Durchatmen im Abstiegskampf

Die Handballerinnen des Zwönitzer HSV haben in der Verbandsliga einen wichtigen Auswärtssieg beim HV Chemnitz III gelandet. Dabei mussten sie am Ende noch zittern.

Zwönitz.

Handball und Fußball unterscheiden sich in mehr als nur Kleinigkeiten. Eine Sache, und bei weitem nicht die wichtigste ist die, dass im Handball Treffer bei weitem nicht so ausgelassen bejubelt werden. Dafür fallen zu viele, zudem ist dafür auch gar keine Zeit - die gegnerische Mannschaft würde sich ansonsten über den Tag des offenen Scheunentores freuen.

Doch am Sonntagnachmittag war das einmal zumindest anders. Es lief die letzte Minute in der Verbandsligapartie zwischen der dritten Vertretung des HV Chemnitz und dem Zwönitzer HSV. Die Gäste, die als Tabellenzehnter als klarer Außenseiter beim Fünften angetreten waren, verteidigten ihren knappen Ein-Tore-Vorsprung mit Klauen und Zähnen. Plötzlich ergab sich doch noch einmal eine Kontergelegenheit. Der Ball kam zu Laura Kaulfuß, die nicht lange fackelte und zum 28:26 einnetzte. Es folgte ein Gefühlsausbruch, die Arme ausgebreitet zum Jubel. Sie wusste: Das ist der Sieg, der zweite in der Saison. Dass die Gastgeberinnen im direkten Gegenzug ebenfalls noch einmal trafen und so den 27:28-Endstand herstellten, störte da nicht mehr, denn unmittelbar im Anschluss ertönte die Sirene. "Ich wusste, dass wir das heute schaffen. Das hatte ich im Gefühl", sagte die Schützin des letztlich entscheidenden Treffers. Ihre besonders im ersten Durchgang glänzend aufgelegte Teamkollegin Helen Haunschild, mit neun Toren mal wieder die erfolgreichste Werferin in den Zwönitzer Farben, schloss sich an. "Wir haben gekämpft wie verrückt, und trotz einer schwächeren Phase im zweiten Abschnitt sind wir diesmal drangeblieben", sagte sie.

Zu Beginn punkteten beiden Mannschaften im Gleichschritt. Bis zum Stand von 4:4 legen die Chemnitzerinnen jedes Mal vor, die Gäste zogen nach. Per Siebenmeter erzielte Michelle Kaulfuß dann nach acht Minuten die erste Führung für den HSV - der Startschuss für die Mannschaft, die nun förmlich davonflog. Beim Stand von 9:5 nahm HV-Trainerin Kathrin Neumeier die erste Auszeit, die nicht viel einbrachte. Zwönitz traf nach Belieben und erhöhte erst auf 14:7, dann auf 16:8. Gegen Ende des ersten Durchgangs kamen die Hausherrinnen noch einmal etwas heran, trotzdem nahmen die Gäste eine komfortable 16:10-Führung mit in die Kabine.

Im zweiten Durchgang wurde die Partie zusehends ruppiger. Mehrfach mussten Spielerinnen beider Teams behandelt werden. Weil die Gastgeberinnen eine Schippe drauf legten, schmolz der Vorsprung der Zwönitzerinnen allmählich. Nachdem die Chemnitzerinnen durch die starke Kathleen Siegert per Siebenmeter zum 25:25 ausgeglichen hatte, war das Momentum plötzlich auf ihrer Seite. Doch statt einzubrechen, holten die Gäste noch einmal alles aus sich heraus. Haunschild konterte mit dem 26:25, der erneute Ausgleich folgte postwendend. Nach dem 27:26 für Zwönitz hätten die Gastgeberinnen erneut ausgleichen können, doch nach einem Missverständnis zwischen Siegert und Sophie Müller ging der Ball im Angriff verloren. Der Gegenzug landete bei Laura Kaulfuß - mit dem bekannten Ergebnis.

"Insgesamt war das ein verdienter Sieg, da gibt es nichts dran zu rütteln", sagte HSV-Coach Steven Szpetecki, der die Mannschaft mindestens bis Saisonende alleine betreuen wird. Mit einer besseren Chancenverwertung hätten seine Spielerinnen die Partie auch früher zu ihren Gunsten entscheiden können, so der Coach, der noch einmal betonte, dass es in dieser Saison "nur um den Klassenerhalt gehe. Die Zwönitzerinnen, die auf Platz 8 kletterten, müssen noch gegen die meisten Kellerkinder doppelt ran. "Für uns", so Szpetecki, "beginnen jetzt die Wochen der Wahrheit."

StatistikZwönitz: Müller; M. Kaulfuß (4), Haunschild (9), Riedel, L. Kaulfuß (8), Schmiedel (4), Wolf, Hartenstein (2), Seidel, Wetzel, Viehweger (1), Thierfelder; 7m: M. Kaulfuß (1/2), L. Kaulfuß (4/4); 2min: M. Kaulfuß, Schmiedel

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