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So hat das obere Vogtland gewählt

Die AfD geht als großer Sieger aus der Europawahl im Vogtland hervor. Bei der Stadtratswahl in Oelsnitz löst die FOB die CDU als stärkste Kraft ab. In Schöneck und Bad Brambach ist die CDU hingegen wieder die Nummer eins.

Oberes Vogtland.

Die AfD geht als großer Gewinner der Europawahl im Vogtlandkreis hervor. Sie konnte fast überall Ergebnisse jenseits der 30 Prozent einfahren. Nach Auszählung von 35 von 37 Kommunen (Stand 23 Uhr) erzielte sie 34,8 Prozent der Stimmen. Spitzenwerte erreichte die AfD in Mühlental (44,8 Prozent) und Eichigt (43,8). Einzig in Bad Elster blieb die AfD mit 28,4 Prozent unter der Marke von 30 Prozent. Im Vergleich zur Europawahl 2019 konnte sie ihr Ergebnis deutlich ausbauen. Damals erzielte sie 23,9 Prozent. In einem ersten Statement schreibt die AfD bei Facebook: „Unsere Wähler sind uns treu geblieben und viele neue sind noch hinzu gekommen. Gerade bei jungen Wählern unter 30 hat die AfD fulminant zugelegt.“

Als Gewinner der Wahl darf sich auch das Bündnis Sarah Wagenknecht (BSW) fühlen. Die neue Partei schnitt überall zweistellig ab. Das beste Ergebnis steht mit 18,6 Prozent in Bad Elster zu Buche. Die CDU als einstiger Platzhirsch in der Region erzielte ein ähnliches Ergebnis wie vor fünf Jahren. Damals reichten 26,4 Prozent jedoch noch zum Spitzenplatz. Jetzt liegen die Christdemokraten abgeschlagen auf dem zweiten Platz. Nur in Grünbach reichte es zum Orts-Sieg. Hier gewannen sie mit 32,1 zu 30,6 Prozent vor der AfD. CDU-Kreischef Sören Voigt kommentiert das Ergebnis: „Das Ergebnis ist eine deutliche Klatsche für die aktuelle Bundesregierung. Die CDU im Vogtland kann ihr Ergebnis von 2019 fast stabil halten. Trotzdem können wir mit dem Ergebnis nicht wirklich zufrieden sein, weil wir von der Schwäche der Ampel nicht profitieren können.“

Die SPD, die vor fünf Jahren immerhin noch 9,9 Prozent der Stimmen im Vogtlandkreis holte, stürzte ab. Die Sozialdemokraten fuhren Ergebnisse um die fünf Prozent ein. Der beste Wert steht mit 8,7 Prozent in Bad Elster.

Das sind die Ergebnisse der Kommunalwahl

Bis Redaktionsschluss um 23 Uhr hatte erst ein Teil der Kommunen die Kommunalwahl ausgezählt.

Oelsnitz: Die Freie Oelsnitzer Bürgerschaft (FOB) löst die CDU als stärkste Kraft ab - sie liegt 80 Stimmen vor der Union. Beide holen sieben Mandate, die FOB gewinnt eines hinzu, die CDU hält die Anzahl ihrer Abgeordneten. Die AfD schaffte ohne ihre Stimm-Schwergewichte Ulrich Lupart und Frieder Jäckel Stimmengewinne und hat nach wie vor fünf Mandate. Deutlich verloren haben die Linken, die einen Sitz auf nun zwei verloren, leicht die SPD, die nach wie vor mit einem Abgeordneten vertreten ist.

Klingenthal: Mit 2720 Stimmen holte AfD-Kandidat Danilo Kaune die meisten Stimmen aller Stadt- und Gemeinderatskandidaten im oberen Vogtland. Die AfD hätte damit vier Stadtratssitze besetzen können, Kaune stand aber als einziger als auf der Liste der Partei. Damit hat der neue Stadtrat nur 15 statt 18 Mitglieder. Stärkste Partei bleibt die CDU, die aber von sieben Sitzen zwei verlor. Einen Platz abgeben auf nun fünf muss Pro Klingenthal - meine Stadt. Die Freien Wähler sind noch mit drei Abgeordneten vertreten, zwei weniger als bisher. Die FDP schaffte mit einem Bewerber die Rückkehr in den Stadtrat.

Adorf: Die Freien Wähler legten als nach wie vor stärkste Kraft nochmals deutlich zu und verbesserten sich um zwei auf neun Sitz. Die erstmals angetretene Soziale Bürgerschaft Adorf - mit den bisherigen Räten der SPD - kam auf Rang 2 mit vier Sitzen. Die CDU verlor zwei Mandate auf nun vier Sitze. Die Linke, die bisher zwei Sitze hatte, errang mit ihrem einzigen Kandidaten einen Sitz.

Markneukirchen: Die Freien Wähler bleiben stärkste Kraft mit sechs Sitzen, einem weniger als bisher. Die AfD rückt auf Rang 2 vor und gewinnt einen Sitz (nun vier), gefolgt von der neuen Vereinigung Bürger für Markneukirchen, die ebenfalls mit vier Abgeordneten einzieht. Die großen Verlierer der Stadtratswahl sind CDU (drei Sitze, minus zwei und FDP (ein Sitz, minus eins).

Bad Elster: Stärkste Kraft bleibt trotz Stimmenverlusten die Unabhängige Bürgerschaft mit sechs Sitzen, einem weniger als bisher. Dagegen gewann die CDU ein Mandat und hat nun vier Abgeordnete. Die neue Vereinigung Gemeinsam für Bad Elster schaffte mit beiden Kandidaten den Einzug in den Stadtrat. Ein Mandat verloren haben die Freien Wähler, die noch mit einem Rat vertreten sind. Die SPD behauptete ihren Sitz am Ratstisch, während Die Linke den erneuten Einzug ins Parlament verfehlte.

Bad Brambach: Die CDU ist nach schwächeren Abschneiden 2019 wieder stärkste Kraft - mit sieben Abgeordneten statt bisher drei. Die Vereinigung Zukunft für Bad Brambach hat weiter zwei Abgeordnete, die FDP und die Dorfgemeinschaft Raun/Gürth jeweils einen. Die neue Dorfgemeinschaft Schönberg schaffte mit einem Bewerber den Einzug in den Gemeinderat.

Muldenhammer: Die Freien Wähler bleiben der Platzhirsch mit deutlichem Vorsprung, müssen aber von ihren bisherigen neun Mandaten drei abgeben. Die CDU legt um einen Sitz auf drei zu. Die neue Wählervereinigung Vereint für Muldenhammer zieht mit zwei Abgeordneten ein, ebenso die AfD, die einen Sitz gewann. Die Wählervereinigung Meinhold ist mit einem Gemeinderat dabei, während die Wählervereinigung Rosenbaum den Einzug verpasste.

Tirpersdorf: Die Parteiunabhängige Wählergemeinschaft bleibt mit Abstand stärkste Kraft, verlor indes von ihren bisher elf Sitzen einen. Die erstmals angetretene Vereinigung Aktiv vor Ort - Liste 24 schaffte auf Anhieb mit zwei Stimmen den Einzug in den Gemeinderat, den die Grünen ein weiteres Mal verpassten.

Schöneck: Aus der Stadtratswahl geht die CDU als stärkste Kraft hervor - obwohl sie im Vergleich zu 2019 einen Sitz verloren hat. Die Christdemokraten eroberten sechs Sitze. Die Freien Wähler, bisher stärkste Kraft, halbierten ihre Sitz-Anzahl auf vier. Die AfD gewann drei Sitze, ebenso die neue Wählervereinigung „Bürger für Schöneck“. Die SPD ist mit einem Mandat zurück im Rat.

Bösenbrunn: Die Kräfteverhältnisse im Gemeinderat haben sich verschoben. Die Action gemeinsame Liste Bösenbrunn, die 2019 bereits auf Rang 1, holte mehr als die Hälfte der Stimmen und gewann drei Mandate auf nun sieben dazu. Die Action Bürger Schönbrunn verteidigten ihre drei Mandate. Bei den Linken sitzt noch ein Vertreter (bisher zwei) am Ratstisch. Am deutlichsten verloren haben die Abgeordneten der Bürger, die zwei ihrer bisher drei Mandate verlieren.

Triebel: Es gibt deutlichere Verschiebungen. Konnten die Freien Wähler 2019 noch elf Sitze holen, so sind es diesmal nur noch sieben. Je ein Mandat gewonnen haben die Bürger für Triebel und die neue Vereinigungen Dorfmitgestalter Triebel und Wir sind Posseck. Die Linke konnte ihren einzigen Sitz im Rat verteidigen.

Eichigt: Nur in der personellen Zusammensetzung gibt es Änderungen. Die Bürger für Eichigt holten erneut neun Sitze, die Freunde der Feuerwehr sind weiter mit zwei Abgeordneten vertreten und die SPD mit einem.

Mühlental: Mit je vier Mandaten sind die Wählervereinigung Unterwürschnitz und die Freien Wähler Marieney-Saalig im neuen Rat vertreten. Die Unterwürschnitzer gewannen zwei Mandate, die Freien Wähler einen Sitz. Die Wählergemeinschaft Tirschendorf ist mit zwei Abgeordneten vertreten, einem weniger als bisher. Einen Sitz zugelegt auf nun zwei hat der Feuerwehrverein Wohlbach. (hagr/tb)

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