Auf Tuchfühlung: Tierheimchefin Peggy Kreher glaubt, bei den ein bis zwei Jahre alten Tieren handelt es sich um Geschwister.
Auf Tuchfühlung: Tierheimchefin Peggy Kreher glaubt, bei den ein bis zwei Jahre alten Tieren handelt es sich um Geschwister. Bild: Sebastian Paul
Annaberg
Nach Aufregung im Erzgebirge: Wolfshunde finden in Neu-Amerika ein wenig Ruhe und Liebe

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Unter Wolfsverdacht sind sie am Dienstag zu "Stars" geworden. Doch wie steht es nun um die vermutlich entlaufenen Tiere?

Annaberg-Buchholz/Steinbach.

Woher die offenbar ausgebüxten Wolfshunde stammen, die am Dienstag in und um Steinbach für Aufsehen gesorgt haben, ist weiter unklar. Aber zumindest werden die Hündin und der Rüde im Annaberger Tierheim inzwischen liebevoll umsorgt.

Als Peggy Kreher am Donnerstag mit ihnen eine Runde um das Gelände in Neu-Amerika dreht, laufen die Tiere angeleint friedlich und neugierig Seite an Seite. Sie lassen sich streicheln. Passt die Tierheimchefin nicht auf, lecken sie ihr sogar frech übers Gesicht. Zwei Tage zuvor hatte das Duo auf seiner Erzgebirgstour auch Furcht ausgelöst, weil mancher Wölfe zu sehen glaubte. "Es sind aber Hunde, vermutlich Tschechoslowakische Wolfshunde oder ein Mix davon. Sie sind eindeutig an Menschen gewöhnt", erklärt Kreher und fügt schmunzelnd an: "Der Polizist, der am Dienstagabend angerufen hat, sagte: Die Wölfe können ,Sitz!' und ,Platz!', holen Sie sie bitte ab." Was die Tiere zuletzt erlebt haben, allein der ständige Umgebungswechsel, stresse sie natürlich. Spaziergänge sollen dagegen helfen.

Solche ursprünglichen Rassen seien leider sehr in Mode. "Dabei ist die Haltung äußerst anspruchsvoll", so Kreher. Auch für das Annaberger Tierheim. Zum Beispiel, weil Wolfshunde unheimlich hoch springen und sehr gut klettern. "Es handelt sich um eine richtige Arbeitsrasse." Deshalb sind die beiden in einem geschlossenen Bereich untergebracht. Ob die Tiere etwas mit einem früheren Fall in Thalheim zu tun haben oder aus Tschechien kommen, das alles ist für Peggy Kreher jetzt zweitrangig. "Der Besitzer soll sich melden, selbst wenn er die Tiere vielleicht nicht mehr haben will. Dann können wir sie wenigstens zügig zur Vermittlung freigeben." Meldet sich dagegen niemand, gelten die Wolfshunde als Fundsachen und der Besitzer hat Kreher zufolge sechs Monate Zeit, sein Eigentum einzufordern. "Das heißt, wir könnten sie allenfalls unter Eigentumsvorbehalt abgeben, was ganz schwer ist."

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