"Die Mannschaft ist auf Kante genäht"

Handball: Teams des Zwönitzer HSV hoffen auf eine ruhige Saison ohne Abstiegsgespenst - Personalplanungen noch nicht abgeschlossen

Zwönitz.

Mit Heimspielen gegen Rottluff und Leipzig Südwest starten die Handballteams des Zwönitzer HSV am 7. September in die neue Sachsen- bzw. Verbandsligasaison. Noch ein bisschen Zeit also für die Vorbereitungen. Jürgen Werner sprach mit Vereinschef Ralf Beckmann über Ziele, Verstärkungen und den Neustart auf der Trainerposition.

Freie Presse: Nach den Aufstiegen in die Sachsen bzw. Verbandsliga haben sowohl das Männer- als auch das Frauenteam die Klasse gehalten. Worin lagen die Gründe für diesen Erfolg?

Beckmann: Bei den Männern waren wir personell besser aufgestellt als in der Saison 2015/2016, als es nicht ganz gereicht hatte. Es gibt zwar auch hier noch immer Reserven, dennoch konnten Ausfälle besser kompensiert werden. Für unsere junge Frauenmannschaft war die Verbandsliga absolutes Neuland. Aber wir haben festgestellt, dass wir gerade in Sachen Schnelligkeit wiederholt einen Tick besser waren als so mancher Gegner. Das hat nicht immer zum Sieg gereicht, weil bei einigen knappen Ergebnissen mitunter noch die Erfahrung und eine gute Chancenverwertung fehlte, aber für den Klassenerhalt war das ein entscheidendes Plus.

Wo auf dem Feld beziehungsweise in welchen Mannschaftsteilen gibt es noch Verbesserungsbedarf?

Die Mannschaftsstärke bei den Männern von momentan 12 Spielern zuzüglich Anschlusskader aus der A-Jugend ist auf Kante genäht. Wir sind noch auf der Suche nach weiterer Verstärkungen. Bei den Damen fehlte oftmals die viel zitierte Cleverness. Das ist bei einer solch jungen Truppe aber auch etwas Normales und kann sich mit zunehmender Erfahrung nur verbessern.

Welche Spieler im Männer- bzw. Frauenteam würden Sie in der vergangenen Saison besonders herausheben?

Natürlich sind bei den Männern Jiri Brecko und Tommy Löbner im Angriff Dreh- und Angelpunkte gewesen. Die beiden erzielten zusammen weit über die Hälfte aller Tore. Eine etwas breitere Verteilung der Treffer sollte die Mannschaft dennoch anstreben. In der mit vielen Sorgen - durch Verletzungen, beginnendes Studium und ähnliches - begleiteten ersten Verbandsligaserie kann ich eigentlich nur vor dem gesamten Frauenteam den Hut ziehen, wie es die personellen Probleme als Mannschaft gemeistert hat. Das war oft grenzwertig. Ich möchte vielleicht unsere noch 16-jährige Keeperin Lea Wetzel besonders loben. Da es auch im Torhüterinnenbereich oftmals stark klemmte, hatte Lea neben ihrer eigene B-Jugend-Mannschaft wiederholt auch noch die Frauen I und II abgesichert. Das hat sie mit Bravour gemeistert.

Wie bewerten Sie die abgelaufene Saison bei den anderen Zwönitzer Mannschaften sowie im Nachwuchsbereich?

Nun ja, ich denke unsere Männer II sind als erweiterte A-Jugend noch ein wenig in der Findungsphase. Da fehlte etwas die Konstanz und sicherlich auch Erfahrung, um weiter vorn mitzuspielen. Die zweite Frauenmannschaft hat ihre Aufgabe gut erfüllt. Unsere Nachwuchsteams haben zurzeit das Problem unglaublich dünner Staffelstärken. Mit Staffeln von vier bis sieben Mannschaften ist ein für höhere Ansprüche ausreichender Wettkampfbetrieb quasi nicht möglich. Auch wünsche ich mir perspektivisch wieder mehr Mannschaften, die schon ab den jüngeren Jahrgängen D- und C-Jugend wieder auf Bezirksebene starten.

Wie sind Sachsen- und Verbandsliga in der kommenden Saison einzuschätzen? Mit welchen Zielen gehen Sie in die kommende Saison?

Ich denke beide Staffeln sind in der Spielstärke wieder ähnlich aufgestellt. Insofern könnten die Männer wieder um einen Mittelfeldplatz mitspielen. Bei den Mädels hoffe ich, dass es mit den Rückkehrern ins Team noch ein wenig besser läuft als letztes Jahr und ein einstelliger Tabellenplatz herausspringt.

Wie läuft die Vorbereitung darauf ab?

Ab Anfang Juni haben beide Mannschaften in der ersten Vorbereitungsphase, also dem Fitnessteil, geschwitzt. Danach kam der Ball und das Spielerische hinzu. Am 10. und 11. August wird nun unser Sparkassencup in Zwönitz erste Erkenntnisse über den Leistungsstand aufzeigen.

Welche Spieler gehen von Bord?

Mit Kapitän Sven Hartenstein und Toni Schlömer beenden zwei gestandene Spieler recht wohlverdient ihre langjährige Karriere. Insbesondere unserem Käpt'n, aber auch Toni an dieser Stelle nochmals alles Gute für die Zukunft. Bei den Mädels haben wir keine Abgänge.

Welche Neuzugänge gibt es bereits und für welche Positionen wird noch gesucht?

Tom Anger aus dem eigenen Nachwuchs sowie Toni Müller von der HSG Aue/Schneeberg kommen nunmehr fest oder im Falle von Toni neu ins Team. Beide haben das Potenzial, die entstandenen Lücken wieder schließen zu können. Dazu suchen wir im Aufbaubereich noch nach etwas Verstärkung. Mit Kapitänin Stephanie Hirsch, Sarah Schmiedel und Nadine Müller haben drei Spielerinnen nahezu die gesamte letzte Serie gefehlt. Im Verlauf der abgelaufenen Saison sind dann Michel Kreher und Laura-Jane Mosel mit schweren Verletzungen länger ausgefallen. Richtige Neuzugänge gibt es also nicht, aber wenn diese fünf Mädels so nach und nach wieder mit dabei sind, kann das der Mannschaft nur gut tun.

Sie selbst hören als Trainer der Frauen auf, Frank Riedel bei den Männern. Die Nachfolger Steven Szpetecki und Sven Hartenstein bei den Frauen sowie Bill Hofmann bei den Männern kommen aus dem Verein selbst. Welche Impulse versprechen Sie sich von den neuen Trainern ?

Zunächst erst noch einmal ein ganz großes Dankeschön an meine Mannschaft für eine tolle Zeit mit unglaublich vielen schönen Erlebnissen. Externe Lösungen müssen nicht immer passen. Die beiden Mannschaften bekommen neue, ambitionierte Trainer, die sich mit dem Verein und ihren Mannschaften absolut identifizieren und ohne Wenn und Aber alles daran setzen werden, bestmöglich abzuschneiden. Da habe ich absolutes Vertrauen. Da insbesondere Steven und Bill auch schon andere Erwachsenenmannschaften trainiert haben, können die dabei gemachten Erfahrungen sicherlich ebenfalls von Vorteil sein, wenn es gelingt, vorhandenes Potenzial der Teams mit eigenen Ideen gut zu verknüpfen.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...