Fisch kommt vom Teich frisch auf den Tisch

230 Karpfen haben gestern beim Mühlteich- und Gutshoffest in Oberlauterbach ihre Besitzer gewechselt. Die Nachfrage war noch größer.

Oberlauterbach.

Außer einer Pfütze ist vom Mühlteich nichts mehr zu sehen. Gestern früh ging es dort hoch her: Bis zum Start des Mühlteich- und Gutshoffestes rund um das Natur- und Umweltzentrum Vogtland (NUZ) mussten die darin lebenden Karpfen herausgeholt werden und dran glauben. Denn alle zwei Jahre steht das Fest im Zeichen des Frischfisch-Verkaufs.

Der Eingriff war noch nicht beendet, da standen längst Gäste mit Appetit am Stand der Fischereigenossenschaft Plauen. "Ganz raffinierte kamen schon um neun, obwohl es erst um zehn losging", berichtete Bettina Bruchholz vom NUZ. Übrig blieb von den 230 Karpfen nichts. Auch nicht von denjenigen Fischen, die von der Fischereigenossenschaft mitgebracht wurden: 50 Kilogramm Forellen, Schleien und Saiblinge. Letztendlich überstieg die Nachfrage sogar das Angebot.

Ursprünglich hatte man auch mit Schleien im Mühlteich gerechnet. Von den vor anderthalb Jahren eingesetzten Tieren war allerdings keines mehr auffindbar. Zum Vorschein gekommene Barsche hatten nicht die nötige Größe und dürfen in einem anderen Teich weiterleben. Das NUZ-eigene Gewässer läuft auf natürliche Weise wieder voll. "Nächstes Jahr wird es neu mit Fischen besetzt", sagte NUZ-Mitarbeiter Toni Klötzer. Obwohl während der langen, heißen Durststrecke im Frühjahr und Sommer der Lauterbach als Zufluss versiegt war, schaffte es der Mühlteich, seinen normalen Wasserstand zu halten.

Im ehemaligen Rittergutsgelände, wo das NUZ seinen Sitz hat, ging das Fest mit Markt, Anbietern regionaler Produkte, Kreativständen und Unterhaltung über die Bühne. 25 Händler reihten sich aneinander. Die Umweltbildungseinrichtung erlebte einen regelrechten Besucheransturm. Auf über 2000 Besucher schätzte Bettina Bruchholz ihre Zahl. "Das nimmt immer mehr den Charakter eines Familienfestes an", freute sich die Projektmanagerin.

Hobby-Pflanzenzüchter Nicky Westphal war erstmals vertreten. Seine Spezialität sind fleischfressende Pflanzen. Drei Arten wachsen auf heimischem Boden. Und mit ihnen hat der Reichenbacher etwas vor: Beim Anblick des NUZ-Umfeldes kam er auf den Gedanken, eine Kooperation einzugehen. Das heißt, am Naturlehrpfad ein Moorbeet mit einigen Sonnentau-Exemplaren anzulegen. Nächstes Jahr könnte die Idee umgesetzt werden, sagte er. Mit der NUZ-Leiterin kann Westphal rechnen. "Sie ist davon angetan."

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