Freie Presse auf Google News folgen
Die „Freie Presse“ feiert in diesem Jahr 80. Geburtstag. Im Druckzentrum können Besucher am 14. Juni die Produktion erleben und Fragen stellen. Ein Blick auf die Geschichte der Zeitung zeigt: „Frei“ war sie nicht immer.
Wer entscheidet, welche Themen in der Zeitung stehen? Wie finden Redakteure die passenden Ansprechpartner? Und wie funktioniert moderner Zeitungsdruck? Zum 80. Geburtstag der „Freien Presse“ öffnet das Unternehmen seine Türen für Besucher. Neben Einblicken in die Arbeit der Redaktion und das Druckzentrum gibt es ein buntes Begleitprogramm.
Den Grundstein für die „Freie Presse“, wie es sie heute gibt, legte die sowjetische Militäradministration 1945. In diesem Jahr hat sie auch in Sachsen nach dem Zweiten Weltkrieg wieder Zeitungen zugelassen.
Damals waren Zeitungen noch klar einer Partei zugeordnet und dienten ihr als Kommunikationsorgan. Und so erschien im August des Jahres die erste „Volkszeitung“ der KPD mit einer Lokalseite Chemnitz/Erzgebirge. Noch im gleichen Jahr gab es die erste Ausgabe der „Volksstimme“ als Zeitung der SPD, ebenfalls mit einer Chemnitzer Lokalseite.
Unter der SED entstand die erste Ausgabe der „Freien Presse“
Das entscheidende Datum für das 80. Jubiläum ist der 20. Mai 1946. An diesem Tag erschien die erste Ausgabe der nun vereinten Zeitungen als „Volksstimme“ in Chemnitz. Am gleichen Tag erschien auch die erste „Freie Presse“ in Zwickau. Beide können als historische Ausgaben als E-Paper bis heute nachgelesen werden. Seit 1963 sind beide Zeitungen vereint - in den ersten Jahren allerdings unter der Partei SED.
In der DDR war die regionale Zeitung rund um Chemnitz kaum frei in ihrer Arbeit. Artikel mussten zwar vor der Veröffentlichung nicht SED-Parteifunktionären vorgelegt werden. Dennoch sollten sich Redakteure an sogenannte Argumentationshinweise der Partei halten. Von Vorgaben zu konkreten Formulierungen bis zum Weglassen ganzer Themenfelder wurde so doch vorgegeben, was erlaubt war.
Zwischen Leserbriefen und Kommentaren auf Facebook
Damit haderte auch ein Teil der Redaktion. Damalige Mitarbeiter sprachen von „zu viel Einfalt, zu wenig Vielfalt“. Mit ihren eigenen Mitteln bemühte sich die Redaktion trotz allem um Authentizität und Lesernähe. Zu DDR-Zeiten kamen in der Redaktion jährlich 15.000 bis 20.000 Leserbriefe an – auch kritische. Über die Jahre sind es weniger Briefe geworden, die per Post eintreffen – dafür kommentieren nun täglich im Schnitt 900 Menschen die Beiträge der „Freien Presse“ auf den Sozialen Medien.
Facebook, Instagram und seit wenigen Jahren auch Tiktok: Auf Social Media hält die Redaktion die Menschen der Region täglich auf dem Laufenden. Im Netz ist die Tageszeitung seit mittlerweile 30 Jahren vertreten. Im Mittelpunkt steht die Website freiepresse.de, auf der den ganzen Tag aktuelle Artikel veröffentlicht werden. Dort findet auch Live-Berichterstattung statt. Seit 2015 können Leser die News-App direkt auf ihrem Smartphone nutzen.
Egal ob Landespolitik, Wirtschaftsnews oder Kulturtipps: Über die vergangenen Jahre hat die „Freie Presse“ zahlreiche Newsletter entwickelt, die regelmäßig in die E-Mail-Postfächer ihrer Abonnenten flattern. Zwischen Automatisierung und künstlicher Intelligenz wird sich die Redaktion und damit ihre Zeitung auch in Zukunft weiterentwickeln.
Medien-Erlebnistag am 14. Juni: Zeitung live erleben
Um den 80. Geburtstag des führenden Medienhauses in Südwestsachsen zu feiern, lädt das Unternehmen am Sonntag, den 14. Juni zum Medien-Erlebnistag in das Druckzentrum in Chemnitz ein. Von 10 bis 17 Uhr können Besucher die riesigen Druckmaschinen erleben, die in rasanter Geschwindigkeit Zeitungen herstellen.
Die Redaktion gibt Einblicke, wie aus Ereignissen Nachrichten werden. „Wer Fragen oder Anregungen hat, wem etwas nicht gefällt oder wer etwas super findet, kann mit unseren Redakteurinnen und Redakteuren vor Ort ins Gespräch kommen“, sagt Chefredakteur Torsten Kleditzsch. „Wir freuen uns darauf.“
Stapler-Wettkampf und hoch hinaus auf dem Rad
Daneben gibt es ein Familienprogramm mit Kinderaktionen, Mitmachständen, Gewinnspielen und vielen Überraschungen für Groß und Klein.
Im Stapler-Cup tritt Deutschlands Gabelstapler-Elite von 10 bis 15 Uhr im Druckzentrum gegeneinander an. In fünf Parcours werden Konzentration, Präzision und Schnelligkeit getestet. Am Ende stehen die acht besten Staplerfahrer für das Finale in Aschaffenburg fest.
Um 14 Uhr gibt es auf dem Areal eine professionelle Bike-Show. Profi-Trialfahrer Hannes Herrmann und Trial-Weltmeister Marco Hösel zeigen Sprünge und Tricks auf zwei Rädern.
Auf der Blaulicht-Meile präsentieren Feuerwehr und Polizei den ganzen Tag ihre Fahrzeuge und geben Einblicke in ihre Arbeit. An Foodtrucks können sich alle Besucher mit Speisen und Getränken stärken und Pause machen.
Der Eintritt auf das Gelände des Druck- und Medienzentrums auf der Winklhoferstraße 20 ist kostenlos. Alle wichtigen Informationen sowie einen Lageplan finden Interessierte unter freiepresse-mediengruppe.de/erlebnistag. (leisa mit mz)





