Kältekompetenz als Chance

Reichenbach hat es nun schriftlich: Sachsens Ministerpräsident setzte seine Unterschrift unter eine lang erhoffte Willensbekundung.

Reichenbach.

Eine Vereinbarung für das Bundeskompetenzzentrum für Kälte- und Klimatechnik mit Schwerpunkt natürliche Kältemittel und Energieeffizienz haben am Samstag Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Bildung unterzeichnet. Laut Reichenbachs Oberbürgermeister Raphael Kürzinger (CDU) wurde dafür bewusst das geschichtsträchtige Gebäude der früheren Textilfachschule an der Klinkhardtstraße gewählt.

Kürzinger: "Wir wollen ein Zeichen setzen, um dieses stadtbildprägende Gebäude einer adäquaten Nachnutzung zuzuführen und die verloren gegangene Fachschulausbildung in Reichenbach wieder zu beleben." Sachsens Ministerpräsident, Michael Kretschmer (CDU), pflichtete ihm bei: "Begonnen hat alles mit diesem Gebäude, das in Sachsen bis in die Oberlausitz bekannt ist. In meinem Verwandtenkreis sind Leute, die hier eine Ausbildung genossen haben, noch voller positiver Erinnerungen."


Die Landesregierung bekenne sich zu Bildung, Forschung und Wissenschaft genauso wie zur Stärkung des ländlichen Raumes, so Kretschmer, und: "Wir machen nicht, was uns Wissenschaftler empfehlen und konzentrieren uns auf Leuchttürme. Wir sind Überzeugungstäter für den ländlichen Raum und nutzen die Kompetenzen und die Wirtschaftskraft der Regionen. Eine der Stärken hier ist die Kältetechnik." Er wies darauf hin, dass diesem Thema aufgrund immer heißer werdender Sommer sowie geänderter Vorschriften in Europa eine größere Bedeutung zukomme.

Markus Richter von der TU Chemnitz sieht eine einmalige Möglichkeit der Mitwirkung an der gesamten Wertschöpfungskette von der Grundlagenforschung bis zur Fertigung. Ralf Herzog vom privaten Forschungsunternehmen ILK Dresden steht für die Zusammenarbeit von Forschung und Mittelstand.

Vogtland-Landrat Rolf Keil (CDU) nannte die Ausbildung zum Kältetechniker an der Reichenbacher Berufsschule eine gute Basis. Markus Richter von der Berufsakademie Sachsen verwies auf bereits vorhandene Erfahrungen in der vertiefenden Ausbildung in Kältetechnik, die gemeinsam mit dem Kompetenzzentrum fortgesetzt werden soll.

Bundesinnungsmeister Heribert Baumeister wies auf den großen Bedarf an Fachkräften beim Übergang von synthetischen zu natürlichen Kältemitteln hin. Eine ähnliche Position vertrat Wilfried Ott von der Sächsischen Innung der Kälte- und Klimatechnik, der den Aspekt des Arbeitsschutzes beim Umgang mit giftigen, brennbaren und explosiven Kühlmitteln in die Runde brachte. Ralf Hübner vom Bildungswerk der Sächsischen Wirtschaft positionierte sich zur Fachkräftegewinnung, bei der zunehmend das Ausland eine Rolle spiele.

Kretschmer sagte noch über die Initiative: "Ich kenne kein anderes Beispiel, wo es gelungen ist, so viele Partner zusammenzubringen, um ein gemeinsames Ziel zu verfolgen." Mit der Kooperationserklärung bekunden die Partner den Willen, in ihrem Wirkungskreis alle Möglichkeiten für die Realisierung des Kompetenzzentrums zu nutzen. Jetzt muss die Machbarkeitsstudie erstellt werden, damit die Finanzierung des Projektes gesichert werden kann. Der Unterzeichnung waren eine Präsentation der Ziele sowie eine Beratung des Themas vorausgegangen.

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