Deponiegegner blasen ihren symbolischen Luftballonstart ab

Die Bürgerinitiative Gablenz sagt wegen Anfeindungen eine Aktion vor dem Kindergarten ab. Ihr Ziel sei trotzdem erreicht.

In die jetzige Kiesgrube Gablenz soll belastetes Material verfüllt werden. Dagegen wehren sich die Bewohner des nahem Crimmitschauer Ortsteils.

Für Sie berichtet: Annegret Riedel

Die Luftballon-Aktion der Bürgerinitiative Gablenz, die am heutigen Freitag am Kindergarten des Crimmitschauer Ortsteiles geplant war, fällt aus. Die Mitglieder der Bürgerinitiative wehren sich seit Monaten gegen Pläne von Investoren, die unter anderem Betonreste, Schotter, Mineralwollabfälle und asbestbelastetes Material in die jetzige Kiesgrube zwischen der Landstraße und der Autobahn bringen wollen. Die Luftballonaktion vor der Kindereinrichtung sollte laut Manja Clemen, Sprecherin der Bürgerinitiative, symbolisch darstellen, wie weit Schadstoffe mit dem Wind in die Umgebung getragen werden und dass die Kinder unter diesen Folgen besonders leiden.

"Unsere gute Absicht, auf ein größeres Problem aufmerksam machen zu wollen, hat im Vorfeld wegen der Luftballons in Bezug auf die Umwelt für heftige Kritik gesorgt." Mit Rücksicht auf die Umwelt habe man bei der Vorbereitung bewusst auf zertifizierte Luftballons aus Naturkautschuk, Baumwollverschlüsse sowie kleinstmögliche Papierflugkarten geachtet. Man habe Gutes erreichen wollen und nicht mit Anfeindungen gerechnet.

Die Absage habe letztlich aber für die Aufmerksamkeit gesorgt, die man sich schon die ganze Zeit für den Gegenwind zur Deponieplanung gewünscht habe. Somit sei es wohl letztlich die umweltfreundlichste Protestaktion, die ihr Ziel erreicht hat, bevor sie stattfand, sagt Manja Clemen.

Zuletzt hatte sich Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) im Wahlkampf zu dem Thema geäußert. Ein Ministerpräsident sei kein König, der Befehle erteilt, die dann umgesetzt werden. "Aber ich rede gern mit dem Bergamt wegen Ihrer Bedenken. Ich möchte aber keine falschen Erwartungen wecken", sagte er auf Anfrage von Mitgliedern der Bürgerinitiative. Im Mai hatte es einen Protestmarsch mit rund 70 Teilnehmern gegeben. Die Investoren hatten ihre Pläne erstmals im November 2018 den Einwohnern des Crimmitschauer Ortsteils vorgestellt. Nachdem auf dem Areal jahrzehntelang Kies abgebaut wurde und mehrfach der Besitzer wechselte, soll es jetzt mit rund einer Million Kubikmeter verfüllt werden. Bevor damit begonnen wird, soll der Boden mit einer Spezialfolie ausgelegt werden. Die soll verhindern, dass Sickerwasser ins Erdreich gelangt.

Die Petition, die die Gablenzer gegen die Investorenpläne ins Leben gerufen haben, hat bereits rund 3000 Unterzeichner.

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