Vielfalt der Menstruationsprodukte: von Tampons über Menstruationstassen bis hin zu Periodenunterwäsche. Jede sollte das Produkt wählen, das am besten zu ihr passt.
Vielfalt der Menstruationsprodukte: von Tampons über Menstruationstassen bis hin zu Periodenunterwäsche. Jede sollte das Produkt wählen, das am besten zu ihr passt. Bild: Christin Klose/dpa-tmn
Gesundheit
Mythencheck zur Periode: Was bei Tampons, Tassen & Co. gilt

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Schadstoffe, TSS und Spirale: Was steckt wirklich hinter den Risiken von Tampon, Tasse & Periodenunterwäsche? Experten klären auf – und räumen mit Halbwahrheiten auf.

München.

Schwämme aus dem Meer als nachhaltiges Menstruationsprodukt? Giftstoffe in Tampons? Und was hat die Menstruationstasse mit der Spirale zu tun? Rund um die Periode kursieren viele Halbwahrheiten.

Grundsätzlich sollte "jede Frau und jedes Mädchen das Periodenprodukt wählen, mit dem sie sich am wohlsten fühlt", heißt es vom Berufsverband der Frauenärztinnen und Frauenärzte (BVF). Zum Welttag der Menstruationshygiene (28. Mai) klärt der Verband auf. 5 Fakten zu Menstruationsprodukten:

1. TSS betrifft nicht nur Tampon-Nutzerinnen

Plötzliches Fieber, Kopfschmerzen und ein Blutdruckabfall, der sich etwa durch Schwindel bemerkbar macht: Das sind die Symptome eines toxischen Schocksyndroms (TSS). Viele bringen es ausschließlich mit Tampons in Verbindung. Das ist jedoch irreführend. Die durch Bakterien ausgelöste Erkrankung kann zum Beispiel auch im Zusammenhang mit Menstruationstassen oder -schwämmchen auftreten. 

Um das Risiko für TSS zu verringern, gilt: Binden, Tampons und Co. sollten regelmäßig und mit gewaschenen Händen gewechselt werden. Wiederverwendbare Produkte wie Menstruationstassen oder Periodenunterwäsche müssen gründlich ausgespült und ausgekocht beziehungsweise bei hoher Temperatur gewaschen werden.

2. Pestizide in Tampons? Entwarnung vom BfR

Immer wieder sorgen Berichte über Schadstoffe in Tampons für Verunsicherung. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) gibt jedoch Entwarnung: Gesundheitliche Beeinträchtigungen durch Schwermetalle und Pestizide seien bei der Nutzung von Tampons nicht zu erwarten.

3. Menstruationstasse und Spirale: Komplikationen möglich

Die Menstruationstasse gilt als nachhaltige und auf Dauer kosteneffiziente Alternative. Frauen, die zur Verhütung eine Spirale verwenden, sollten jedoch aufpassen: In seltenen Fällen kann das Saugprinzip der Tasse den Sitz der Spirale beeinflussen oder sie sogar lösen. Rücksprache mit der Frauenärztin ist hier ratsam.

4. Periodenunterwäsche: Auf Biozide achten

Mehrlagige Periodenslips sind praktisch und nachhaltig – beim Kauf lohnt jedoch ein Blick auf die Inhaltsstoffe. Manche Produkte enthalten Biozide wie Silberchlorid in der Saugschicht, die unangenehme Gerüche verhindern sollen. Mögliche gesundheitliche Auswirkungen dieser Substanzen sind laut Experten noch nicht abschließend geklärt.

Das BfR empfiehlt für Periodenslips grundsätzlich eine Waschtemperatur von 60 Grad, auch wenn das Material darunter leidet. Erst dann würden alle Bakterien abgetötet.

5. Nachhaltige Naturschwämme? Besser verzichten 

Meeresschwämme werden gelegentlich als besonders nachhaltige Menstruationsprodukte beworben. Aus medizinischer Sicht sind sie jedoch nicht zu empfehlen. Das Problem: Ihre stark poröse Struktur macht es unmöglich, sie zuverlässig keimfrei zu reinigen. Wer eine Alternative zu herkömmlichen Tampons sucht, greift besser zu Soft-Tampons – im Vergleich zu Naturschwämmen die hygienischere Einmal-Variante. (dpa)

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