Sachsen Bauministerin Regina Kraushaar fordert mehr Tempo für den Wohnungsbau und weniger Vorschriften. (Archivbild/ Illustration)
Sachsen Bauministerin Regina Kraushaar fordert mehr Tempo für den Wohnungsbau und weniger Vorschriften. (Archivbild/ Illustration) Bild: Jan Woitas/dpa
Sachsen
Kraushaar fordert Tempo und weniger Regeln für Wohnungsbau

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Wohnungen fehlen, Baukosten steigen: Sachsens Bauministerin Regina Kraushaar schlägt Alarm und fordert, dass Bund und Länder gemeinsam die Bauvorschriften entrümpeln.

Dresden.

Sachsens Infrastrukturministerin Regina Kraushaar (CDU) will sich mit Blick auf die Baubranche für schnellere Verfahren, verlässliche Investitionen und weniger Vorschriften einsetzen. Vor der Sonderkonferenz der Bauminister am kommenden Donnerstag in Berlin machte sie klar, dass Bund und Länder gemeinsam handeln müssen, damit Wohnungsbau, Projekte der Infrastruktur und kommunale Investitionen wieder umgesetzt werden können. 

Ministerin: Der Bau steckt an vielen Stellen fest

"Der Bau steckt leider nicht nur an einer Stelle fest, sondern an vielen zugleich. Kosten, Verfahren, Standards und Finanzierung bremsen Projekte aus. Deshalb reicht kein einzelner Hebel", sagte Kraushaar auf einer Konferenz des Bauindustrieverbandes Ost in Dresden. Wer wieder mehr bauen wolle, müsse Genehmigungen beschleunigen, Normen auf den Prüfstand stellen und Investitionen planbar machen. 

Kraushaar zufolge will Sachsen "digital, pragmatisch und nah an der Praxis" daran mitwirken. Das gehe nur mit dem Bund gemeinsam. Hintergrund ihrer Ansage sind die anhaltend schwierigen Bedingungen für die Bauwirtschaft. Bundesweit wurden 2025 so wenige Wohnungen fertiggestellt wie seit mehr als zehn Jahren nicht. Zugleich belasten hohe Baukosten, unsichere Lieferketten, Finanzierungskosten und komplexe Vorgaben die Branche. 

Auftragseingänge und Umsätze im Bauhauptgewerbe rückläufig

Auch in Sachsen zeigen aktuelle Zahlen des Bauindustrieverbandes Ost, dass im ersten Quartal 2026 Auftragseingänge und Umsätze im Bauhauptgewerbe zurückgingen. Im öffentlichen Bau legten die Auftragseingänge dagegen zu. Laut Kraushaar müsse die öffentliche Hand gerade in dieser Lage verlässlich bleiben: "Infrastruktur ist nicht alles, aber ohne Infrastruktur ist alles nichts." Straßen, Brücken, Wohnraum und kommunale Gebäude seien die Grundlage für wirtschaftliche Stärke und Vertrauen in staatliche Handlungsfähigkeit.

Ministerin hält Nachdenken über Baustandards für notwendig

"Wir müssen ehrlicher darüber reden, welche Standards wirklich nötig sind und welche das Bauen einfach immer nur teurer machen", betonte die Ministerin. Das bedeutet keinesfalls weniger Sicherheit, aber mehr Augenmaß und eine durchaus kritische Haltung zu den vorhandenen Normen. "Wer bezahlbares Bauen will, muss auch bereit sein, Vorschriften zu vereinfachen." 

"Gegen Wohnungsmangel hilft am Ende vor allem, dass wieder mehr gebaut wird. Wenn man so will, muss für das vorhandene Kapital mehr Bausubstanz 'hinten raus kommen'", erklärte Kraushaar. Dafür brauchten Kommunen, Bauwirtschaft und Bauherren klare Entscheidungen, schnellere Verfahren und praxistaugliche Regeln. (dpa)

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