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Klaus Hergert aus Limbach sammelt mit Hilfe der „Freie Presse“-Leser Geld für ein neues Auto. Wie verbringt der agile Rollstuhlfahrer die Feiertage?
Wer bei Klaus Hergert zu Gast ist, trifft viele Menschen. Immer wieder geht bei dem Rollstuhlfahrer aus Limbach die Tür auf. Seine Mutter, ein Nachbar, ein Freund... - irgendjemand kommt oder geht ständig. Früher hätte man gesagt, Klaus Hergert führe ein offenes Haus. "Ich bin ein sehr geselliger Typ", beschreibt er sich selbst. Der 51-Jährige leidet an Spinaler Muskelatrophie, einem fortschreitenden Muskelschwund. Beine und Arme kann er zwar spüren, aber nicht bewegen. Deshalb kann er sich nur mit einem wuchtigen Elektrorollstuhl fortbewegen, den er mit seinen Fingerspitzen steuert.
Seine Rostlaube ist angezählt
Aus diesem Grund kommen die Leute eher zu ihm, als er zu ihnen. Doch nur in seinem Haus in Limbach sitzen mag er trotzdem nicht. Umso schlimmer für ihn, dass spätestens im Sommer des kommenden Jahres mit seinem silbernen Ford-Bus Schluss ist: Der Unterboden ist komplett durchgerostet. Was beim Tüv-Termin im September rauskommt, steht deshalb jetzt schon fest. Deswegen hofft Hergert auf Unterstützung durch "Leser helfen" für einen neuen Bus. Einen neuen Gebrauchten, um's genau zu sagen. Ein Neuwagen liegt außerhalb seiner Möglichkeiten.
Wenn das klappen würde, wäre es für Klaus Hergert das schönste Weihnachtsgeschenk überhaupt. Im stimmungsvollen Rahmen übergeben würde es allemal. Der Limbacher hat mit Unterstützung von Helfern das Haus bereits weihnachtlich dekoriert. Im Mittelpunkt: seine heißgeliebten Sherlock-Holmes-Räuchermänner. "Die meisten sind mittlerweile vergriffen", sagt er. "Nur eine Sorte kann man noch kaufen."
Lupe und eine Pfeife auf dem Oberarm
Hergert ist ein großer Fan der Romanfigur des britischen Autors Arthur Conan Doyle. Er ist Mitglied der deutschen Sherlock-Holmes-Gesellschaft und hat sich Lupe und Pfeife auf den Oberarm tätowieren lassen - die Markenzeichen von Sherlock Holmes. "Ich finde es einfach toll, wie Holmes seine Fälle durch pures Nachdenken löst", sagt er. Vielleicht hat er zu Weihnachten wieder mehr Zeit für sein Hobby. Denn das Fest verbringt er am liebsten mit seiner Familie. Heiligabend geht die Tür bei Klaus Hergert deshalb seltener auf und zu als sonst. (nie)





