Schon mal vom CO2-Handabdruck gehört? Er zeigt, welche Auswirkungen individuelle Handlungen auf die Klimabilanz anderer Menschen haben.
Schon mal vom CO2-Handabdruck gehört? Er zeigt, welche Auswirkungen individuelle Handlungen auf die Klimabilanz anderer Menschen haben. Bild: Christin Klose/dpa-tmn
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Fußabdruck und Handabdruck: Was sie fürs Klima bedeuten

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Geht es um die Auswirkungen auf das Klima oder die Umwelt, hört man oft vom CO2-Fußabdruck. Es gibt aber auch den CO2-Handabdruck. Wie unterscheiden sie sich - und was bedeutet das für unseren Alltag?

Dessau-Roßlau.

Weniger Kleidung kaufen, vegetarisch essen, eine Blumenwiese im Garten anlegen oder in Windkraft investieren: Die Liste möglicher Beiträge zum Klimaschutz ist lang. Doch nicht jede Maßnahme wirkt gleich stark – und im Alltag fällt es oft schwer, den tatsächlichen Nutzen einzelner Entscheidungen einzuschätzen. Welche Stellschraube bringt also wirklich etwas?

CO2-Rechner sollen dabei helfen, die Treibhausgas-Emissionen des eigenen Verhaltens – etwa in den Bereichen Mobilität, Ernährung und Wohnen – zu berechnen und Einsparpotenziale sichtbar zu machen.

Und das ist auch wichtig, denn: "Bei Klimaschutzthemen werden einzelne Maßnahmen oft emotional aufgeladen. CO2-Rechner haben da einen zentralen Mehrwert. Sie können quantitativ zeigen, was für den Klimaschutz wichtig ist und was weniger wichtig ist - ohne dabei zu moralisieren", so Michael Bilharz vom Umweltbundesamt (UBA).

Mit am bekanntesten ist wohl das Konzept des CO2-Fußabdrucks. Aber es gibt auch ein Gegenstück - den CO2-Handabdruck. Zwei Konzepte, die unterschiedliche Perspektiven auf das persönliche Klimahandeln einnehmen. Doch wie unterscheiden sich die Bewertungswerkzeuge genau?

Der Fußabdruck - und seine Grenzen

"Der persönliche CO2-Fußabdruck fasst alle Treibhausgas-Emissionen zusammen, die weltweit durch meinen Konsum verursacht werden", erklärt Bilharz. Diese Methode zeigt damit auch, wo und wie viel CO2 jeder Einzelne durch sein Handeln einsparen könnte. Einen CO2-Rechner finden Verbraucher beispielsweise auf der Internetseite des UBA.

Wichtig dabei ist aber: "Der persönliche CO2-Fußabdruck ist nicht gleichzusetzen mit einer persönlichen Verantwortungszuschreibung. Denn Verantwortung setzt Wissen und entsprechende Handlungsmöglichkeiten voraus", so Bilharz.

Die CO2-Emissionen unseres Konsums sind teils auch von anderen Akteuren abhängig. Bilharz nennt ein Beispiel: Die Emissionen unserer Autonutzung werden nicht nur durch unsere Kaufentscheidung und Fahrweise beeinflusst, sondern auch über Hersteller, Politik und Anbieter anderer Verkehrsdienstleistungen. Sie alle können durch ihre Entscheidungen etwa den Klimaschutz unterstützen oder behindern.

Die Methode hat aber auch ihre Grenzen. "Der Fußabdruck unterschätzt etwa das persönliche Wirkpotenzial, wenn ich eine Maßnahme initiiere, die mehrere Menschen betrifft", so Bilharz. 

Er nennt auch hierzu ein Beispiel: "Wenn ich einen Sparduschkopf montiere, verringert das meinen persönlichen Fußabdruck um rund 240 kg pro Jahr. Mache ich das aber in einem Vier-Personen-Haushalt, kommt die CO2-Ersparnis von drei weiteren Personen hinzu, in Summe 720 kg pro Jahr." Im eigenen CO2-Fußabdruck wird demnach – methodisch bedingt – nur ein Viertel der Gesamtersparnis sichtbar. "Das blendet den größten Teil der Klimawirkung dieser Maßnahme aus", so Bilharz. Hier kommt der CO2-Handabdruck ins Spiel.

Der Handabdruck - eher Konkurrenz oder Ergänzung?

Der CO2-Handabdruck zeigt, welche Auswirkungen meine Handlungen auf die Klimabilanz anderer Menschen haben, etwa indem ich ... : 

  • ... Mitbewohner oder die Familie zu Ökostrom motiviere.
  • ... im Betrieb Maßnahmen vorschlage, um Heizenergie einzusparen.
  • ... für Klimaschutz-Projekte spende oder in Windkraft investiere.
  • ... mich politisch für Klimathemen engagiere.

"Mein Handabdruck entspricht also den CO2-Einsparungen, die ich bei anderen initiiere. Für die Klimawirkung gibt es hier nach oben keine Grenzen", sagt Bilharz. Zusammen mit anderen Menschen könnten auch kleinere Maßnahmen zu Einsparungen führen, die ein Vielfaches des eigenen CO2-Fußabdrucks betragen.

Einsparungen beim eigenen Fußabdruck sind hingegen begrenzt - weil man nur reduzieren kann, was man aktuell an Emissionen verursacht. "In der Klimabewegung ist es daher teils Mode zu sagen, der Handabdruck ist wichtiger als der Fußabdruck. Doch ich sehe da keine Konkurrenz, sondern eine Ergänzung", sagt Bilharz.

Beides seien wichtige Methoden und zeigten erst zusammen das gesamte persönliche Wirkpotenzial. "Es sind einfach Möglichkeiten auf verschiedenen Ebenen zu agieren", so Bilharz. Schließlich gilt: "Meinen Handabdruck kann ich nur vergrößern, wenn ich die Fußabdrücke von anderen Menschen reduziere." (dpa)

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