Rosa für die Kreistagswahl, gelb für die Stadtratswahl: Die Rochlitzer Wahlhelfer beim Auszählen der Stimmzettel.
Rosa für die Kreistagswahl, gelb für die Stadtratswahl: Die Rochlitzer Wahlhelfer beim Auszählen der Stimmzettel. Bild: Mario Hösel
Rochlitz
Wahl rund um Rochlitz: Rechtsextreme Freie Sachsen holen in Lunzenau 17 Prozent - alle Ergebnisse liegen vor

Die Auszählung lief bis in die Nacht hinein auf Hochtouren, nun liegen alle Zahlen für die Wahl der Gemeinderäte und Stadträte vor. In Lunzenau erreichen die rechtsextremen Freien Sachsen 17 Prozent - das derzeit höchste Ergebnis in Mittelsachsen.

Rochlitz/Penig.

Die Wahllokale sind geschlossen, die Auszählung in der Region Rochlitz lief auf Hochtouren bis in die Nacht hinein, nun liegen alle Ergebnisse vor.

Wer vertritt die Mittelsachsen künftig im Kreistag, Stadtrat, Gemeinderat und Ortschaftsrat? Hier finden Sie demnächst alle Ergebnisse aus den Städten und Gemeinden in Mittelsachsen.

Die Wahlen in Mittelsachsen im Überblick:

Wahlen in Mittelsachsen

Wahlen in der Region Freiberg

Wahlen in der Region Flöha

Wahlen in der Region Mittweida

Geringswalde: Die Freien Wähler Geringswalde (FWG) sind mit 45,5 Prozent der Wählerstimmen mehr als deutlich Sieger der Stadtratswahl. Auf Platz 2 folgt die CDU mit 20,1 Prozent. Dahinter reihen sich Die Linke mit 17,6 Prozent und die FDP mit 10,2 Prozent ein. 67,8 Prozent der Wähler haben ihre Stimme abgegeben.

Erlau: Die meisten Stimmen in Erlau kann das Bürgerbündnis der Gemeinde (BbG) für sich gewinnen, mit 35,2 Prozent. Es folgen die CDU mit 16,2 Prozent, die um 7,8 Prozentpunkte abrutscht, und die AfD mit 15,8 Prozent, die wiederum ein Plus von 7 Prozent verzeichnen kann. Jeweils mehr als 11 Prozent der Wähler entschieden sich für die Freunde der Volkssolidarität (VS Erlau) und die Wählervereinigung Crossen (WVC). Die Wahlbeteiligung: 76,2 Prozent.

Wechselburg: Als erste Kommune Mittelsachsens hat die Gemeinde Wechselburg ein vorläufiges Ergebnis zur Gemeinderatswahl vorgelegt. Demnach haben 1112 Wählerinnen und Wähler (Wahlbeteiligung: 76,6 Prozent) ihre Stimmen abgegeben. Wahlsieger ist nach dem vorläufigen Ergebnis hier die CDU mit 51,4 Prozent der Stimmen, was im Vergleich zur vorhergehenden Wahl ein Plus von 15,4 Prozentpunkten darstellt. Stimmanteile eingebüßt hat vor allem die Wechselburger Wählergemeinschaft (WWG), ist aber dennoch im Gemeinderat künftig zweitstärkste Fraktion.

Seelitz: Kurz nach Wechselburg liegen auch in Seelitz die Ergebnisse vor. Die Bürgerbewegung der Kirchgemeinde Seelitz stellt weiter die Mehrheit im Rat, im Vergleich zu 2019 hat sie wieder zugelegt: auf 43,7 Prozent. Als zweitstärkste Kraft löst „Seelitz gemeinsam gestalten“ (25,5 Prozent) die Bürgergemeinschaft der Freiwilligen Feuerwehr (21,7 Prozent) ab.

Zettlitz: Mit ganz klarem Vorsprung zieht die Wählervereinigung der Freiwilligen Feuerwehr Zettlitz erneut in den Gemeinderat ein. 60,4 Prozent entfallen auf diese. „Zukunft gemeinsam gestalten“ und die Wählervereinigung „Fußballsportverein Zettlitz“ erreichen jeweils 15,3 Prozent der Stimmen. Die Linke landet abgeschlagen bei 2,8 Prozent. Aus dem Stand heraus gelang der Wählervereinigung „Zukunft gemeinsam gestalten“, die sich erstmals einer Wahl stellte, der Sprung in den Zettlitzer Gemeinderat. Die Wahlbeteiligung lag mit 70,8 Prozent höher als 2019.

Lunzenau: In Lunzenau erreichen die rechtsextremen Freien Sachsen 17 Prozent - derzeit das höchste bekannte Ergebnis in Mittelsachsen. Sie ziehen damit erstmals in den Stadtrat ein - mit drei Kandidaten. Die Christdemokraten bilden dennoch die Mehrheit im Stadtrat, mit 45,7 Prozent wurden sie stärkste Kraft. Mit 37,4 Prozent rutschen die Freien Wähler Lunzenau auf Platz zwei. Die Wahlbeteiligung lag bei 71 Prozent, 2019 waren es noch 64,8 Prozent.

Penig: Die CDU behält in Penig ihre Mehrheit, 43,1 Prozent der Wahlberechtigten sprachen sich für die Christdemokraten aus. Die Freie Wählergemeinschaft Penig wird zweitstärkste Kraft, die Vereinigung Unabhängige Bürger für Penig kann im Vergleich zur Wahl 2019 noch einmal zulegen und erreicht 18,5 Prozent. Zog Mike Tauchmann vor fünf Jahren in Ermangelung weiterer Kandidaten allein für die Unabhängigen Bürger in den Stadtrat ein, bekommt er nun gleich zweimal Verstärkung. Rosmarie Teichmann und Marcel Dittrich folgen ihm in das Gremium.

Königshain-Wiederau: Die CDU stellt in Königshain-Wiederau weiterhin die Mehrheit im Rat. 63,1 Prozent der Stimmen bekamen die Christdemokraten. Neu ist die Wählergruppe „Wir für hier“ im Gemeinderat, die aus dem Stand 28,9 Prozent schaffte. Die Grünen sind nicht mehr vertreten, und auch die AfD, deren Sitze bislang unbesetzt waren, wurde nicht wieder gewählt.

Rochlitz: Den Christdemokraten in Rochlitz ist es gelungen, im Vergleich zum Wahljahr 2019 zehn Prozentpunkte hinzuzugewinnen. Waren es vor fünf Jahren noch 31,6 Prozent, schaffte die CDU nun den Sprung auf 41,7. Die Gruppe „Rochlitz gemeinsam gestalten“ verlor leicht, dafür sind FDP und Die Linke stark: beide freuen sich über 10,7 Prozent der Stimmen. Zum ersten Mal ziehen die Senioren für Rochlitz in den Stadtrat ein. Sie bekommen nach derzeitigem Stand einen Platz im Gremium.

Königsfeld: In Königsfeld wird sich die Zusammensetzung des Gemeinderates recht deutlich verändern. Die Wählervereinigung der Freiwilligen Feuerwehr Königsfeld/Schwarzbach kommt auf 45 Prozent und kann dadurch zwar ihre Mehrheit im Rat verteidigen. Die AfD, die 2019 erstmals in Königsfeld in das Gremium einzog, löst nun jedoch mit 16,3 Prozent an diesem Wahlsonntag die Wählervereinigung christlicher Bürger als zweitstärkste Kraft ab. Letztere kam nur auf 11,3 Prozent.

In Rochlitz freute sich Wahlleiter Mario Rosemann über eine reibungslos abgelaufene Wahl. „Es gab weder in Rochlitz noch in Seelitz oder Königsfeld Zwischenfälle“, sagt er. Dabei sei die Wahlbeteiligung wesentlich höher gewesen als 2019, „die lag diesmal bei etwa 60 Prozent“, macht Rosemann deutlich. Viele Stimmen seien per Briefwahl abgegeben worden. „In den Wahllokalen und bei den Briefwahlvorständen lief den ganzen Tag alles planmäßig.“

Auch in Penig lief alles „rund“, wie Wahlleiter Gert Benndorf erklärte, die Wahlbeteiligung habe bei rund 50 Prozent gelegen, mehr als 7000 Wahlberechtigte waren dazu aufgerufen, das Europaparlament zu wählen, etwas weniger waren es für Kreistag und Stadtrat, weil bei der Europawahl schon 16-jährige Wähler an die Urne durften. (jto/fmu)

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