Die Veilchen gehen an der Ostsee unter

Der FC Erzgebirge Aue verliert deutlich gegen Holstein Kiel. Nur kurz durften die in den hohen Norden gereisten Fans hoffen, dass ihre Lieblinge etwas Zählbares von der längsten Auswärtsfahrt der Saison mitnehmen.

Kiel.

17 Tage hat der FC Erzgebirge Aue Zeit, um sich auf das sächsische Duell der 2. Bundesliga gegen Dynamo Dresden einzustellen. Vor der Länderspielpause sorgten die Veilchen im hohen Norden dafür, dass FCE-Trainer Daniel Meyer genug Stoff für die Analyse hat. Gegen Holstein Kiel gingen die Erzgebirger am Freitagabend mit 1:5 (1:2) baden.

Meyer war gezwungen, seine Startelf im Vergleich zum 2:1 gegen Paderborn in der vergangenen Woche auf drei Positionen umzubauen. Für den verletzten Malcolm Cacutalua rückte Fabian Kalig vom rechten Flügel in die Dreierkette, auf der dadurch frei gewordenen Position auf der Außenbahn durfte John Patrick Strauß erstmals in der Hinrunde von Beginn an ran. Die gesperrten Clemens Fandrich im zentralen Mittelfeld und Calogero Rizzuto, der gegen Paderborn den linken Flügel beackert hatte, ersetzten Ole Käuper und Robert Herrmann eins zu eins.

Cacutalua, dem nach seinem Kreuzbandriss die Mitspieler vor der Partie mit einem T-Shirt gute Besserung wünschten, fehlte ganz offensichtlich. Die zuletzt so stabile Defensive wackelte bei zügigem Gegenwind in der ersten Halbzeit gewaltig. Die Kieler setzten die Auer früh unter Druck, die Veilchen konnten sich kaum befreien. Resultat war das 1:0 der Gastgeber nach fünf Minuten: Mathias Honsak köpfte nach einer Freistoßflanke von der Außenbahn die Kugel freistehend in die Maschen. Der Torschütze hätte nicht einmal 60 Sekunden später fast nachgelegt, doch FCE-Keeper Martin Männel lenkte den Schuss des Holstein-Angreifers ans Aluminium. Laszlo Benes zielte kurze Zeit später genauer: Unbedrängt erzielte er vom Strafraumeck das 2:0, Männel war chancenlos (9.).

Die Veilchen konnten sich lange nicht befreien, ein Auer Offensivspiel fand fast gar nicht statt. Sie konnten froh sein, dass eine Unsicherheit von Männel nicht mit dem 0:3 bestraft wurde - der Auer Kapitän ließ eine Hereingabe prallen, von Honsak aus hoppelte die Kugel knapp neben das Tor (20.).

Aus dem viel zitierten Nichts heraus markierte Jan Hochscheidt dann den Anschlusstreffer. Filip Kusic startete einen 70-Meter-Lauf entlang der Seitenlinie und bediente Emmanuel Iyoha. Dieser bekam die Flanke nicht unter Kontrolle, daraus resultierte jedoch die perfekte Ablage für Hochscheidt: Der Routinier zeigte seine Klasse und zirkelte den Ball unhaltbar in den Winkel (26.).

Die Kieler wurden vom Gegentor kalt erwischt und verloren den Faden. Mit vielen Ballverlusten halfen sie den Gästen aus dem Erzgebirger, ins Spiel zu finden. Nach einer Viertelstunde fingen sich die Norddeutschen wieder und hatten zwei Chancen, den alten Abstand wiederherzustellen: Honsak verpasste den Ball nach einer Hereingabe nur um ein Haar (41.), Benes traf mit einem strammen Schuss die Latte (43.).

Nach Wiederanpfiff blieben die Kieler die dominierende Mannschaft und belohnten sich mit dem 3:1. Benes wühlte sich in zentraler Position bis in den Auer Strafraum durch, die FCE-Defensiven Domink Wydra, Käuper sowie Kalig sahen nicht gut aus, und der Ungar ließ Männel keine Chance (54.).

Im Auer Angriff erwischte Torjäger Pascal Testroet einen gebrauchten Tag. Sinnbildlich dafür stand seine kläglich vergebene Chance nach 56 Minuten: Kiels Johannes van den Bergh passte dem Angreifer die Kugel maßgerecht in den Lauf, Testroet hatte allein vor dem Kieler Schlussmann Dominik Reimann alle Zeit der Welt, entschied sich aber völlig freistehend, sofort den Abschluss zu suchen - heraus kam ein Rückpass zum Torwart.

Meyer brachte eine halbe Stunde vor Spielende mit Philipp Zulechner einen zusätzlichen Stürmer. Dass nun drei Profis für die Veilchen stürmten, war nicht zu sehen. Vielmehr machten die Störche endgültig den Deckel drauf. Masaya Okugawa verwertete einen blitzsauberen Konter zum 4:1 (75.). Der eingewechselte Aaron Seydel setzte nach einem Eckball mit dem Treffer zum 5:1 der missglückten Auer Auswärtsfahrt die Krone auf (85.).

Statistik Kiel: Reimann - Dehm, Wahl, Thesker, van den Bergh (87. Sicker) - Karazor - Mühling, Benes - Lee - Okugawa (V/84. Seydel), Honsak (84. Awuku). Aue: Männel - Kalig, Wydra, Kusic - Strauß (V), Käuper (61. Zulechner), Riese, Herrmann - Hochscheidt (80. Samson) - Iyoha, Testroet (73. Krüger). SR: Reichel (Stuttgart); Zu.: 8666; Tore: 1:0 Honsak (6.), 2:0 Benes (9.), 2:1 Hochscheidt (26.), 3:1 Benes (54.), 4:1 Okugawa (75.), 5:1 Seydel (85.).

Iyoha stürmt für DFB-Auswahl

FCE-Angreifer Emmanuel Iyoha (Foto) wurde für die deutsche U-21-Nationalmannschaft nominiert. Der 21-Jährige steht im Kader für die Testspiele gegen Frankreich (21.3.) und England (26.3.). Iyoha bereitete für den Zweitligisten diese Saison sechs Tore vor und traf dreimal selbst. Der gebürtige Düsseldorfer ist bis Saisonende von Bundesligist Fortuna ausgeliehen.sesi

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