Ein Krimi mit Nachspiel

Beim knappen Auswärtssieg der Zwönitzer Handballer in Dresden gab es am Ende noch Ärger. Die HSV-Damen schrammten hingegen an einem verdienten Punktgewinn vorbei.

Zwönitz.

Die Handballer des Zwönitzer HSV haben sich im Abstiegskampf der Sachsenliga etwas Luft verschafft. Die Erzgebirger siegten beim Tabellennachbarn HSV Dresden knapp mit 27:26 und liegen als Neunter nun fünf Zähler vor dem Schlusstrio Döbeln, Riesa und Kamenz auf Platz 9.

Im Duell mit den Landeshauptstädtern, mit denen die Zwönitzer in der Vergangenheit schon mehrfach die Klingen gekreuzt hatten, war der Sieger lange Zeit vollkommen offen. Keinem der beiden Kontrahenten gelang es, sich im Laufe der 60 Minuten mit mehr als zwei Toren vom Gegner abzusetzen. Dabei waren es die Gäste, die abgesehen vom frühen 1:2-Rückstand der Partie im ersten Durchgang ihren Stempel aufdrückten. Bis zur Pause legte Zwönitz zumeist vor, freilich ohne die knappen Vorsprünge konsequent auszubauen "Gerade über die Außenpositionen hatten wir uns einige gute Torchancen erspielt, die wir leider nicht genutzt haben. Allerdings war da auch reichlich Wurfpech dabei", sagte Trainer Frank Riedel. Immerhin gelang aber mit dem Pausensignal noch die psychologisch wertvolle Halbzeitführung zum 14:13.

Unmittelbar nach Wiederanpfiff gelang den Gästen dann sogar ein weiterer Treffer. Doch im Anschluss mussten die 30 mitgereisten HSV-Anhänger dabei zusehen, wie Dresden wieder besser ins Spiel kam. Den Hausherren gelangen drei Tore in Folge, zudem musste Abwehrchef Vaclav Kotesovec mit der dritten Zeitstrafe das Feld verlassen. In dieser kritischen Phase schafften es die Erzgebirger aber immerhin, ihren Gegner nicht davonziehen zu lassen. Immer wieder gelang es, die knappen Rückstände zu kompensieren, sodass es in den letzten fünf Minuten schließlich zum Showdown kam - und in dem spielte Tommy Löbner die Hauptrolle.

Der wurfgewaltige Rückraumspieler des HSV hatte bis dahin eher eine überschaubare Leistung abgeliefert. Doch als es darauf ankam, war er zur Stelle. Nach dem 26:24 erzielte er postwendend den Anschlusstreffer und traf in den letzten 30 Sekunden selbst noch zweimal. Die Dresdner fühlten sich indes um den Sieg betrogen und legten im Anschluss Protest gegen die Wertung ein. Schon der Treffer zum Halbzeitstand sei irregulär gewesen, weil erst nach der Sirene gefallen, hieß es. Am Ende habe das Schiedsrichter-Gespann dann aber bei einer deckungsgleichen Situation auf der anderen Seite die Anerkennung des Treffers versagt. Kurz zuvor sei bei einem Zwönitzer Torwurf zudem ein Dresdner Spieler in vollem Tempo umgerannt worden, was einen Siebenmeter nach sich hätte ziehen müssen.

Nicht minder spannend ging es indes bei den Zwönitzer Frauen zu, die ihre Auswärtspartie bei Turbine Leipzig allerdings letztlich mit 27:29 verloren. "Schade, ein Punkt wäre verdient gewesen", resümierte Trainer Ralf Beckmann im Anschluss. Die Gäste brachen nach gutem Beginn und einer 2:1-Führung plötzlich ein und ließen die Messestädterinnen bis zur 20. Minuten auf 12:6 davonziehen. Bis zur Pause gelang die Verkürzung nur unwesentlich um ein Tor (12:17).

Im zweiten Durchgang bewiesen die Zwönitzerinnen dann aber Moral. Tor um Tor machten sie wett bis in der 43. Minute der Ausgleich zum 20:20 und wenig später sogar die Führung gelang. Doch nach ihrer letzten Auszeit rissen sich die Gastgeberinnen zusammen und die Zwönitzer Aufholjagd stoppte. Fortan war die Partie wieder ausglichen, und die Gäste scheiterten an ihrem alten Problem. "In der Schlussphase haben wir noch drei Hundertprozenter von rechts außen und einen Konter vergeben", so Beckmann. Mit sechs Niederlagen ist sein Team weiter Vorletzter. mit bral

Statistik Männer: Kerner (1), Treuter; Brecko (6/1), Anger, Fritsch (2), Langer (2), Becher (1), Kotesovec (3), Treitschke, Schömer, Löbner (8/4), Lieberei (4); 2min: Dresden: 3 Zwönitz: 6; 7m: Dresden: 4/1 Zwönitz: 5/5 Frauen: Wolf, Wetzel; Mosel (4/3), M. Kaulfuß (6/4), Haunschild (4), Riedel, L. Kaulfuß (4), Viehweger (4), Hartenstein (2), Thierfelder, Kreher (3)

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