In genau einem Jahr startet die Kulturhauptstadt 2025 in Chemnitz.
In genau einem Jahr startet die Kulturhauptstadt 2025 in Chemnitz. Bild: Andreas Seidel/Archiv
Kultur
Kulturhauptstadt Chemnitz 2025: Termine für Kosmos, Hutfestival und Co. stehen fest

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Die Katze ist zwar noch nicht aus dem Sack, aber zwei Ohren gucken schon mal raus: Die Kulturhauptstadt-gGmbH hat am Donnerstag einen ersten Ausblick auf Programm und Termine für das Jahr 2025 gegeben - unter anderem mit Kosmos, Opern-Uraufführung und einem Schrei.

Chemnitz.

Es ist nur ein erster Ausblick, aber immerhin gibt es nun die oft geforderten, ersten offiziell bestätigten Termine und Veranstaltungen für das Chemnitzer Kulturhauptstadtjahr 2025. Stefan Schmidtke und Andrea Pier, beide Geschäftsführer der Kulturhauptstadt-gGmbH, gaben am Donnerstag auf einer Pressekonferenz gemeinsam mit Vertretern von Kultureinrichtungen der Stadt Details bekannt.

Die Eröffnung

Der 18. Januar 2025 wurde bereits als Eröffnungstermin genannt, es werde aber letztlich ein dreitägiges Eröffnungswochenende vom 17. bis 19. Januar sein, so Schmidtke am Donnerstag. Geplant sind ein Festakt mit zahlreichen Gästen auch aus der Politik und ein großes Straßenfest. Stadthalle mit Carlowitz-Congresszentrum sollen als Begegnungsstätte dienen. Alle seien eingeladen, so Schmidtke, und das Programm werde kostenlos sein. Erwartet werden auch internationale Journalisten. Insgesamt wird es im Jahr 2025 etwa 100 Projekte und 1000 Veranstaltungen geben.

Das Besucherzentrum

Die Hartmannfabrik, die derzeit saniert wird, eröffnet als Chemnitz-2025-Zentrale und Besucherzentrum bereits in diesem Jahr am 3. Mai mit einem Tag der offenen Tür. Das Gebäude ist eines der 30 sogenannten Interventionsflächen, die als Plätze oder Gebäude im öffentlichen Raum für 2025 umgestaltet werden. Die Hartmannfabrik ist die ehemalige Produktionshalle des Chemnitzer Lokomotiven-Bauers Richard Hartmann.

Das Kosmos

Das große Festival - das 2022 an nur einem Tag 50.000 Besucher zählte, um dessen Folgeorganisation es dann aber großes Gezerre gab - wird 2025 an drei Tagen stattfinden: vom 13. bis 15. Juni. Als großes Gemeinschaftsprojekt organisiert, soll es neben Konzerten, Ausstellungen und Aufführungen auch Diskussionen zum Thema Demokratie geben und mit zehntausenden Besuchern ein Zeichen für Toleranz und Weltoffenheit setzen.

Uraufführung am Theater

Werner Bräunigs Roman "Rummelplatz" mit zahlreichen Bezügen zur Region wie dem Erzgebirge ist Ausgangspunkt für die Erarbeitung einer neuen Oper für das Chemnitzer Theater im Kulturhauptstadtjahr. Die Aufführung ist für Herbst 2025 vorgesehen. Das Libretto wird Schriftstellerin Jenny Erpenbeck schreiben, die im vergangenen Jahr mit dem Internationalen Stefan-Heym-Preis der Stadt Chemnitz ausgezeichnet worden war. Die Komposition wird von Ludger Vollmer kommen, "einem der meistgespielten Uraufführungskomponisten unserer Zeit", wie Theaterintendant Christoph Dittrich am Donnerstag zur Pressekonferenz hervorhob. Inhaltlich wird sich die Oper damit befassen, wie sich Menschen einst in den zwei unterschiedlichen Staaten Deutschlands, aber auch heute in verschiedenen sozialen Systemen positionieren und verhalten. Begleitend zu diesem Opernvorhaben gibt es ab April diesen Jahres eine internationale Schreibwerkstatt und im Herbst 2025 eine Konferenz zu diesem Thema.

Das Hutfestival

Gab's auch schon ohne Kulturhauptstadt, doch 2025 soll genutzt werden, um das Kleinkunstfestival europaweit bekannt zu machen und als Marke zu etablieren. Es wird vom 30. Mai bis 1. Juni stattfinden. Zwei Besonderheiten gebe es 2025: Zum einen sollen auch Nachwuchskünstler aus Chemnitz und der Region eine extra Bühne erhalten, und die Eröffnung werde eine "große künstlerisch inszenierte Eröffnung sein, die so viele Chemnitzer wie möglich integrieren und ein großes Bild in die Welt schicken soll", wie Ralf Schulze, Geschäftsführer der veranstaltenden C3-GmbH, ausführte. Wie genau allerdings dieses Bild für die weite Welt aussehen soll, könne er derzeit noch nicht verraten.

Purple Path

Auf dem Kunst- und Skulpturenweg, der Chemnitz mit der Region verbinden wird, werden neben den bisher installierten sieben Kunstwerken in diesem Jahr 20 weitere Werke aufgestellt. 2025 wird der Weg dann vom 11. bis 13. April offiziell eröffnet. Insgesamt soll er nach jetzigem Stand 30 nationale und internationale Kunstwerke aufweisen.

Kunstsammlungen

Wie bereits bekannt ist, wird sich die zentrale Ausstellung der Kunstsammlungen am Theaterplatz um den norwegischen Maler Edvard Munch drehen - vom 10. August bis 2. November 2025. Das weltweit bekannteste Bild von Munch ist der "Schrei", von dem es mehrere Versionen gibt. Definitiv soll eine davon in Chemnitz zu sehen sein, bestätigte Generaldirektorin Florence Thurmes am Donnerstag. Die Verhandlungen für die Ausleihe würden jetzt intensiviert, man reise in Kürze dazu nach Oslo. Mit Munchs Biografie, der 1905 auch Chemnitz besuchte und hier malte, sind Themen wie Angst und Krisen verbunden - Themen, die im Zentrum der Schau stehen sollen und auch jüngere Menschen ansprechen, so Thurmes. Studien zeigen, dass jüngere Menschen bedingt durch die Isolation während der Covid-Pandemie verstärkt mit Ängsten zu kämpfen haben.

Industriemuseum

Erst seit gestern stehe der Titel der großen Ausstellung für 2025, sagt Jürgen Kabus, Leiter des Industriemuseums: "Tales of Transformation". In der Schau wird es um die Entwicklung ehemaliger industrieller "Hotspots" gehen - Chemnitz, Gabrovo, Łódz, Manchester, Mulhouse und Tampere. Die meisten sind Partnerstädte von Chemnitz und gelten in ihren Ländern als das jeweilige "Manchester". Wie sich diese Städte mit ihrem industriellen Erbe neu erfinden und was sie voneinander lernen können, ist ebenfalls Thema. Die Schau startet am 25. April 2025 und dauert bis 16. November.

Weitere Vorhaben

Wie bereits bekannt, wird es im Staatlichen Museum für Archäologie, dem Smac, eine große Ausstellung zum Thema Bergbau geben, bereits ab 24. Oktober diesen Jahres bis 29. Juni 2025. "Die Kulturhauptstadt öffnet uns Türen für hochkarätige Leihgaben", sagt Kurator Jens Beutmann. Ähnlich berichtet das Anja Richter, Leiterin des Museums Gunzenhauser der Kunstsammlungen. Die größte dort je veranstaltete Sonderausstellung ist von 27. April bis 10. August 2025 unter dem Titel "European Realities" zu sehen. Inhalt sind die sogenannten Realismusbewegungen der 1920er- und 30er-Jahre als gesamteuropäisches Phänomen. Leihgaben kämen unter anderem von Palermo, Helsinki, Madrid und Sofia. Die Tüftler- und Mitmachmesse "Makers United" wird an vier Tagen vom 19. bis 22. Juni 2025 stattfinden und die der Friedensfahrt nachempfundene Radsportveranstaltung "European Peace Ride" vom 9. bis 13. September 2025.

Der Abschluss

Der feierliche Abschluss des Kulturhauptstadtjahres wird am 29. November stattfinden. 

Das komplette Programm

Schmidtke und Pier betonen: Das ist nur ein erster Ausblick. Aber wie in anderen Kulturhauptstädten üblich, wird auch in Chemnitz das komplette Programm etwa ein viertel Jahr vor Start bekanntgegeben. Für Chemnitz wird das der 25. Oktober 2024 sein.

 

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