Auftragslage sorgt für gute Stimmung bei Starrag

Vor 20 Jahren übernahm der Schweizer Maschinenbauer Starrag den Chemnitzer Werkzeugmaschinenhersteller Heckert. Dabei lief allerdings nicht alles nach Wunsch.

Chemnitz.

Beim Chemnitzer Maschinenbauer Starrag (früher Heckert) wird heute mit den Mitarbeitern gefeiert. 20 Jahre ist es her, dass der Werkzeugmaschinenhersteller mit damals nur noch 200 Beschäftigten von dem börsennotierten Maschinenbauer Starrag aus Rorschacherberg in der Schweiz übernommen wurde. Zuvor war Heckert durch die Insolvenz des Mutterkonzerns Traub durch wirtschaftlich schwierige Zeiten gegangen. "Die Übernahme war ein kontrolliertes Risiko", sagte Walter Fust, der damals Präsident des Verwaltungsrates von Starrag war, heute ist er einfaches Mitglied des Verwaltungsrates.

Aus seiner Sicht habe man damals eine Firma mit Schwächen im Vertrieb, aber auch bei den Produkten übernommen. "Die Produkte entsprachen nicht mehr in allen Teilen dem damaligen Stand der Technik", sagte Fust. Auf dem Weg, aus Heckert wieder einen erfolgreichen Maschinenbauer zu machen, sei in den vergangenen 20 Jahren nicht alles gelungen, die Erwartungen seien nicht in allen Teilen erfüllt worden. "Wir könnten heute mit verdoppeltem Umsatz arbeiten", sagte Fust, der eingestand, dass die Mängel hausgemacht waren.

Für die Zukunft ist der Maschinenbauingenieur allerdings optimistisch. "Wie Heckert heute aufgestellt ist, sind wir auf dem richtigen Weg. Alle Beteiligten spüren das. Ich halte die Ausgangslage in Chemnitz für so gut wie schon lange nicht mehr. Ich gehe darauf jede Wette ein", sagte Fust.

Von einem aktuell gut laufenden Geschäft konnte Marcus Otto, Geschäftsführer des Chemnitzer Tochterunternehmens der Starrag Group, berichten. "Die Auftragslage ist so gut wie lange nicht. Wir haben eine Steigerung beim Auftragseingang von rund 40 Prozent", sagte Otto. Das Unternehmen profitiere von der weltweit guten Nachfrage nach Investitionsgütern.

Auch der Vorstandschef der Starrag Group, Christian Walti, ist von den Wachstumschancen des Tochterunternehmens überzeugt. "Chemnitz ist der führende Standort in der 'Business Unit Transportation and Industries'. An deren Produkte werden besonders hohe Effizienzanforderungen gestellt. Demzufolge sind die Prozesse in Chemnitz stark optimiert worden", erklärte Walti. In Zukunft werde der Standort einen wichtigen Anteil am Wachstum der Firmengruppe beisteuern, sagte der Vorstandschef. Auch im weiteren Verlauf dieses Jahres werde die Entwicklung sowohl bezüglich Umsatz als auch Ertrag positiv sein. "Das Wachstum generiert auch eine positive Beschäftigungsentwicklung, dies entspricht unseren Erwartungen", sagte Walti.

Die Chemnitzer Starrag GmbH erwirtschaftet einen Jahresumsatz in der Größenordnung von rund 100 Millionen Euro. Davon wird rund die Hälfte auf dem Heimatmarkt erzielt. Der Maschinenbauer beschäftigt heute knapp 450 Mitarbeiter und rund 50 Auszubildende.

Die Starrag Group Holding AG gehört zu den weltweit führenden Herstellern von Präzisionswerkzeugmaschinen zum Fräsen, Drehen, Bohren und Schleifen von Werkstücken aus Metall, Verbundwerkstoffen und Keramik. Der Maschinenbaukonzern betreibt Produktionsstandorte in der Schweiz, Deutschland, Frankreich und Großbritannien. Insgesamt beschäftigt die Gruppe rund 1500 Mitarbeiter. Im vergangenen Jahr stieg der Umsatz um neun Prozent auf 405 Millionen Schweizer Franken (rund 352 Millionen Euro).

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