Grüne wählen "Katja aus dem Plattenbau und Wolfram von den Montagsdemos"

Beim Parteitag in Chemnitz stellen die sächsischen Grünen ihre Liste für die Landtagswahl auf. Bundesparteichef Robert Habeck lobt die Parteifreunde - und warnt sie.

Chemnitz .

Die Grünen haben beim Parteitag in Chemnitz ihr Spitzenduo für die Landtagswahl bestimmt: Auf Platz eins wurde die Landtagsabgeordnete Katja Meier mit  knapp 97,3 Prozent der Stimmen gewählt. Der Vorsitzende der Landtagsfraktion, Wolfram Günther, erhielt rund 90,1 Prozent Zustimmung.

Meier lobte in ihrer Bewerbungsrede, dass "gerade etwas Neues" in Sachsen passiert: "Es fühlt sich wie Aufbruch an." Sie erinnerte daran, dass einem Bundesland auch ein Regierungswechsel gut tun könne. Sie habe das selbst beispielsweise in Nordrhein-Westfalen beim Studium erlebt: "Ich bin nicht nach Sachsen zurückgekommen, um zuzuschauen, wie die CDU die Zukunft unserer Heimat weiter gefährdet." Wolfram Günther sagte: "Dieses Land hat es verdient, dass wir endlich mal den Knoten platzen lassen."

Sowohl Meier als auch Günther vermieden allerdings, sich für oder gegen eine Koalition auszusprechen. Sie blieben dabei auf der Linie, die die Grünen bei einem Parteitag im September festgelegt hatten. Dort einigte man sich darauf, zwar die Macht der CDU brechen zu wollen. Gespräche mit der Union würden sie sich aber nicht verweigern, wie Fraktionschef Günther damals deutlich gemacht hatte.

Der Parteitag war am Vormittag von Bundesparteichef Robert Habeck mit einem Grußwort eröffnet worden. Er machte seinen sächsischen Parteifreunden Mut, warnte sie aber auch: Die Menschen würden den Grünen eine "Hoffnungshaltung" entgegenbringen. Damit sei aber auch eine "ungeheure Verantwortung verbunden", die man nicht enttäuschen dürfe: "Wenn wir Teil der Enttäuschung werden, geht mehr kaputt als ein grünes Wahlergebnis", sagte Habeck. Nach den Reden von Meier und Günther, die beide von ihren Lebensläufen berichtet hatten, beglückwünschte er die beiden als "Katja aus dem Plattenbau und Wolfram von den Montagsdemos" zu ihrer Wahl.

Die Grünen wollen in Chemnitz eine Landesliste mit insgesamt 30 Plätzen aufstellen. Bis Platz 20 werden die Plätze einzeln vergeben, danach wird als Block gewählt. Momentan liegt die Partei in Umfragen bei neun Prozent.

Bewertung des Artikels: Ø 4.3 Sterne bei 4 Bewertungen
1Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 3
    5
    Interessierte
    14.04.2019

    Wen interessiert denn , wo die Katja wohnt ?
    Und alle anderen wohnen wohl in den neuen Stadtvillen oder Eigenheimen , womit die Reichen von den Armen getrennt wurden - hier im Osten ?



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