Lange hatte Gil Ofarim zu seinem „Davidstern-Skandal“ geschwiegen. Doch jetzt hat er sich aus dem Dschungelcamp der RTL-Show „Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!“ plötzlich bei allen Leipzigern und Sachsen für den „Vorfall“ entschuldigt.
Lange hatte Gil Ofarim zu seinem „Davidstern-Skandal“ geschwiegen. Doch jetzt hat er sich aus dem Dschungelcamp der RTL-Show „Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!“ plötzlich bei allen Leipzigern und Sachsen für den „Vorfall“ entschuldigt. Bild: Bild: RTL/dpa
Sachsen
Nach Leipziger „Davidstern-Skandal“ jetzt im Dschungelcamp: Gil Ofarim richtet sich plötzlich an alle Sachsen

Plötzlich bricht Gil Ofarim im Dschungelcamp doch noch sein Schweigen zu seinem Leipziger „Davidstern-Skandal“. Doch was er dazu sagt, sorgt bei vielen Zuschauern für Verwunderung.

Murwillumbah/Leipzig.

Seit seinem Einzug bei „Ich bin ein Star - Holt mich hier raus!“ haben die Mitcamper Gil Ofarim immer wieder damit konfrontiert: Vor allem Ariel geht den jüdischen Musiker oft an, will mehr über den Leipziger „Davidstern-Skandal“ erfahren. Der Sänger blieb bislang aber stumm, wehrte alle Nachfragen ab, weil er wegen einer Verschwiegenheitserklärung darüber nicht sprechen dürfe, wie er mehrfach beteuert hat. Nun hat sich der 43-Jährige aber doch noch zu dem „Vorfall“, wie er den Skandal selbst nennt, geäußert. Was er sagt, empfinden aber nicht wenige als merkwürdig.

Ofraim: Das tut mir leid, das wollte ich nicht

Denn am Dschungeltelefon richtet sich Gil an die Menschen in Sachsen und speziell in Leipzig: „Was mir wichtig ist, zu sagen: Der Vorfall ereignete sich in Leipzig, hatte aber nie etwas mit der Stadt Leipzig, mit dem Bundesland Sachsen zu tun“, erklärt er da. „(...) Wenn das so rübergekommen ist, dann möchte ich mich entschuldigen bei den Bürgern von Leipzig und allen, die sich angesprochen fühlen in Sachsen. Das tut mir leid, das wollte ich nicht.“

Verfahren endete mit Geständnis

Rückblick: Im Jahr 2021 hatte der jüdische Musiker Gil Ofarim ein Video in den sozialen Medien hochgeladen, in dem er einen Mitarbeiter eines Leipziger Hotels, beschuldigte, sich ihm gegenüber antisemitisch verhalten zu haben. So behauptete Ofarim, dass der Mitarbeiter ihn aufgefordert habe, seine Kette mit Davidstern abzunehmen, sonst dürfe er nicht einchecken. Der Hotelmitarbeiter bestritt diese Vorwürfe vehement und zeigte Ofarim wegen Verleumdung an.

Das Video ging viral, vor dem Hotel gab es Proteste. Wer Vorurteile gegenüber Sachsen hegte, fühlte sich damals bestätigt. Der betroffene Hotelmitarbeiter wurde zunächst suspendiert und bekam Morddrohungen. Im November 2023 begann dann der Prozess vor dem Landgericht Leipzig. Er endete mit einem überraschenden Geständnis: Ofarim räumte ein, gelogen zu haben: „Die Vorwürfe treffen zu. Ich möchte mich entschuldigen. Es tut mir leid. Ich habe das Video gelöscht.“

Das Verfahren wurde gegen eine Geldauflage von 10.000 Euro eingestellt, ohne dass es zu einem Schuldspruch kam. Nach dem Prozess zog sich Ofarim weitgehend aus der Öffentlichkeit zurück. Im vergangenen Jahr kehrte er auf die Bühne zurück.

„Völlig daneben“, „Unfassbar, raus bitte!“: So reagiert das Netz auf Ofarims Entschuldigung

Das Netz reagiert überwiegend mit Ironie und Häme auf Ofarims Worte im Dschungelcamp. „Gil entschuldigt sich bei jedem, außer beim Hotelmitarbeiter“, kommentiert einer. „Junge, was redet der Gil da?“, postet eine andere Zuschauerin, während eine andere fordert: „Unfassbar, raus bitte!“ „Man braucht auch keine Offenlegung, sondern einfach mal Ehrlichkeit. Das schafft er nicht. Damit hat er seine Chance nicht genutzt“, merkt ein weiterer User merkt an, während ein anderer urteilt: „Die Entschuldigung von Gil war sowas von daneben. Ich bin auch für „jeder hat eine zweite Chance verdient“, aber diese Lüge wurde 2 Jahre aufrecht gehalten, das ist kein Fehler mehr, sorry…“ Für einen weiteren ist Ofarim daher „einfach ein mit seiner Art manipulativer, nicht sehr guter Schauspieler“.

Es gibt aber auch Zuschauer, die Gil Ofarim verteidigen: „Vor Gericht hat ihm der Anwalt wahrscheinlich geraten, diesen Deal anzunehmen, weil die Beweislage nicht für ihn, aber auch nicht komplett gegen ihn gesprochen hat“, mutmaßt einer. „Die Bürger haben sich eine Meinung schon gemacht, bevor der Prozess überhaupt war.“

Soap-Star Dürr: „Gil, du musst jetzt liefern“

„Du musst jetzt liefern“: Soap-Star Stephen Dürr forderte vor seinem Rauswurf am Dienstag von Gil Ofarim im Dschungelcamp noch einmal mehr Offenheit im Umgang mit dem Leipziger „Davidstern-Skandal“.
„Du musst jetzt liefern“: Soap-Star Stephen Dürr forderte vor seinem Rauswurf am Dienstag von Gil Ofarim im Dschungelcamp noch einmal mehr Offenheit im Umgang mit dem Leipziger „Davidstern-Skandal“. Bild: IMAGO/Gartner

In der RTL-Show hatte Soap-Star Stephen Dürr vor seinem Rauswurf am Dienstag Gil Ofarim noch einmal ins Gewissen geredet. Er akzeptiere zwar, dass Gil aufgrund der Verschwiegenheitsklausel im Dschungelcamp nicht über das Thema sprechen wird, sagte Dürr. Er findet aber auch: „Eine Entschuldigung für diese ganze Thematik kann darin nicht ausgeschlossen werden.“ Dürrs Wunsch an Gil: „Dass du nach vorne trittst und sagst ‚Das ist scheiße gelaufen‘. Ich nehme die Kritik an – und dann wird das alles auch wieder abebben.“

Ofarim: Es wird niemals eine völlige Offenlegung geben

Gil Ofarim bleibt aber bei seiner Linie. Statt öffentlich im Dschungelcamp reinen Tisch zu machen, irritiert der Musiker mit Aussagen, die den Eindruck erwecken könnten, dass das damals in dem Leipziger Hotel vielleicht doch alles ganz anders war. So erklärte er kürzlich am Dschungeltelefon: „Ich habe damals diese drei Zeilen verlesen und habe die Schuld auf mich genommen. Es ging nur so. Meine Kinder bedeuten mir alles und ich hätte sie sehr wahrscheinlich … Ich darf darüber nicht reden, tut mir leid.“ Mitcamper Dürr hat es trotzdem noch mal versucht. „Wenn du sagst, du darfst nichts sagen, bedeutet das, dass da noch etwas nicht öffentlich ist, was für viele etwas erklären könnte“, redete Dürr auf Ofarim ein. „Das könnte das Dilemma, das du hast, vielleicht auflösen.“ Musiker Ofarim entgegnete aber: „Es wird hier niemals die völlige Offenlegung geben und alle werden wissen, was passiert ist und wie es passiert es und warum ich nichts sagen darf.“ Denn wenn er das täte, drohe ihm eine sehr hohe Geldstrafe.

Leipziger Anwalt: Gibt keine Verschwiegenheitspflicht

Fakt ist: Ofarim hat tatsächlich eine Unterlassungserklärung unterschrieben. „Darin verpflichtet sich Gil Ofarim gegenüber unserem Mandanten, bestimmte Handlungen und Aussagen strafbewehrt zu unterlassen“, erklärte jetzt Daniel Baumgärtner, Leipziger Rechtanwalt des zu Unrecht beschuldigten Hotelmitarbeiters „Die Handlungen und Aussagen betreffen die dem Strafverfahren vor dem Landgericht Leipzig zugrunde gelegenen Vorwürfe.“ Einen darüber hinausgehenden Schweigedeal gebe es aber nicht, stellte Baumgärtner klar. (juerg)

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