Ausstellung "Körperwelten" kommt noch 2020 nach Greiz

Plastinator Gunther von Hagens, gerade 75 geworden, erfüllt sich einen Herzenswunsch in der Stadt seiner Kindheit und Jugend. Der Bürgermeister ist hoch erfreut.

Greiz.

Die Ausstellung "Körperwelten" von Gunther von Hagens soll noch in diesem Jahr in der Schloss- und Residenzstadt Greiz Station machen. Zu seinem 75. Geburtstag, zu dem er am Freitag bei seiner Schwester Siegrit in Greiz weilte, entschied der Erfinder der Plastination, dass er sich diesen lange gehegten Wunsch 2020 erfüllen wolle. Per Handschlag besiegelte er mit Bürgermeister Alexander Schulze (parteilos) das Vorhaben.

"Ich bin hocherfreut", sagte Schulze am Dienstag der "Freien Presse". "Die Ausstellung haben bereits 50 Millionen Menschen auf sechs Kontinenten gesehen. Dass es endlich auch in Greiz klappt, ist eine tolle Sache." Denn der Mann mit dem Hut, der seit 1996 mit menschlichen Plastinaten weltweit von sich reden gemacht hat, verbrachte seine Kindheit und Jugend in Greiz.

Geboren als Gunther Gerhard Liebchen, lebte er vom 6. bis 20. Lebensjahr in Greiz. Nach dem in Abendkursen erworbenen Abitur arbeitete er als Hilfspfleger im Greizer Krankenhaus und in der Elster-Apotheke. Nach versuchter Flucht aus der DDR, Gefängnis und Freikauf landete er in Heidelberg. Dort studierte er Medizin und konnte 1977 an der Universität Heidelberg sein bahnbrechendes Verfahren der Plastination vorstellen. Seit 1996 zeigt von Hagens seine "Körperwelten"-Schau, die ebenso spektakulär wie umstritten ist. Seine Gegner verteufelten ihn als "Dr. Tod". Er selbst will die menschliche Anatomie für alle sichtbar und begreiflich machen. Rund 19.000 notariell beglaubigte Körperspender sind bei ihm registriert.

Seit seinem Amtsantritt 2018 hat sich der Greizer Stadtchef Alexander Schulze dreimal mit von Hagens, der seit 2008 an Parkinson erkrankt ist, getroffen. Darunter auch einmal im Plastinarium in Guben. Man habe schnell einen guten Draht zueinander gefunden. Die "Körperwelten" hatte Schulze vor Jahren selbst in Köln gesehen und war fasziniert. Der Schachspieler und der Läufer sind als Plastinate von Gunther von Hagens weltbekannt, ebenso der Reiter auf seinem Pferd, der plastinierte Bär, eine Giraffe, ein Elefant.

Was wo und wann genau in Greiz zu sehen sein wird, steht noch nicht fest. "Wir treten jetzt in die konkreten Verhandlungen und haben ihm drei Varianten für eine kleine, eine mittlere und eine große Ausstellung angeboten. Sie soll längere Zeit zu sehen sind, mindestens zwei Monate denke ich", sagt der Bürgermeister. Die Stadt werde das Projekt mit ganzer Kraft unterstützen.

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