Zwönitzer Urgesteine schlagen neue Kapitel auf

In der Handball-Abteilung des HSV gibt es auf zwei zentralen Positionen des Sachsenliga-Teams einen tiefgreifenden Umbruch. Das betrifft die Trainer- und die Kapitänsrolle.

Zwönitz.

Der Trainer und der Kapitän des Sachsenligateams sind von Bord gegangen: In der Abteilung Handball des Zwönitzer HSV findet ein Umbruch statt. Und das hat in beiden Fällen gute Gründe.

19 Jahre stand Sven Hartenstein als Spieler für den Verein auf dem Parkett, davon 14 Jahre in der ersten Männermannschaft. Ende voriger Saison kam der Abschied, der eigentlich schon eine Serie früher geplant war. Leicht fällt dem bisherigen Kapitän das Loslassen nicht. "Zuletzt habe ich beim Training mal vorbeigeschaut. Ein komisches Gefühl. Aber ich denke, der Zeitpunkt meines Rücktritts ist gut gewählt." So viele Jahre im Handballsport gehen nicht spurlos vorüber. "Ich bin froh und stolz, ohne größere Verletzungen durchgekommen zu sein. Abgesehen von einem Mittelhandbruch." Hartenstein beendet seine aktive Karriere einerseits aus Zeitgründen. Andererseits habe er mit 34 Jahren jedes Spiel in den Knochen gespürt. "Das steckt man nicht mehr so weg wie mit 18 Jahren." Vorige Saison hatte er gar Bedenken, es zu übertreiben. Arm und Schulter machten Probleme. Mit dem Handball begonnen hat Hartenstein vergleichsweise spät als B-Jugendlicher. Der Wechsel in die A-Jugend und damit in die Sachsenliga kam zügig. Weiter ging es für den Linksaußen über die dritte und zweite bis in die erste Mannschaft. Dem HSV bleibt Hartenstein weiterhin treu. Neben Steven Szpetecki ist er zweiter Trainer der Verbandsliga-Frauen. "Wir haben eine andere Philosophie von Handball. Wir wollen das Team auf Schnelligkeit orientieren und möglichst zügig den Klassenerhalt schaffen." Er freue sich darauf, alles auch mal von der anderen Seite - sprich von der Trainerbank - zu erleben.

Diesen Job hatte Frank Riedel insgesamt 18 Jahre beim HSV inne. Er durchlief die Stationen A-Jugend, zweite und erste Mannschaft. Zweimal gelang der Aufstieg in die Sachsenliga. Die vergangenen vier Jahre als Coach der Ersten waren turbulent. Gleich zu Beginn stieg das Team ab. "Meine größte Niederlage", so Riedel. Doch nach zwei Jahren Verbandsliga gelang der umjubelte Aufstieg zurück in die Sachsenliga. Der 58-Jährige begibt sich nun in den handballerischen Ruhestand. "Für die Mannschaft ist es die Chance, eingeschliffene Pfade zu verlassen und Dinge vielleicht mal anders anzugehen." Aber hält er es wirklich ohne den geliebten Sport aus? Das werde nicht leicht, gesteht Riedel. "Mir wird sicher etwas fehlen." Immerhin sind es in Summe 40 Jahre, die er im Umfeld des Teams zugange war - ob als Spieler oder Trainer.

"Zwönitz bin ich immer treu geblieben. Mit 19 Jahren schaffte ich den Sprung in die Erste, habe bis zum 36. Lebensjahr aktiv gespielt." Für die Freizeit, die er jetzt gewinnt, hat er Pläne. "Neue Ziele im Leben und mehr Zeit für die Familie", sagt er und glaubt fest daran, dass der HSV ein Sachsenligist bleibt. Beruflich bleibt er dem Sport in Zwönitz ohnehin erhalten - als Leiter des Sportkomplexes und Hallenwart.

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