Millionenschub aus Berlin soll Kältezentrum beflügeln

Bis zum Jahr 2024 sind insgesamt 15 Millionen Euro für die Forschung eingeplant. Doch der Beginn der Arbeiten verzögert sich. Die Ursache: Fledermäuse.

Reichenbach.

Das Bundeskompetenzzentrum für Kältetechnik in Reichenbach ist einen großen Schritt nähergerückt. Im Bundeshaushalt stehe bis zum Jahr 2024 eine Summe von rund 15 Millionen Euro für das Vorhaben zur Verfügung, erklärt die vogtländische Bundestagsabgeordnete Yvonne Magwas (CDU). "Das ist schon eine enorme Summe Geld", sagt sie.

Der am Freitag beschlossene Bundeshaushalt 2021 sieht im Punkt Grundlagenforschung Energieeffizienz und Erneuerbare Energien die Förderung des Aufbaus des besagten "Kompetenzzentrums für Innovationen und Forschung für Kälte- und Klimatechnik sowie Energiespeicher" vor. Konkret gefördert werden soll laut Magwas die Errichtung eines Forschungszentrums auf dem Gelände des ehemaligen Güterbahnhofs. "Dort sollen neue, innovative Techniken der Kälteerzeugung entwickelt werden - und das geht nicht in direkter Nachbarschaft zur Wohnbebauung", so Magwas. Details finden sich in einem Konzept für den Teilkomplex Forschung, an dem die TU Chemnitz gestrickt hat. Es enthält 13 Teilprojekte. Für das erste Quartal 2021 wird die Zustimmung des Bundesforschungsministeriums erwartet.

"Im Bereich Forschung haben wir somit einen großen Schritt nach vorn getan", schätzt Reichenbachs Oberbürgermeister OB Raphael Kürzinger (CDU) ein. Innerhalb des Vorhabens sollen, wie er erklärt, auch zwei Energiespeicher in Reichenbach errichtet werden. Genaueres wisse er noch nicht. Betrachtet würden aber Kältespeicher ebenso wie Erdwärme.

Am Bundeskompetenzzentrum soll allerdings nicht nur geforscht, sondern auch ausgebildet werden. Erste Pflöcke dazu wurden in einer Videokonferenz Anfang Dezember eingerammt. Sie kam auf Initiative des sächsischen Ministerpräsidenten Michael Kretschmer (CDU) und von Yvonne Magwas zustande. Vertreter der Ministerien, der TU Chemnitz, der Sächsischen Innung der Kälte- und Klimatechnik, Reichenbachs OB und Landestagsmitglied Stephan Hösl (CDU) nahmen teil.

Laut Raphael Kürzinger gelte es, die Bildungsgänge des Beruflichen Schulzentrums Vogtland und der Sächsischen Kältefachschule von der Mechatroniker- bis zur Meisterausbildung durchgängig zu beschreiben und einen Studiengang zur Ingenieursausbildung oben drauf zu setzen. Gemeinsam mit dem sächsischen Wissenschaftsministerium sollen laut Yvonne Magwas die Schnittstellen und der Mehrwert einer Kooperation von Forschung und beruflicher Bildung identifiziert und gestaltet werden.

Unterdessen wird der Startschuss für den Abriss der brachliegenden Gebäude und Anlagen des ehemaligen Güterbahnhofgeländes in Reichenbach, auf dem das Forschungszentrum entstehen sollen, erst Anfang Februar 2021 erfolgen. Im Herbst sei das nicht wie geplant möglich gewesen. Laut Stadtverwaltung verzögert sich die Maßnahme "insbesondere auf Grund weiterer naturschutzfachlicher Untersuchungen". Die Begutachtung des Geländes habe im Herbst ergeben, dass "in den alten Güterschuppen Fledermäuse ihr Sommerquartier eingerichtet" hatten. Die Stadt müsse daher Fledermauskästen in Bäumen am Rande des Areals platzieren. Sie dienen künftig als Ausweich-Sommerquartiere. Bereits im September hat der Stadtrat den Auftrag zur Brachenberäumung und Revitalisierung für knapp 792.800 Euro an den Hoch- und Tiefbau Reichenbach vergeben. Der Freistaat Sachsen gewährt 90 Prozent Fördermittel.

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