Freie Presse auf Google News folgen
Mit ungewöhnlichen Fragen wie "Sächseln Juden eigentlich auch?" wirbt Sachsen für mehr Dialog. Eine neue Kampagne soll Vorurteile abbauen und Wissen vermitteln.
Mit einer landesweiten Kampagne gegen Antisemitismus wollen Sachsen und das European Leadership Network (ELNET) mehr Wissen über jüdisches Leben und Israel vermitteln. Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) stellte in Dresden die Initiative "Fragemauer" vor, die Bürgerinnen und Bürger zum Dialog ermuntern soll.
Die Kampagne ist Teil des Themenjahres "Tacheles. Jahr der jüdischen Kultur in Sachsen 2026" und wird zunächst sechs Wochen lang im öffentlichen Raum, in Vereinen, Kulturorten und Unternehmen sichtbar sein. Eine zweite Phase ist für September geplant.
Humorvolle Fragen als Gesprächsanstoß
Die drei eigens für Sachsen entwickelten Motive greifen Fragen wie "Sächseln Juden eigentlich auch?" oder "Ist die Eierschecke koscher?" auf. Ziel ist es nach Angaben der Veranstalter, Neugier zu wecken und Berührungsängste abzubauen.
"Es ist wichtiger denn je, Haltung zu zeigen und aktiv gegen Antisemitismus einzutreten", sagte Kretschmer. Viele Vorurteile entstünden dort, "wo Wissen fehlt und persönliche Begegnungen ausbleiben".
135.000 Euro Förderung vom Freistaat
ELNET-Geschäftsführer Carsten Ovens verwies auf einen Anstieg antisemitischer Vorfälle. "Judenhass und israelbezogener Antisemitismus nehmen immer stärker zu", sagte er. Die "Fragemauer" solle deshalb mit Dialog und Bildung Menschen ins Gespräch bringen.
Der Freistaat Sachsen unterstützt die Kampagne mit 135.000 Euro. Sie soll auch auf die deutsch-israelischen Beziehungen aufmerksam machen. (dpa)





