Trotz Schmerzen aufs Podium

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Mit einem Silber- und einem Bronzerang ist Moritz Jenkner aus Hohenstein-Ernstthal bei der Internationalen Deutschen-Motorrad- meisterschaft in Assen der erfolgreichste Westsachse gewesen. Doch auch seine "Nachbarn" haben keinen Grund, traurig zu sein.

Hohenstein-Ernstthal.

Nein, ein ungewohntes Ergebnis war es für Moritz Jenkner nicht. Bei den Wertungsläufen der Internationalen Deutschen Motorradmeisterschaft im niederländischen Assen landete der 21-Jährige aus Hohenstein-Ernstthal in der Klasse Pro Superstock Cup bereits zum fünften und sechsten Mal in dieser Saison auf dem Podest. Öfter schaffte es in den zehn absolvierten Rennen nur der Gesamtführende Philipp Gengelbach aufs Treppchen. Dennoch waren die Podestplätze für den Sohn des ehemaligen WM-Fahrers Steve Jenkner nicht selbstverständlich.

Denn der Hohenstein-Ernstthaler kämpfte neben der starken Konkurrenz auch noch mit den Folgen eines Sturzes bei der vergangenen IDM-Station in Schleiz. "Anfangs ging es, aber die Schmerzen wurden dann von Runde zu Runde stärker, sodass ich froh war, als es vorbei war. Ohne die Schmerzen hätte ich gern noch mehr attackiert", sagt Moritz Jenkner, der in Assen Zweiter und Dritter wurde. Sein erster Sieg in seiner Klasse steht damit weiterhin aus. Mit den Platzierungen kann er dennoch gut leben: "Im Vergleich zu all denen, die um mich rum fahren, bin ich hier noch nie mit einer Maschine mit 1000 Kubikzentimetern Hubraum gefahren. Zudem haben wir wegen eines Technik-Problems ein komplettes Training verpasst, sodass ich mit zwei Podestplätzen superzufrieden bin." Im Gesamtklassements liegt der 21-Jährige weiter auf dem dritten Rang.

Etwas kleinere Brötchen als sonst muste in der Klasse Supersport der ebenfalls aus Hohenstein-Ernstthal stammende Max Enderlein backen. Siebenmal kassierte der 25-Jährige in den ersten acht Läufen das Punktemaximum. In Assen musste er sich mit den Plätzen 7 und 8 zufrieden geben. "Ich hatte in der Vorwoche einen Infekt, der noch nachwirkte und von dem ich noch extrem geschwächt war", sagte Enderlein. Zudem habe er sich auf der Strecke in Assen noch nie so richtig wohlgefühlt. "Und mein Arm war hier wieder zu", führte Enderlein aus und sprach damit seine Armpump genannte muskuläre Unterarmverhärtung an. Umso wichtiger war es ihm als Führenden der Supersport-Klasse, dennoch so viele Punkte wie möglich mitgenommen zu haben. Vier Rennen vor dem Saisonende beträgt Enderleins Vorsprung auf den zweitplatzierten Luca de Vleeschauwer 66 Zähler. Zur Einordnung: Für einen Sieg gibt es 25 Punkte.

Etwas zu viel Schwung hatte in Assen Paul Fröde, der dritte "Nachbar" aus Hohenstein-Ernstthal im Bunde. Vor allem am Sonntag, der mit einem - wenngleich harmlosen - Sturz im Warm-up-Training der Königsklasse IDM-Superbike bescheiden anfing. Bis zum ersten Rennen blieben Frödes Team keine eineinhalb Stunden, um die Honda wieder flott zu machen, was aber gelang. In dieser kämpfte sich der 20-Jährige vom 16. Startplatz bis auf Rang 8 nach vorn, schmiss aber in der letzten Runde mit einem weiteren Sturz sein bestes Saisonergebnis in seiner Rookie-Saison in der Superbike-Klasse noch weg.

Im zweiten Lauf musste Fröde - von außen gut sichtbar - erst wieder Selbstvertrauen aufbauen. Dies gelang und am Ende freute sich der Hohenstein-Ernstthaler über den neunten Rang. "Ein großer Dank geht zunächst an mein Team, dass es das Motorrad zweimal wieder so gut hinbekommen hat", sagte er. Zum Glück, denn "das Top-10-Ergebnis war dafür noch eine super Sache."


Bei Talent aus Neukirchen platzt der Knoten

Endlich hat es geklappt. Seit 2015 ist Albert Prasse aus Neukirchen/Pleiße im wettkampfmäßigen Rennsport aktiv. Beim AMC Sachsenring durchlief er alle möglichen Nachwuchsstationen. Nach einem Jahr Corona-Pause 2020, als sich für Albert Prasse keine passende Serie finden ließ, stieg er 2021 in den "Yamaha-R3-Cup" ein. Trotz einiger Podestplätze war ihm ein Rennsieg in irgendeiner seiner bisherigen Serien bis dato aber nicht geglückt.

Dies änderte sich am vergangenen Wochenende im niederländischen Assen, bei dem der Yamaha-R3-Cup Teil des Rahmenprogramms der Internationalen Deutschen Motorradmeisterschaft war. Im Training stellte Albert Prasse sein Bike auf die zweite Position. Von da aus setzte er sich zusammen mit der niederländischen Gaststarterin Birgit Scheffer rasch vom restlichen Feld ab und duellierte sich mit ihr bis zum Zielstrich. Diesen überquerte er schließlich 0,099 Sekunden vor der Niederländerin, womit sein Bann endlich gebrochen war.

Glück- und redselig präsentierte sich Albert Prasse anschließend: "Ich glaube, bei mir ist in Most der Knoten geplatzt, als ich das erste Mal im Cup auf dem Podium war. Seitdem lief es immer recht gut, auch zuletzt in Schleiz. Und jetzt halt der Durchbruch." Ins Detail ging der 15-Jährige dann mit folgenden Worten: "Ich habe im Rennen sehr viel Spaß mit Birgit Scheffer gehabt. Das war einfach ein geiles Rennen. Dabei mag ich die Strecke eigentlich überhaupt nicht." Im zweiten Rennen des Yamaha-R3-Cups in Assen belegte Albert Prasse dann Platz 6. (th)

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