Busunglück: Fahrer zu neun Monaten Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt

Weimar/Annaberg-Buchholz. Im Prozess um das tödliche Busunglück vor fast anderthalb Jahren auf der A4 ist der Angeklagte zu einer Freiheitsstrafe von neun Monaten auf Bewährung verurteilt worden. Das Gericht ist demnach im vollen Umfang dem Antrag der Staatsanwaltschaft gefolgt. Ein Gutachter bescheinigte dem angeklagten Busfahrer Unaufmerksamkeit. Der Unfall einer Schülergruppe wäre vermeidbar gewesen, wenn der Fahrer reagiert und nach dem Überholmanöver entsprechend zurückgelenkt hätte, sagte der Sachverständige am Montag vor dem Amtsgericht Weimar. Technische Mängel als Unfallursache schloss er aus. Auch habe es am Unfallort keinerlei Reifen- oder Bremsspuren auf der Fahrbahn gegeben. Diese Einschätzung steht entgegen der des Verteidiger. Dieser hatte einen Freispruch für den Angeklagten gefordert, weil er überzeugt war, dass ein technischer Defekt doch die Ursache für den Unfall war.

In dem Prozess musste sich ein Busfahrer aus Österreich wegen fahrlässiger Tötung und Körperverletzung verantworten. Der 37-Jährige sollte im Oktober 2015 eine Schülergruppe aus dem sächsischen Annaberg-Buchholz nach Hause fahren. Die Jungen und Mädchen waren auf einer Sprachreise in England. Nach einem Überholmanöver bei Erfurt war der Bus in eine Böschung gefahren und umgestürzt. Der vierjährige Sohn einer Lehrerin war ums Leben gekommen. Alle anderen der mehr als 60 Businsassen waren verletzt worden. (dpa/eu)

 

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