Was auf den Burgen und Schlössern im Erzgebirge los ist

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In Zschopau, Scharfenstein und Wolkenstein wird derzeit einiges geboten. Gründe für einen Ausflug dorthin gab es nicht nur am Wochenende.

Marienberg/Zschopau.

Hohe Temperaturen, strahlender Sonnenschein, lautes Vogelgezwitscher, sattes Grün an den Bäumen: Bei diesem Wetter zieht es viele nach draußen. Auch die Burgen und Schlösser in der Region sind an diesem Wochenende gut besucht gewesen - so auch Schloss Wildeck in Zschopau.

Zschopau: In den Räumen direkt am Schlosshof, in denen sich einst das Buchdruckmuseum befand, ist nun die neue Sonderausstellung "Wind im Gesicht" zu sehen. Zwölf historische Motorräder sollen dort beispielhaft die 100-jährige Tradition des Motorradbaus darstellen. "Einige Maschinen stammen aus dem Museum unseres Schlosses, andere sind als Leihgaben neu dazugekommen", sagt Mitarbeiterin Linda Wüstner, die die neue Präsentation zusammen mit Stephan Drechsler seit Anfang des Jahres vorbereitet hat. Als 13. Gefährt gehört auch ein Exemplar dazu, das trotz seines Alters - produziert wurde diese Reihe von 1919 bis 1923 - aktuell wieder voll im Trend liegt: ein Fahrrad mit Hilfsmotor. "Es hat einen sogenannten Arschwärmer unterm Sattel", erklärt Linda Wüstner meistens mit einem Lächeln auf den Lippen den zahlreichen Besuchern, die mit großen Augen auf "das kleine Wunder" blicken. Technische Höhepunkte hat die Sonderausstellung noch mehr zu bieten - so etwa die DKW RT 125, die in den späten 1940er-Jahren zum am meisten kopierten Motorrad der Welt avancierte. Sogar Yamaha und Harley-Davidson orientierten sich am Vorbild aus Zschopau, wie nun im Schloss zu sehen ist. "Wir haben den Schwerpunkt aber auch auf Werbung gelegt", erklärt die 31-jährige Museumsmitarbeiterin. Neben den detailliert gestalteten Zeitschienen hängen deshalb auch viele kleine Werbeplakate an den Wänden. Auch sie ziehen an diesem Wochenende die Blicke vieler Besucher auf sich.

Scharfenstein: Nicht mit Motorrädern, sondern mit Fahrrädern oder zu Fuß sind viele zur Burg Scharfenstein gekommen. So wie Familie Benschu aus Nerchau bei Grimma. Ihren ersten Halt auf dem Gelände machen sie in der Bastelstube von Maridda Görner. Dort hat sich Sohn Martin eine Sternschnuppe aus Holz ausgesucht, die er nun unter der Anleitung von Maridda Görner rot anmalt. "Martin interessiert sich sehr für Ritter und Schwerter. Deshalb sind wir hierher gefahren", erzählt Vater Stefan Benschu. Die Familie, die zuvor viele Jahre in Berlin gelebt hat, ist das erste Mal auf der Burg. Dort können sie sich noch über das Leben von Karl Stülpner informieren, die Sonderausstellung "Mythos Ritter" besuchen oder einfach bei einem Pott Kaffee oder einem Eis das Wetter genießen.

Letzteres macht auch Mathias Weidlich, der mit seiner Frau und Enkelsohn John im Burghof sitzt. "Wir wollten eigentlich eine größere Wanderung machen. Das ist für unseren Enkel aber noch zu viel. Deshalb sind wir ganz spontan zur Burg gefahren", verrät der Chemnitzer, der vor vielen Jahren schon einmal in Scharfenstein gewesen ist. Nach der kurzen Rast wollen sie die Heimreise antreten.

"Wir sind eine familienfreundliche Burg, die sehr viel für Kinder anbietet", sagt Christian Mädler, Teamleiter auf der Burg. "Im Mittelalterdorf können Kinder nach vorheriger Anmeldung im Holzbackofen Brot backen, Kerzen ziehen und sich den Kräutergarten anschauen. Auch Bogenschießübungen können gebucht werden."

Insgesamt rund 200 Besucher seien dieses Wochenende zur Burg Scharfenstein gekommen, was ein guter Durchschnittswert sei, wie Schloss-Geschäftsführerin Patrizia Meyn bekannt gibt. "Viele haben auch an einer Burgführung teilgenommen. Insgesamt waren es 55 Personen." Generell seien bei sonnigem Wetter eher Wanderer oder Fahrradfahrer auf der Burg anzutreffen, bei Regen tendenziell mehr Museumsbesucher.

Wolkenstein: Reges Treiben herrscht dieses Wochenende auch auf Schloss Wolkenstein. Etwa 120 Besucher halten sich über den gesamten Sonnabend und Sonntag verteilt auf der Anlage auf, informiert Museumsmitarbeiterin Anja Riedel. "Das ist ein Wert, der für das Sommerhalbjahr typisch ist. Etwa die Hälfte davon geht ins Museum, die anderen schauen sich das Schloss von außen an oder machen hier eine kurze Pause." Besonders viele Besucher habe es zwischen Karfreitag und Ostermontag gegeben, als an den vier Tagen gut 450 Besucher gezählt wurden.

Elfriede Schleuß schaut sich mit ihrem Bruder Friedhelm Brunner dieses Wochenende zum ersten Mal das Schloss Wolkenstein an. Sie wohnt in Hessen und macht derzeit Urlaub in Oberwiesenthal. Dort hat sie eine Broschüre über das Schloss gesehen. Elfriede Schleuß: "Ich bin wegen der guten Aussicht hergekommen. Wirklich atemberaubend, wie weit und wie tief man hier schauen kann."

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