Wagenknechts linke Bewegung "Aufstehen" sammelt sich

In zwei Wochen will das Polit-Ehepaar Sahra Wagenknecht und Oskar Lafontaine seine linke Sammlungsbewegung offiziell starten. Die Unterstützung für das Projekt wächst - die Kritik daran ebenfalls.

Berlin.

Bildlich gesprochen ist es ein aufwändig verpacktes Päckchen mit einer schönen Schlaufe obendrauf. Was aber genau drin ist, soll die Öffentlichkeit am 4. September erfahren. Dann nämlich wollen die Linke-Politikerin Sahra Wagenknecht und ihr Ehemann Oskar Lafontaine den offiziellen Startschuss für ihre geplante linke Sammlungsbewegung "Aufstehen" geben. Auch den politischen Forderungskatalog sowie die Namen der prominenten Unterstützer soll die Öffentlichkeit dann erfahren. Bis dahin wächst die Spannung. Und genau so soll es nach dem Willen der Initiatoren wohl auch sein.

Bereits im Januar hatte Wagenknecht ihr Projekt angekündigt, das jedoch innerhalb der Linkspartei äußerst umstritten ist. Nach eigenen Angaben hat die Bewegung "Aufstehen" inzwischen 85.000 namentlich eingetragene Unterstützer beisammen. Das ist mehr, als die Linkspartei Mitglieder hat. Kein Wunder, dass einige Genossen argwöhnisch auf das schauen, was ihre prominente Frontfrau samt dem Linke-Gründer und Ex-SPD-Chef Lafontaine jetzt auf die Beine stellen will.

Viele in der Linken sehen in dem Vorhaben eine Konkurrenz für ihre Partei, obwohl Wagenknecht beharrlich das Gegenteil behauptet. Sie wolle keine neue Partei gründen, sagt Wagenknecht, sondern eine Bewegung, die Mehrheiten für linke Politik auch unter all jenen Bürgern organisiert, die sich von der aktuellen Politik nicht mehr vertreten fühlen, sich von Grünen und SPD abgewandt oder gar aus Protest AfD gewählt haben. Den inhaltlichen Schwerpunkt des Projekts soll eine breite soziale Agenda bilden.

"Wir wollen etwas Neues: keine Partei, sondern eine Bewegung für alle, die gemeinsam für unsere Ziele kämpfen wollen", heißt es auf der Homepage der Sammlungsbewegung. Weiter steht dort: "Die Parteien des links-liberalen Spektrums, SPD, Grüne und Linke, haben es im letzten Jahrzehnt nicht geschafft, ein verlässliches Bündnis untereinander zu schmieden und mit einem politischen Gegenkonzept einen Machtwechsel in Deutschland herbeizuführen." Diese Formulierung überrascht insofern, als es in der Vergangenheit vor allem Wagenknecht selbst war, die eine Annäherung oder gar Bündnisse mit SPD und Grünen ablehnte. Beiden Parteien warf sie vor, neoliberale Positionen zu vertreten. Dabei hätte es eine rot-rot-grüne Mehrheit im Bundestag schon mehrfach in den vergangenen Jahren gegeben.

Auch an anderer Stelle sind wohl Bedenken angebracht. So ist unklar, ob zwei seit Jahren etablierte Politiker wie Lafontaine und Wagenknecht glaubhaft für einen linken Neustart stehen können. Immerhin ist Wagenknecht zugleich Linksfraktionschefin im Bundestag. Überdies sind ihre Positionen zur Begrenzung der Zuwanderung nach wie vor inner- und außerhalb ihrer Partei umstritten. Insofern dürfte interessant werden, welche Festlegungen die neue Sammlungsbewegung beim Thema Migration und Flüchtlinge treffen wird.Breite Unterstützung aus ihrer eigenen Partei erhalten die Gründer der neuen Sammlungsbewegung bislang nicht. Im Gegenteil. Linke-Chef Bernd Riexinger betonte unlängst in einem Interview, "Aufstehen" sei kein Projekt der Linken, "es ist ein Projekt von Einzelpersonen". Auch habe sich Wagenknecht trotz mehrfacher Einladung "leider bisher nicht zu einer Debatte im Parteivorstand" über ihr Vorhaben durchringen können. "Ich bedauere das", sagte Riexinger.

Auch Dietmar Bartsch, neben Wagenknecht Ko-Chef der Linksfraktion, ist zurückhaltend. Die Sammlungsbewegung sei bisher "ein eher virtuelles Projekt" mit einer Internetseite und einigen Videos. Und ein Problem sei, dass Lafontaine und Wagenknecht "nicht zwingend für die Zusammenführung von Linken stehen", so Bartsch.

Dennoch wächst die Zahl der Mitstreiter, darunter auch Prominente. Jüngster Neuzugang im Unterstützerkreis ist der ehemalige Grünen-Chef Ludger Volmer. "Wir arbeiten an einer linken Mehrheit", sagte Volmer dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Über die Grünen von heute äußert sich Volmer enttäuscht. Ihnen gehe es "nicht mehr um die Bekämpfung struktureller Armut, sondern um die Verschönerung des bürgerlichen Lebens".

Auch in Wagenknechts persönlicher Anhängerschaft finden sich treue Unterstützer, etwa die Linke-Fraktionsvize im Bundestag, Sevim Dagdelen. Sie betont, die Interessen der Mehrheit der Bevölkerung fänden zur Zeit im Parlament nicht statt. "Aufstehen" sei "eine historische Chance, da die Bewegung überparteilich ist und die Kraft entfalten kann, den Rechtstrend zu stoppen". Die Bewegung habe das Ziel, "unsere Parteien umzukrempeln, um wieder Wahlen zu gewinnen". Wer will, kann aus Dagdelens Worten durchaus Kritik an der linken Parteiführung herauslesen.

Auch die Zwickauer Linke-Abgeordnete Sabine Zimmermann ist fest von Wagenknechts Projekt überzeugt. "Aufstehen" sei "ein Appell an alle, die sich mit den herrschenden Zuständen in diesem Land nicht länger abfinden wollen", sagte sie der "Freien Presse". Um einen Wandel zu erreichen, brauche es "eine parteiübergreifende Bewegung von unten". Welche Rolle die Linkspartei dabei spielt, lässt Zimmermann offen. Sie findet: "Insbesondere bei SPD und Grünen gilt es, einen Wandel anzustoßen."

Bewertung des Artikels: Ø 5 Sterne bei 1 Bewertung
23Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.

  • 1
    0
    Nixnuzz
    25.08.2018

    Phantastisch diese vielen Argumente - von mir aus alles im grünen Bereich. Ein Seiteneinsteiger in das Thema ist der Hr. Drechsler oder früher "Grünen-Fischer". Wieviele von uns "Diskutanten" für oder wider eines thematischen Zusammenschlusses ist an entscheidender Position - ausser an der Wahlurne? Wie werden je nach Denkrichtung "Trennkostpartikel" unters "Volk" Gedanken-Emotionen-bindend eingebracht? Ein Sandkorn ins Meldungsmeer geworfen und beobachten, wieviele Wellen entstehen? Dank der Meinungsfreiheit, sich Mitdenker anzulachen, existiert aber auch die Masse der Machtlosen in ihrem überzeugtem Machtverständnis. Wer steuert wirklich unser Denken? Wer läst uns die Zeit, sich in Entscheidungswege hineinzudenken? Und wer kann wirklich an Weichen oder Bremspollern Einfluss nehmen? Übrig bleiben doch nur die un-geliebten Parteigrößen, hinter die sich Meinungsmitträger einreihen. Klar, ich/wir geben zu unterschiedlichen Zeiten unsere Stimme für "irgendwas/-wen" ab. Aber sind zu dem Wahltermin die Aussagen noch relevant oder umsetzbar? Nein - ich gehöre keiner Partei an aber erlaube mir, über meine Gartenzaungrenzen hinweg soweit mir verständlich die Nachrichten in der Welt anzuschauen und den Entscheidungs-Spielraum unserer Volksvertreter in deren internationalen Abhängigkeit oder Machtlosigkeit anzusehen. Inklusive der Kapitaltreuen Konzernlenker soweit sichtbar. Und der nachrichtlichen "Salz- und Zuckerstreuer" im Internet. Wer "informiert" alleine zu erst und wer "zweifelt daran" sofort - mit einem jeweiligen "Fake-News-Follower-Storm"?? Spielt es also wirklich eine Rolle, der denkwürdigen "Roten Socken-Vereinigung" anzugehören? Heute Journalist/Redakteur zusein ist wohl ein harter Job...egal was man schreibt, ist verkehrt.. Trotzdem ....ich lebe auch von deren Informationen..und wenns nur subjektiv ist! Sorry - wiedermal was lang...

  • 3
    2
    Freigeist14
    24.08.2018

    acals@ Dank Ihrer Expertise wissen wir nun endlich,was diese Roten tatsächlich wollen.Ich habe es immer geahnt. Man muss nur einfach etwas behaupten - vielleicht verfängt es ja bei ähnlich abgeneigten Zuschauern . Allein zu behaupten dieses Ehepaar hätte einen schlechten Leumund und handelten aus niederen Motiven kann man nur als infam bezeichnen. Hier sollte man aufhören,die Schmähschrift weiter zu lesen.

  • 1
    3
    acals
    24.08.2018

    Kommen wir doch noch einmal zum Kernthema zurück: Zwei durchaus bekannte Politiker aus dem linken Spektrum initiieren eine Sammelbewegung. Von der reinen Idee her - warum denn nicht, ein Fokusieren auf Kerninhalte tut immer gut.

    Es ist genügend zum Ausdruck gebracht das die zwei Personen dahinter einen Leumund haben, denn man seinem ärgsten Feind nicht wünscht - alleine die vorgelebte Historie dieser beiden zeigt, dass ein anderes Kalkül dahintersteckt.

    Das Pedant auf der rechten Seite gibt es auch, Frauke Petry ist aber nicht ganz so erfolgreich - auch hier ist offenkundig welche Interessen sie tatsächlich wahrnehmen will.

    ---------
    Die Fundementalkritik an der Linken entzündet anders. Am freiheitlich-demokratischen System herzumlamentieren (eine Scheibe Mindestlohn/Rente mehr, grundloses bedingungseinkommen, keine Einsätze der Bundeswehr zB vor Somalia zur Absicherung der Warenverkehrs inkl Nahrungsmitteltransportes usw usf) zeigt, dass die Linke verstanden hat welche Schrauben man drehen muss um in den Genuss von Abgeordnetendiäten, Fraktionsgeldern etc zu kommen.
    Nur hat halt die Linke den chauvinistischen Anspruch Gegenpol zu sein. Wenn es diesen auch nur im Ansatz geben könnte (ich bin übrigens fest überzeugt das er existiert) - dann geht es nicht über Salamitaktik (s.o.) sondern nur über den Entwurf einer neuen Ordnung. Gewissermassen muss Marx wieder vom Kopf auf die Füße gestellt werden. Solche Ansätze gab es ja bei den Linken, in der Linkspartei (SED, SED-PDS, PDS) - sie sind aus opportunistischen Gründen schnell entsorgt worden.
    Es sind halt die eigenen Diäten wichtiger als eine evtl. grundlegende neue Idee.

    gregor gysi hat in einer sehr interessanten Gesprächsrunde Anfang der '90 mal gesagt das natürlich der Kommunismus (bzw. seine Idee) erstmal aussen vor ist. Das zB Christentum hatte aber auch 2000 Jahre Zeit, und hat auch viel Dreck an seinem Stecken angesammelt. Ich fand das äusserst bemerkenswert - leider ist Gysi aber nicht soo bewusst das die originären Jünger Verfolgung, Anfeindung bis hin zur Abschlachtung zu ertragen hatten - aber ihren Glauben nicht verraten und weitergegeben haben. Gewissermassen Zeugnis abgelegt.
    Es ist genau das, was der Linken fehlt; und diese Sammelbewegung müsste so starten, um eine Chance auf Erfolg zu haben.

  • 4
    6
    Freigeist14
    23.08.2018

    Ralf66@ Sie haben vergessen ,den Kalauer "Das wichtigste bei Sarrazin ist ,er arbeitet fachlich sauber und frei jeder Ideologie !" als *Satire* zu kennzeichnen.

  • 4
    2
    BlackSheep
    23.08.2018

    @Freigeist14, haben Sie eigentlich irgendetwas von Sarrazin gelesen?

  • 6
    3
    ralf66
    23.08.2018

    @Freigeist 14, Sie können die falsche Zuwanderung in Deutschland klein reden wie sie wollen, recht haben Sie damit nicht! Um die 45 Milliarden Euro jährlich kostet in Wahrheit die Zuwanderung in die deutschen Sozialsysteme, dass wird diese Sozialsystem in der Zukunft zum Zusammenbruch bringen, für Sie nicht weiter schlimm, für mich schon! Wenn in Deutschland falsch Geld investiert wird, wie das bei der falschen Zuwanderung der Fall ist, kann für andere wichtige Angelegenheiten, wie der Bildung kein Geld da sein, dass wird auch die neue Bewegung von Wagenknecht nicht ändern. Die anderen Probleme, die Sie ansprechen, wurden von den Parteien rauf und runter im Bundestag schon oft behandelt, passiert ist nichts und jetzt will "Aufstehen" alles rausreisen, lächerlich! Sie schimpfen über Sarrazin, der hat als SPDler, den Nagel auf dem Kopf getroffen und unverblümt Probleme in diesem Land angesprochen und machbare Lösungen aufgezeigt, ohne Sarrazin würden heute Sachen, die nicht funktionieren, nicht diskutiert werden, viele Diskussionen über staatliche Probleme, würden einfach, wie immer weggeredet, oder in die rechte Ecke geschoben werden und das war's dann. Das wichtigste bei Sarrazin ist, er arbeitet fachlich sauber und frei jeder Ideologie! Sie denken doch nicht im Ernst, dass neue Vereinigungen, Parteien oder Organisationen, außer den schon bestehenden etwas verändern, der Saftladen wird dadurch nur noch größer, weil immer mehr unterschiedliche Ideologien und Ansichten fern jeder fachlichen Tatsache aufeinander prallen, bestes Beispiel, die Linke ist doch jetzt schon nicht mit der neuen Bewegung ''Aufstehen'' einverstanden und wird es auch nicht mit deren Programm sein!

  • 2
    5
    Freigeist14
    23.08.2018

    ralf66@ der verstorbene Peter Hintze und Erfinder der "Rote Socken"-Kampagne 1998 hatte sicher als Gegner der Linke/PDS was anderes im Sinn als das Wehklagen über eine ungezügelte Zuwanderung und würde sich über diese Verengung auf dieses eine leidige Thema verbitten. Kampf um besser Schulbildung ? Kampf um eine solidarische Gesellschaft,die die Schere zwischen Arm und Reich nicht länger hinnehmen will? Streben nach einer friedlichen Außenpolitik und die Bekämpfung von Fluchtursachen ? Nichts da . Für Sprachrohre eines großbürgerlichen Sarazzins und der Fürsprache einer gnadenlosen Abschottung ist das alles nur Gedöns. Lieber wird nach unten herab gesehen und ein Schuldiger für alle Verwerfungen in der Zuwanderung gesucht. Diese Leute will die neue Bewegung auch nicht ansprechen.

  • 6
    3
    ralf66
    23.08.2018

    Ich hab für meinen Beitrag eine fette Summe rote Daumen geangelt. Gut so, sage ich, dann weiß ich, dass die roten Socken drauf angesprungen sind und genau das ist es was ich wollte!
    So lange links nichts fürs eigene Land übrig hat, eine total unkontrollierte Zuwanderung unterstützt, um nur zwei Punkte zu nennen, kann ich einer neuen Bewegung der Linken nur skeptisch entgegensehen! Auch nehme ich der Frau Wagenknecht nicht ab plötzlich in Bezug auf Zuwanderung eine völlig andere Position einzunehmen wie ihre Partei.

  • 12
    2
    Deluxe
    23.08.2018

    @Blackadder:
    Wenn Sie meinen, zügellose Masseneinwanderung als politische Linie hätte etwas mit der Wahrung von Arbeiterrechten und Solidarität zu tun, dann kann ich Ihnen nur sagen:
    Sie irren sich.

    Wenn nämlich die einen das alles mit ihrer Hände Arbeit erwirtschaften und bezahlen dürfen, während die anderen mehrheitlich in die Sozialsysteme einwandern, ohne jemals einen Cent dort einzuzahlen, dann ist das weder solidarisch noch humanistisch, sondern dann ist das eine Ungerechtigkeit sonders gleichen auf Kosten derer, die jeden Tag früh aufstehen und das alles erarbeiten müssen.

    Und da haben wir noch nicht darüber gesprochen, wie sich die Gäste teilweise im Lande benehmen, z.B. gegenüber unserer Polizei, wie sie unsere nicht-islamische Kultur "wertschätzen" und einiges mehr.

    Mit Solidarität hat das für mich nichts zu tun.

    Und deshalb bleibe ich dabei:
    Links als Sammelbewegung kann nur eine Chance haben, wenn klar ist daß es dort nicht wieder nur um Masseneinwanderung und Multikulti geht, sondern vielleicht endlich mal um die Europäer, die seit 70 Jahren ihren Wohlstand Tag für Tag erarbeiten und seit mehr als zwei Jahrzehnten unter der sog. "Liberalisierung" der Märkte, des Arbeitsmarktes, unter Lohndumping und Sozialabbau sowie unter Reallohn-Verlusten und in Deutschland unter einem viel zu niedrigen Mindestlohn leiden, der direkt in die Altersarmut führt.

    DAS wäre mal solidarisch - aber nicht, auf Kosten der kleinen Leute in Europa für immer mehr Zuwanderung von Menschen zu sorgen, die hier auf unseren Arbeitsmärkten keine Chance haben und deshalb massenhaft alimentiert werden müssen.

  • 3
    0
    Zeitungss
    22.08.2018

    @aclas: So gut ging es EINIGEN noch nie, hätte es richtigerweise lauten müssen, wäre für die große Mehrheit auch besser verständlich gewesen.

  • 1
    9
    acals
    22.08.2018

    Kleiner Nachtrag: Die Saarländer trauern also ihrem Oskar nach, Herr freigeist? Warum dann nur die Linke im Saarland nur marginale Opposition ist erschliesst sich wahrscheinlich nur Ihnen nicht ...

  • 1
    6
    acals
    22.08.2018

    Perfekt, Herr Freigeist. Sie bestätigen 1:1 und im O-Ton des Herr Lafontaine hinschmeisst wenns schwer wird. Wer das will .... bitte.

    Warum ist es notwendig, dass der derzeitigen Regierung in die Suppe gespuckt wird? Besser gings uns nie ... obwohl, im letzten Bundeswahlprogramm der Linken stand das auch jüdische und muslimische religiöse Feiertage in Deutschland staatliche anerkannte Feiertage werden sollen. (Da ist also Luft nach oben.) Natürlich soll damit die Wertschöpfung unterbrochen werden, denn sooviel auszugeben was andere verdienen/einbringen (und das ist aktuell Kerngegenstand Linker Politik) ist auch der Linken zuwider.

  • 6
    5
    Zeitungss
    22.08.2018

    @acals/@ralf66: Was früher unter kommunistischen Verhältnissen gelaufen ist, dürfte allgemein bekannt sein und es bedarf auch keiner Wiederholung. Ein großer Teil der damaligen Genossen konnte sich bekanntlich in die Neuzeit retten und sind heute so schwarz, dass sie selbst im Tunnel noch einen Schatten werfen. Der aufgeschlossene Bürger dürfte mitbekommen haben, "Wasser predigen und Wein saufen", hat sich bis in die heutige Zeit gehalten und wurde wesentlich verfeinert, allerdings in einem anderen Farbspektrum. Fakt ist, es muss eine Truppe her, welche den gegenwärtigen Regierenden kräftig in die Suppe spuckt und es sollte nicht gerade die AfD mit ihrer "Führungsspitze" sein.

  • 5
    6
    Freigeist14
    22.08.2018

    Blackadder@ wer fischt hier am rechten Rand ? Haben Sie für diese unverschämte und diffamierende Behauptung irgend einen Beweis ? Oder ist schon der Hinweis,daß die abgezuwerbenden Fachkräfte in ihren Heimatländern teuer ausgebildet wurden und nun dort fehlen ,eine "rechte Strömung" ? Den Vogel hat mal wieder die egozentrische Selbstdarstellerin Jutta Ditfurth abgeschossen ,die der angestrebten Bewegung antisemitische Tendenzen unterstellt hat. Das ist schwer zu toppen. Aber im selben Fahrwasser wie die Springer-Presse ,deren Erfüllungsgehilfen vermeintliche Linke sind .

  • 7
    5
    Freigeist14
    22.08.2018

    Wenn sich die beiden Apologeten des Antikommunismus hier einig sind kann die neue Bewegung nicht so falsch liegen. Schon vorher wissen die beiden,das daraus nichts werden kann . Das Lafontaine 1990 mit seiner Einschätzung der Kosten der Einheit richtig lag ging im Einheitsdusel unter . Und das Lafontaine 1998 das SPD-Wahlprogramm tatsächlich umzusetzten gedachte ,ging den Salon-Sozialisten um Schröder und Bodo Hombach gegen die Agenda.Vielleicht erinnert sich acals@ an die Bürger des Saarlandes,die an ihren ehemaligen Ministerpräsidenten mit Respekt und Wehmut zurück denken.

  • 2
    8
    acals
    22.08.2018

    @ralf66: Perfekt auf den Punkt gebracht. Es läßt sich dazu herleiten, dass bereits Marx darauf verwiesen hat - nur ist ihm sein eigener intrinsischer Fehler nicht bewusst geworden. Dazu hätte auch er in dieser Realsatire leben müssen.

    Was das Thema weiter angeht: Was Oskar anpackt, das wird ... Die Nachweise sind leicht erbracht, sie reichen von Entscheidungen nach der Wahl '90 zB auch zu seiner Zeit/Rücktrtitt als Finanzminister '99. Wer meint der arbeitet mit offenem Visier und dass man sich auf ihn verlassen kann - der ist bereits verlassen.

  • 2
    9
    ralf66
    22.08.2018

    Wieder eine neue Bewegung brauchen wir das, ich denke nein, wie steht hier im Artikel: ''Wir wollen etwas Neues!'' Ja gut das kennt man von der heutigen Politik, man hört ja in der Politik nichts anderes als reformieren, abschaffen, neu machen, anders machen, umgestalten, und lauter solche Schlagwörter. Altbewährtes erhalten und festigen geht gar nicht, etwas Neues muss gemacht werden, jetzt machen die aber meist nichts neu, die machen immer alles anders aber das wichtigste dabei ist, die machen bisher selten etwas besser, auf das besser machen kommt es eigentlich an, nicht auf das neu machen, neu ist nicht gleich besser! Wir haben doch links erlebt in der DDR, die Kommunisten haben Wasser gepredigt und Wein gesoffen. Den Menschen wurde seitens von der Partei- und Staatsführung eingebleut, bescheiden zu leben, zu arbeiten, keine Standesdünkel sollte mehr sein, eine breite Gleichheit und Brüderlichkeit sollte herrschen. Für den ganz großen Teil der Bevölkerung, ist das so auch eingetreten, aber die Führungsriege, die Funktionäre vom Parteisekretär aufwärts, konnten ohne Kapitalismus nicht leben, sie verdammten ihn zwar, aber lebten ihn, indem sie zum Beispiel alle Freuden des Konsums mit westlichen Artikeln genossen, dass spielte sich so übrigens in allen vom Kommunismus regierten Ländern ab, dort regierten und lebten die kommunistischen Regierungen und Führungspersönlichkeiten wie Adlige! Kommunisten sind nicht regierungsfähig, ohne Diktatur zu regieren ist ihnen nicht möglich, deshalb sollte man dieses linke Sammelbecken von Linkspolitikern, wie Wagenknecht und Lafontaine nicht unterstützen, von Propaganda wird nichts besser und satt wird davon auch niemand.

  • 0
    3
    Tauchsieder
    22.08.2018

    Die einen sagen, dass es rechts von uns keine demokratische Partei geben kann, und es gibt sie. Die "Linken" sind auch der Meinung linker geht`s nicht und es geht.
    Kommt einem doch der alte Spruch wieder in den Sinn - teile und herrsche -.

  • 3
    2
    Freigeist14
    22.08.2018

    Unglaublich. Herr Peduto macht doch allen Ernstes Frau Wagenknecht für eine bisher gescheiterte Annäherung der Parteien Linke/Grüne/SPD im Bundestag verantwortlich. Das Vertreter dieser Parteien keine Annäherung wollen und Wagenknecht nur der Anlass dafür ist hat die Vergangenheit zu oft gezeigt. Linke Feigenblätter in der SPD und bei den Grünen haben kaum Einfluss .An der Politik der Agenda 2010 und des Schönredens der Verwerfungen daraus,wird festgehalten .Die transatlantischen Freunde bei den Grünen finden nur Aggressivität bei Russland und der Finanzminister Scholz mimt die schwarze Null. Da gehört schon viel Courage dazu,auf diese Parteien zu zugehen und Schnittmengen zu betonen.

  • 1
    10
    Blackadder
    22.08.2018

    @Deluxe: DAS, was Sie beschreiben ist dann aber keine linke Sammlungsbewegung mehr, weil es linken Standpunkten elementar entgegen steht, z.B. der Internationalität der Arbeiterrechte, der Solidarität, des gelebten Antifaschismus.

    Und genau DAS ist auch mein größtes Problem mit "Aufstehen" - es fischt zu sehr am rechten Rand. Das halte ich für fatal, zumal, wenn man sich selbst als links bezeichnet.

  • 8
    2
    Deluxe
    22.08.2018

    Wichtig für einen Erfolg wird neben allen sozialen Aspekten sein, daß die neue Bewegung sich darauf besinnt, für wen sie eigentlich Politik machen will.

    Das ist derzeit eins der großen Probleme der drei "linken" Parteien in Deutschland und vieler linker Parteien Europas:
    Daß Bürger und Europäer überhaupt sich nicht mehr sicher sein können, ob dort wirklich Politik für Europa gemacht wird oder ob man eher andere Kontinente im Blick hat.

    Frau Wagenknecht ist die einzige in ihrer Partei, die irgendwann schonmal klar bekannt hat, daß Deutschland und Europa nicht den Rest der Welt aufnehmen, beherbergen und alimentieren können.
    Daß ein ungesteuerter, unkontrollierter Zuzug von Millionen Menschen, die zum größten Teil nicht für den westeuropäischen Arbeitsmarkt und dessen Anforderungen geeignet sind, auf Dauer nicht möglich und auch nicht zu verkraften ist.

    Sollte diese Besinnung innerhalb der Bewegung tatsächlich stattfinden, gibt es eine reale Chance. Wenn nicht, ist die Sache bereits jetzt gescheitert.

  • 1
    8
    osgar
    22.08.2018

    Zwei Millionäre gründen eine Bewegung.
    Was wollen die bewegen?

  • 4
    4
    Hankman
    22.08.2018

    Dass bisher im Bundestag aus der rot-rot-grünen Mehrheit nichts geworden ist, kann man - anders als der Autor es nahelegt - keineswegs nur den Linken vorwerfen. Auch SPD und Grüne hatten auf Bundesebene bisher kein wirkliches Interesse daran, eine solche Koalition zu bilden und einen klaren Politikwechsel herbeizuführen. Es gibt bei allen drei Parteien Positionen, die für sie derzeit nicht verhandelbar sind. Damit da etwas zusammengeht, müssten zum Beispiel die Linken ihre Ablehnung der Nato überdenken und die SPD sich zumindest von Teilen der Hartz-IV-Reform verabschieden. Im Moment sehe ich das nicht.

    Aber was aus der linken Sammlungsbewegung wird, sollte man sich in Ruhe anschauen. Und wenn die eine breite Basis findet, ist es ja nicht so, dass Wagenknecht und Lafontaine allein bestimmen könnten, wohin die Reise geht. Da reden viele andere mit, hoffentlich. Dass SPD, Grüne und Linke von dem Projekt nicht begeistert sind, liegt auf der Hand: Da könnte ihnen eine Konkurrenz erwachsen, die vielleicht zustande bringt, woran sie bisher gescheitert sind. Aber warum nicht mal etwas Neues ausprobieren? Selbst wenn das Projekt letztlich scheitern sollte, gibt es auf dem Weg eine Menge zu lernen und zu erproben.



Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
Mehr erfahren Sie hier...