei sein könnte, sagte er spontan und aus Überzeugung zu: "Märchen hätten das Potenzial Generationen zu verbinden." Und genau das sei immer sein Credo und sein Anspruch gewesen. Daher ist Schanze traurig, dass es den Familien-Halbkreis vorm Fernseher heute nicht mehr gibt. "Jeder hat ja sein eigenes Programm." Er habe früher seinen Buben viele Märchen vorgelesen, aber auch eigene Geschichte erfunden, ist am Rande der kurzweiligen Stunde im Berghauptmannszimmer im Annaberger Rathaus von ihm zu erfahren.

Auf die Frage, ob er denn ein Lieblingsmärchen hat, kommt die Antwort nicht spontan. "Das Mädchen mit den Schwefelhölzern" habe ihn in seiner ganzen Traurigkeit sehr berührt. Das Lieblingsmärchen aber sei "Momo". "Michael Ende ist damit etwas Geniales gelungen. Erwachsene lesen eine Parabel über die Zeit und Kinder ein fantastisches, dichtes Märchen mit ganz vielen Figuren."

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