Deutsche Bank schließt in Reichenbach

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Die Kunden sollen künftig aus der Filiale in Greiz betreut werden. Und was wird mit Bargeld, Personal und der Immobilie?

Reichenbach. Die Deutsche Bank wird bis Ende des Jahres ihre Filiale in Reichenbach schließen. Das hat der für Sachsen zuständige Unternehmenssprecher auf Anfrage der "Freien Presse" bestätigt. Die Kunden sollen künftig aus der Filiale Greiz heraus betreut werden.

Das Aus für den Standort ordnet sich in das Bestreben der Deutschen Bank ein, bis Ende 2021 deutschlandweit rund 100 Filialen zu schließen. Es verbleiben 400 Filialen. In Sachsen sind von der Schließung neben Reichenbach auch die Standorte Mittweida, Radebeul und Weißwasser betroffen.

"Wir richten unser Filialnetz nach der Nachfrage unserer Kunden aus. Sie wählen für die Erledigung ihrer täglichen Bankgeschäfte, aber auch für die Beratung immer seltener den Weg in die Filiale und nutzen stattdessen zunehmend die von Online- und Mobile-Banking und das Telefon", begründet der Banksprecher das Vorgehen. Schon jetzt würden die Kunden einen Großteil des Zahlungsverkehrs online erledigen. Die Anzahl der Nutzer und der Zugriffe auf die Mobile App habe 2020 jeweils um etwa 35 Prozent zugelegt. Der Klick ins elektronische Postfach löse den Weg zum Kontoauszugsdrucker ab.

In Sachsen gebe es zudem ein Regionales Beratungscenter, das die Kunden von Schkeuditz aus via Video oder Telefon in allen finanziellen Themen berät. Es habe Montag bis Freitag, 8 bis 20 Uhr und an Samstagen 9 bis 15 Uhr geöffnet.

Für die Kunden bleiben Bankleitzahl und Kontonummer sowie bestehende Verträge unverändert. Für kostenlose Bargeld-Abhebungen verweist der Bank-Sprecher auf die Geldautomaten der Cash-Group, zu der die Postbank, Commerzbank und weitere Institute gehören. Zusätzlich könnten Deutsche-Bank- Kunden an vielen Shell-Tankstellen sowie an den Kassen vieler Einzelhandelsketten Bargeld mitnehmen. Die Deutsche Bank verspricht, mit ihren Reichenbacher Kunden in den nächsten Wochen und Monaten ausführlich über alle Fragen sprechen zu wollen, die sie beschäftigen.

In der Filiale Reichenbach sind nach Auskunft der Bank derzeit fünf Bankkaufleute tätig. Konkrete Aussagen zu den personellen Veränderungen seien noch nicht möglich, heißt es. Zum Teil werden Mitarbeiter künftig an anderen Standorten tätig sein. Man werde "alles daran setzen, betriebsbedingte Kündigungen zu vermeiden".

Was aus dem Erdgeschoss des 1920 erbauten denkmalgeschützten Wohn- und Geschäftshauses in der Bahnhofstraße 9 in Reichenbach wird, ist noch offen. Zu hören ist allerdings, dass die gegenüber befindliche Commerzbank nach größeren Räumlichkeiten suche.

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