Die IG Metall hat Proteste gegen die Pläne für Stellenabbau bei IAV angekündigt. (Symbolbild)
Die IG Metall hat Proteste gegen die Pläne für Stellenabbau bei IAV angekündigt. (Symbolbild) Bild: Julian Stratenschulte/dpa
Sachsen
IAV streicht 1.400 Stellen - auch Stollberg betroffen: IG Metall kündigt Proteste an

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IAV-Mitarbeiter bangen um ihre Zukunft: Der Stammsitz in Berlin soll fast komplett schließen. Proteste sind bereits angekündigt. Was sagt das Unternehmen zur Begründung?

Berlin.

Der Automobil-Entwicklungsdienstleister IAV will bundesweit rund 1.400 Stellen abbauen, vor allem in Berlin. Das sagte ein Sprecher des Unternehmens auf dpa-Anfrage. Die Gewerkschaft IG Metall hat Proteste dagegen angekündigt. Nach Angaben des Unternehmens wurden die Mitarbeiter am Morgen über die Pläne informiert. Das Betriebsgelände in Berlin-Charlottenburg soll bis spätestens 2027 veräußert werden, ein "kompakter Kern" der Beschäftigten aber in der Hauptstadt bleiben. 

Den übrigen Mitarbeitenden des Dienstleisters werde ein Wechsel nach Gifhorn in Niedersachsen angeboten. Ziel des Stellenabbaus ist IAV zufolge, Überkapazitäten abzubauen und die Organisation an veränderte Marktbedingungen anzupassen. "Die Maßnahmen sind Teil der Transformation, mit der IAV langfristig Wettbewerbsfähigkeit sichern und hochwertige Engineering-Arbeitsplätze in Deutschland erhalten will." 

IG Metall kritisiert die Stellenstreichungen 

Die IG Metall Berlin-Brandenburg-Sachsen kritisierte die Pläne als verantwortungslos. Eine Schließung des Stammsitzes Berlin mit 1.250 Beschäftigten werde die Gewerkschaft nicht hinnehmen. 

Das IAV-Management habe keinen Plan und keine Idee, um das Unternehmen in eine gute Zukunft zu führen. Statt eine Strategie für eine langfristige Sicherung der Arbeitsplätze vorzulegen, setze die Geschäftsführung die Axt an. "Dies wird auf massiven Widerstand der IG Metall und der Beschäftigten stoßen." 

Der Erste Bevollmächtigte der IG Metall Chemnitz, Eddie Kruppa, wies darauf hin, dass von den Abbauplänen auch Stollberg in Sachsen betroffen sei. "Die Kolleginnen und Kollegen werden sich gemeinsam und solidarisch dagegenstellen." Proteste gegen die Stellenstreichungen in Berlin sind bereits für die kommende Woche angekündigt. 

Giffey bietet weitere Gespräche an 

Berlins Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey, betonte auf dpa-Anfrage, Berlin kämpfe für den Erhalt der Arbeitsplätze. "Der angekündigte massive Stellenabbau und die drohende Schließung des Berliner IAV-Stammsitzes sind ein schwerer Schlag", so die SPD-Politikerin. "In mehreren Gesprächen habe ich der Geschäftsführung klar angeboten, gemeinsam Lösungen für den Erhalt des Standorts zu entwickeln und mit unserer Wirtschaftsfördergesellschaft Berlin Partner Unterstützungsangebote gemacht." 

Berlin stehe bereit, über Lösungen für die Zukunft zu sprechen. "Jetzt ist das Unternehmen gefordert, Verantwortung zu übernehmen und eng mit dem Betriebsrat zusammenzuarbeiten, statt den Standort vorschnell aufzugeben." (dpa)

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