Aktivisten der Klimaschutzbewegung Extinction Rebellion haben mit einer Straßenblockade in Dresden erneut für eine Verkehrswende hin zu klimafreundlicher Mobilität demonstriert.
Aktivisten der Klimaschutzbewegung Extinction Rebellion haben mit einer Straßenblockade in Dresden erneut für eine Verkehrswende hin zu klimafreundlicher Mobilität demonstriert. Bild: Jörg Schurig/dpa-Zentralbild/dpa
Sachsen
Straßenblockade für sichere Rad- und Fußwege in Dresden

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Weniger Stau für alle: Ein gut ausgebauter öffentlicher Nahverkehr sowie sichere Fuß- und Radwege könnten den Autoverkehr entlasten und Städte lebenswerter machen, meinen Klimaschützer.

Dresden.

Aktivisten der Klimaschutzbewegung Extinction Rebellion (XR) Dresden machen sich weiter für eine Verkehrswende stark. Am Donnerstagvormittag blockierten sie viermal sieben Minuten lang eine vielbefahrene Kreuzung am Rande der Innenstadt - nur die Fahrradspuren blieben frei. An der Aktion beteiligten sich 18 Frauen und Männer. Organisator Christian Bläul (44) verteilte an die wartenden Autofahrer Handzettel und versuchte, mit ihnen ins Gespräch zu kommen. Bläul ist Physiker und der führende Kopf von Extinction Rebellion in Dresden. 

Aktion für sichere Fuß- und Radwege in Dresden

Für ihren Protest hatten die Aktivisten diesmal den Straßburger Platz gewählt, an dessen Rand sich auch die Gläserne Manufaktur von Volkswagen befindet. Unter dem Motto "Nimm Platz – auf dem Rad. Oder in der Bahn. Oder geh zu Fuß" warben die Aktivisten für klimafreundliche Mobilität. Bis auf vereinzeltes "Protest-Hupen" zeigten die allermeisten Autofahrer Verständnis. XR verlangt sichere Fuß- und Radwege und einen zuverlässigen öffentlichen Nahverkehr. Die Forderungen richten sich an Stadtrat und Stadtverwaltung Dresden.

Aktivisten verweisen auf Luftverschmutzung und Verkehrslärm

Die Aktivisten verweisen auf die gesundheitlichen und klimatischen Folgen des Individualverkehrs mit dem Auto. "Luftverschmutzung, Verkehrslärm, Hitzeinseln und Flächenversiegelung belasten besonders Menschen in dicht besiedelten Städten. Frauen sind dabei häufig stärker von Gesundheitsfolgen betroffen, weil sie im Alltag häufiger zu Fuß, mit dem Fahrrad oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs sind und dadurch stärker Verkehrslärm und Luftverschmutzung ausgesetzt sein können."

Klimakrise lässt sich gemeinsam meistern

"Von Menschen erzeugtes CO₂ sorgt für gewaltige zusätzliche Energiemengen, gemessen in Zettajoule. Diese Energie verschwindet nicht. Sie heizt Ozeane, Städte und Wetterextreme auf", argumentierte Bläul. Wer heute sichere Radwege, einen guten öffentlichen Nahverkehr und weniger Autoverkehr fordere, kämpfe für Gesundheit, Sicherheit und eine lebenswerte Zukunft. "Ich bin sicher, dass wir die Klimakrise meistern können: gemeinsam."

XR: Verkehrswende nicht gegen Menschen mit Auto gerichtet

XR Dresden betonte, dass eine Verkehrswende nicht gegen Menschen mit Auto gerichtet ist. Der Anteil des Autoverkehrs an der Mobilität nehme ab. Die Hälfte aller Wege werde inzwischen zu Fuß oder mit dem Fahrrad zurückgelegt. Dresden habe sich in den vergangenen Jahren zu einer Top-Adresse für aktive Mobilität entwickelt. Nun müsse man dieser neuen Realität auch baulich Rechnung tragen, hieß es. 

Extinction Rebellion (Aufstand gegen das Aussterben) ist eine international agierende Umweltschutzorganisation, die Mittel des zivilen Ungehorsams nutzt, um auf drängende Probleme wie die Klimakrise und das Artensterben hinzuweisen. (dpa)

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