Mundart-Wort 2021 gesucht: Die bisherigen Vorschläge

"Freie Presse" und der Erzgebirgsverein suchen das Mundartwort - in diesem Jahr zum Thema Reisen. Von Fliecher über Huppetietl und Kaschemme - Diese Einsendungen haben die Redaktion bisher erreicht.

Rees, Ugelick, Fliecher, Huppetietl, Gefratz, Kaschemme, kribblich, Ahfahrt (u.a.)

Matthias Förster aus Annaberg-Buchholz hat seine Wortvorschläge in eine Geschichte gepackt.

Unn're Rees uff de Blumeinsel

Jed's Gahr dosselbe. Zen Geburtstag wess mer net, wos mer schenken soll. Diesmol war's bei meiner Fraa sugar e runder, do war's nochmol schwerer, wos richtsches ze find'n. Do fiel mier ei, dos meine bessre Hälft' ja de Blume garn hot. Wos gobs do Bessres, als ne Rees off de Blumeinsel. Gesocht, gemacht. Unner Kleener durft ah miet. Mei Fraa hot sich warklich tichtsch gefreet. Blus mit dan Flieg'n übern Atlantik, dos war'r nich su geheier. Iech hot ihr a net gesocht, dass dar Flugplatz in Funchal (dos is de Hauptstadt dr Blumeinsel) frieher nar "dr Flugzeichträcher" hieß, weil de Landebahn su kurz war. De Piloten mussten landen, bram's und stiehe. Aber fier paar Gahr'n hobn se de Landebahn mit EU-Gald e wing verlängert.

Mitten in Summer ging's nu lus: Koffer gepackt, nei mit dan ganzen Gefratz, wos mer su uff dr Rees braucht un noch Nürnberg zen Flugplatz gefahrn. Bei dr Kontrolle 's erschte Ugelick. Mei schienes Schweizer Masser, wo iech aus Versah noch in Handgepäck hat, musst in Deitschland bleibn. Aber dann, in Fliecher, war's racht schie. Es gob ze Ass nun ze Trinken, ah dr Ausblick zu de Alpen un ieber Frankreich un Spanien war wunnerbar. Geschittelt hot dr Fliecher ah net, de sogenannten "Turbulenzn" hobn mier net gemarkt. De Landing ging besser als gedacht. Als Nächstes musst'n mier unner Auto huln. Su e kleenes Huppetietl sollts net sei, ab ah net zu gruß, wagn de enge Stroßn uff dr Blumeinsel. Un warklich, bei dr Ahfahrt zen Hotel ubn in Norden dr Insel ging's rauf un runner, rim un nimm. De neien Tunneln warn domols noch net gebaut, deswagn konnten mier de wunderbare Landschaft warklich genießn. Uff dr Fahrt dacht iech noch: Hoffentlich is unner Hotel net argnt eene Kaschemme. Aber dos war net su. Jede Familie hatt ihr schienes Haisl un Assn gobs in grußen Haus. Dos Schennste warn aber de Tour'n miet unnern Auto. De Barg ginge nauf bis ieber 1800 m un an de Bachle (die heßn uff der Blumeinsel Levadas) kunnten mier wunnerbar wandern. Ieberall toots plätschern. Un arscht dar Duft: In dan een Wald rochs noch Lorbeer, in dan annern noch Eikalyptus un de Heedstreicher, die bei uns hechstens 50 Zentimeter huuch sei, warn ieber zwee Meter huuch. Un die Blume und de Orchideen: An de Stroßnrenner, in Funchal in de Botanischen Gärten, 's war ne eenzsche Pracht. Un in dar grußn Markthall in Funchal, wos es do alles gob, do ginge uns ball de Aagn ieber: Allen meeglichen Fisch und Obst, dos mer noch nie gesah hatten. 'S eenzsche Kribbliche war's Autofahrn, do musst mer de Aagn warklich offen halt'n. De grußn Barg und jede Meng Kurven, do is 's Arzgebirg 's reenste Flachland drgegn. Aber als mehr noch zah Togn wieder mit'n Fliecher hemm sei, do warn mier uns eenich: Dar Urlaub war su schie, dos mr warklich heit noch dra denk un nochmol hie wolln.

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