Marco Schikora (2. v .li.) im Zweikampf mit Dortmunds Antonios Papadopoulos; ganz links Guillermo Lopez Bueno, hinten Steffen Meuer.
Marco Schikora (2. v .li.) im Zweikampf mit Dortmunds Antonios Papadopoulos; ganz links Guillermo Lopez Bueno, hinten Steffen Meuer. Bild: Sven Sonntag/PICTURE POINT
FC Erzgebirge Aue
FC Erzgebirge Aue: Dieses Unentschieden ist zu wenig

Freie Presse auf Google News folgen

Das war’s: Der letzte Funken Aufstiegshoffnung ist erloschen, der FC Erzgebirge Aue spielt auch in der kommenden Saison in der Dritten Liga: Bei Borussia Dortmund II kamen die Veilchen zu einem leistungsgerechten 2:2-Unentschieden. Ein Punkt, der nicht mehr weiterhilft.

Dortmund.

Der FC Erzgebirge ist auswärts einfach nicht gut genug. Bei der zweiten Mannschaft von Borussia Dortmund kamen die Auer am Samstagnachmittag zu einem 2:2 (1:1)-Unentschieden. Vor 2064 Zuschauern im Stadion Rote Erde, davon rund 500 aus dem Erzgebirge angereiste, trafen Paul-Philipp Besong und Anrtonios Papadopoulos für den BVB sowie Mirnes Pepic und Erik Majetschak für die Erzgebirger. Mal wieder fielen gleich zwei Treffer in der Nachspielzeit.

Beim BVB hatte Trainer Jan Zimmermann mit einigen Personalproblemen zu kämpfen, schickte trotzdem eine starke Elf auf den Platz. In der standen U-17-Weltmeister Paris Brunner und Paul-Philipp Besong, der erst im letzten Sommer aus Aue nach Westfalen gewechselt war. Für den FC Erzgebirge hatte der 23-jährige Stürmer in der Vorsaison fünf Tore erzielt, für die Dortmunder bis zum Anstoß dieser Partie drei.

Pavel Dotchev, bekanntermaßen kein Freund großer Rotationen, musste zwangsläufig einmal wechseln: Torjäger Marcel Bär, der sich beim 2:1-Sieg gegen Unterhaching einen Muskelfaserriss im Oberschenkel zugezogen hatte und nun wahrscheinlich für den Rest der Saison ausfällt, wurde im Sturmzentrum abwechselnd von Steffen Meuer, Boris Tashchy, Marvin Stefaniak und auch Mirnes Pepic vertreten, die in der Offensive munter ihre Positionen tauschten. In die Startelf zurück kehrte Niko Vukancic, der in der Innenverteidigung agierte. Erik Majetschak rückte eins vor auf die Sechserposition. Nach langer Verletzungspause seit Januar erstmals wieder im Kader stand Maximilian Thiel, der zu Beginn der Serie schon mehrfach als Joker glänzen konnte.

Die Hausherren begannen stürmisch, kamen einige Male gefährlich vors Auer Tor. Und schon nach 14 Minuten klingelte es im Kasten von Martin Männel: Julian Hettwer fand mit seinem Pass Besong, der von Steffen Nkansah nicht zu halten war und zum 1:0 traf. Ausgerechnet Besong!

Am brenzligsten für Männels Gegenüber Marcel Lotka wurde Kilian Jacobs Flanke, die zum Torschuss wurde. Lotka lenkte den Ball in höchster Not mit einer Faust zur Ecke (21.). Auch bei Tim Danhofs Schuss aus spitzem Winkel reagierte Lotka hervorragend (29.). Der FCE war jetzt besser im Match, kontrollierte den Ball und verlagerte das Geschehen mehr und mehr in die Dortmunder Hälfte.

Das wurde belohnt: Pepic drückte Danhofs Flanke per Kopf in die Maschen, der Ex-Zwickauer Patrick Göbel war zwar nah dran am Auer, konnte Pepic aber nicht darin hindern, sein drittes Saisontor zu markieren (39.). Mit dem 1:1 ging es in die Pause.

„In der ersten Viertelstunde war unser Spiel sehr fehlerhaft, danach ist es etwas besser geworden, wir sind noch im Geschäft“, analysierte Aues Sportgeschäftsführer Matthias Heidrich zur Pause, „wir müssen weiter daran glauben, dass wir hier gewinnen können, dann geht vielleicht noch etwas.“

Das erste Achtungszeichen der zweiten Hälfte setzten dann aber wieder die Dortmunder, genau genommen einer: Guillermo Bueno Lopez spazierte über das halbe Feld und zog einfach mal ab. Nur um Zentimeter verfehlte der Ball das rechte obere Dreiangel des Auer Kastens (51.).

Ein Elfmeter hätte dem BVB dann die erneute Führung bringen können. Hettwer war im Laufduell mit Vukancic nach einer leichten Berührung zu Fall gekommen, Schiedsrichter Luca Jürgensen zeigte auf den Punkt. Franz Roggow trat zur Ausführung an, setzte die Kugel zum Glück für den FCE aber neben den Kasten (65.).

Das mögliche 2:1 für die Erzgebirger verstolperte Meuer (68.), dann legten die Hausherren noch einmal los: Männel verhinderte den Einschlag mit Glanzparaden gegen Rodney Elongo-Yombo (74.) wie auch Ayman Azhil (80.). Der Kapitän blieb der Fels in der Brandung, obwohl er von Hettwer, der in ihn hineingerutscht war, hatte einiges einstecken müssen (78.).

90 Minuten waren rum, doch das Match längst noch nicht vorbei: Papadopoulos köpfte reichlich unbedrängt zum vermeintlichen Sieg für die Westfalen ein (90.+2). Doch der FCE antwortete: Majetschak traf - ebenfalls per Kopf - zum 2:2-Endstand (90.+4). Ein Spektakel! So richtig zufrieden ging am Ende trotzdem keiner vom Platz.

Mirnes Pepic trifft per Kopf zum 1:1-Ausgleich für die Veilchen und jubelt.
Mirnes Pepic trifft per Kopf zum 1:1-Ausgleich für die Veilchen und jubelt. Bild: Sven Sonntag/PICTURE POINT
© Copyright Chemnitzer Verlag und Druck GmbH & Co. KG
Das könnte Sie auch interessieren
25.04.2026
5 min.
Erzgebirge Aue rechnerisch abgestiegen – Unentschieden gegen Wehen Wiesbaden bei Minuskulisse
Erzgebirge Aue rechnerisch abgestiegen – Unentschieden gegen Wehen Wiesbaden bei Minuskulisse - Der FC Erzgebirge Aue, hier mit Angreifer Ricky Bornschein (li.) im Zweikampf mit Wiesbadens Jordy Gillekens, ist an diesem viertletzten Spieltag rechnerisch abgestiegen.
Der FCE hat nun endgültig keine Chance mehr auf Rettung. Drei Tage nach dem Derbysieg in Chemnitz sind die Veilchen nach einem 2:2 gegen Wehen Wiesbaden rechnerisch abgestiegen.
Paul Steinbach
29.05.2026
2 min.
Tödlicher Badeunfall am Stausee Rabenstein: Großaufgebot an Einsatzkräften suchte zwei Stunden lang nach dem Opfer
Tödlicher Badeunfall am Stausee Rabenstein: Großaufgebot an Einsatzkräften suchte zwei Stunden lang nach dem Opfer - Bei einem Badeunfall am Stausee Rabenstein ist am Donnerstagabend ein Mann ertrunken.
Mit mehreren Booten, Drohnen und Spezialtauchern wurde am Donnerstagabend ein Mann gesucht, der 25 Meter vom Ufer entfernt untergegangen war. Er konnte nur noch tot geborgen werden. Mittlerweile steht seine Identität fest.
Benjamin Lummer
21:00 Uhr
2 min.
Amtsgericht Zwickau: Warum sich ein Mann, der nackt auf seinem Balkon stand, jetzt verantworten muss
Amtsgericht Zwickau: Warum sich ein Mann, der nackt auf seinem Balkon stand, jetzt verantworten muss - In der nächsten Woche finden 46 Prozesse zu Straf- und Bußgeldsachen statt.
Die „Freie Presse“ informiert über Gerichtsverhandlungen, die in der 23. Kalenderwoche stattfinden. Die Verhandlungen sind öffentlich und finden am Amtsgericht, Humboldtstraße 1 in Zwickau, statt.
Frank Dörfelt
28.05.2026
3 min.
Das ist die meistgestellte Frage der Kunden der Oederaner Bäckerei Möbius
Das ist die meistgestellte Frage der Kunden der Oederaner Bäckerei Möbius - Mandy Kiesewalter und Markus Grimm zeigen Überraschungstüten, wie sie auch in der Filiale der Bäckerei Möbius an der Kesselgasse in Freiberg angeboten werden.
Wo landen die nicht verkauften Waren des Bäckereibetriebs? Darauf gibt es viele Antworten. Eine Variante ist jetzt entfallen. Dafür soll eine Idee in einem Freiberger Geschäft umgesetzt werden.
Jan Leißner
21:06 Uhr
3 min.
Unwetter wütet im Westen Deutschlands - Feuerwehreinsätze
Unwetter wütet im Westen Deutschlands - Feuerwehreinsätze - Wegen einer Gewitterfront gelten Unwetterwarnungen im Westen Deutschlands.
Heftige Gewitter, Starkregen und Hagel ziehen über den Westen Deutschlands. Münster ist stark betroffen. Auch im Zugverkehr gibt es Einschränkungen.
27.05.2026
2 min.
FC Erzgebirge Aue verlängert mit Torhütertalent
FC Erzgebirge Aue verlängert mit Torhütertalent - Max Uhlig hält seinem Herzensverein die Treue.
Seit Jahren gilt das Eigengewächs als möglicher Nachfolger für Martin Männel und als künftige Nummer eins. Nun hält er dem FC Erzgebirge auch trotz des Drittliga-Abstieges die Treue: Max Uhlig.
Paul Steinbach
Mehr Artikel