Dschungelkönig Gil Ofarim hatte in der RTL-Show „Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!“ lange zum Davidstern-Skandal geschwiegen - und dann im Camp erneut Zweifel daran gesät, dass er einem Leipziger Hotelmitarbeiter zu Unrecht Antisemitismus angedichtet hatte.
Dschungelkönig Gil Ofarim hatte in der RTL-Show „Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!“ lange zum Davidstern-Skandal geschwiegen - und dann im Camp erneut Zweifel daran gesät, dass er einem Leipziger Hotelmitarbeiter zu Unrecht Antisemitismus angedichtet hatte. Bild: Rolf Vennenbernd/dpa
Sachsen
Fall Ofarim: So viel Geld erhält der Leipziger Hotelmitarbeiter jetzt

Nach dem Leipziger Davidstern-Skandal und dem Dschungelcamp-Sieg Gil Ofarims hatte ein Youtuber zu Spenden für den fälschlich beschuldigten Leipziger Hotelmitarbeiter aufgerufen. Jetzt darf sich Markus W. über eine fünfstellige Summe freuen.

Leipzig.

Während die einen Gil Ofarim als Dschungelkönig der RTL-Show „Ich bin ein Star - Holt mich hier raus!“ feierten, waren viele andere entsetzt und enttäuscht. Sie ärgerten sich, dass sich der 43-Jährige im Camp „als Opfer inszenieren“ und erneut falsche Behauptungen aufstellen durfte. Statt im TV alle offenen Fragen endlich zu klären, säte der jüdische Musiker erneut Zweifel: So stellte er zum Beispiel wieder die Beweise infrage, die vor Gericht belegt hatten, dass er einen Leipziger Hotelmitarbeiter zu Unrecht beschuldigt hatte, sich ihm gegenüber antisemitisch verhalten zu haben - und das, obwohl er in dem Prozess damals eingeräumt hatte, gelogen zu haben: „Die Vorwürfe treffen zu. Ich möchte mich entschuldigen. Es tut mir leid.“.

Markus W. hat Zeit voller Hass hinter sich

Der Youtuber und TikToker Sanijel Jakimovski hatte deshalb Mitte Februar zu Spenden aufgerufen – um den Fokus auf das Opfer zu richten. Damit sich der Leipziger Hotelmitarbeiter Markus W. „gesehen, verstanden und geschätzt fühlt“, wie Influencer Jakimovski es selbst formulierte. So hatte der Leipziger Hotelmitarbeiter nach den Anschuldigungen Ofarims eine Zeit voller Hass, Zweifel und Anfeindungen ertragen müssen, nachdem der jüdische Musiker in einem Video behauptet hatte, er habe nicht ins Hotel einchecken dürfen, wenn er seine Kette mit einem Davidstern-Anhänger nicht abnähme. Wer Vorurteile gegenüber Sachsen gehegt hatte, fühlte sich damals bestätigt. Es gab Proteste vor dem Hotel. Markus W. wurde zunächst suspendiert und bekam Morddrohungen.

Hotelmitarbeiter will Teil des Geldes selbst wieder spenden

Markus W. meldete sich jetzt nach dem Spendenaufruf für ihn selbst zu Wort - und ließ mitteilen, dass einen Teil des gesammelten Geldes an wohltätige Organisationen spenden wolle - darunter an „HateAid“, eine deutsche gemeinnützige Organisation, die sich gegen Hass im Internet einsetzt und Betroffene von digitaler Gewalt unterstützt. Auch an den Leipziger Verein „Minilöwen“, der sich für Frühgeborene und kranke Neugeborene sowie deren Familien einsetzt, soll Geld gehen. Einen Teil will Markus W. demnach aber auch für „Zeit für mich und meine Familie, die zu jeder Zeit an meiner Seite stand“, verwenden. Zum Ende seiner Nachricht an Jakimovski erklärt Markus W.: „Richte den lieben Menschen, die dazu beitragen, bitte viele herzliche Grüße aus. Ich bin unendlich dankbar für den Zuspruch und weiß das sehr zu schätzen.“

So viel ist zusammengekommen

Jetzt ist klar, wie viel Geld zusammengekommen ist. Auf Instagram teilte Jakimovski mit: „Die Spendenaktion erreichte einen Stand von 20.635 Euro.“ Am Montag sei dieser Betrag an Markus W. weitergeleitet worden. Insgesamt 972 Spenden seien eingegangen - darunter viele 1- oder 2-Euro-Spenden. „Aber egal ob 1 Euro oder 100 Euro – jeder einzelne Cent war ein Zeichen gegen die Ungerechtigkeit.“, schreibt Jakimovski. „Danke für dieses krasse Signal!“ (juerg)

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