Petition: Streit um Übergabe

Glauchaus Denkmalverein wollte einen medienwirksamen Palla-Termin im Rathaus. Doch Oberbürgermeister Peter Dresler lehnt das ab.

Glauchau.

Die Petition gegen den geplanten Abriss der Denkmalgeschützten Industriebrache Palla in Glauchau trägt mit Stand vom Montag mehr als 1200 Unterschriften. Mehr als 700 stammen von Glauchauern. Der Rest verteilt sich auf die umliegenden Städte und Gemeinden, auf Sachsen, die anderen Bundesländer sowie auf das Ausland. Doch wann und in welcher Form die vom Denkmalverein Glauchau und der Vereinigung Industriekultur Ost gesammelten Signets an die Stadt Glauchau übergeben werden, ist kurz vor Abschluss der Petition noch offen. Monika Hanns, Vorsitzende des Denkmalvereins, stellt sich eine medienwirksame Übergabe der Unterschriften an den Glauchauer Oberbürgermeister Peter Dresler (parteilos) vor. "Wir wollten viele Medien dabei haben. " Doch der habe abgelehnt. Jetzt wolle sich der Denkmalverein in den nächsten Tagen beraten, wie und wann er die Unterschriften übergibt.

"Ein Termin beim Oberbürgermeister ist dafür nicht notwendig", sagte am Montag das Glauchauer Stadtoberhaupt. "Jeder hat das Recht, eine Petition im Rathaus abzugeben", fügte er hinzu. Während der Öffnungszeiten des Oberbürgermeisterbüros oder des Büros des Stadtrates sei dies möglich. Rathausintern werde dann die Petition vorab geprüft. Komme man in der Verwaltung zu dem Ergebnis, dass sich den Vorschriften gemäß um eine Petition handelt, werde sie dem Petitionsausschuss zur Beratung vorgelegt. So sei es zum Beispiel bei der jüngsten Petition von Anwohnern des Höckendorfer Weges gewesen, die den Ausbau der Straße vor ihrer Haustür in Höckendorf zum Inhalt hatte.

Ansinnen der aktuellen Petition, die im Internet und klassisch per Kugelschreiber und Papier noch bis zum 16. September läuft, ist es, den Stadtrat dazu zu bewegen, den Abrissbeschluss aus dem Jahr 2012 aufzuheben. Zum Tag des offenen Denkmals am Sonntag in der Nordpol-Seifenfabrik hatte der Denkmalverein für die Petition noch einmal kräftig die Werbetrommel gerührt. An diesem Tag kamen laut Monika Hanns noch mal um die 300 Unterschriften zusammen. "Wir haben viele Gespräche geführt", sagte Monika Hanns.

Doch der Umgang der Stadt Glauchau mit ihrer Industriebrache Palla bleibt umstritten. Der Stadtrat der Freien Wähler, Andreas Weber, hat sich in dem Diskussionsforum, das mit der Online-Petiton angeboten wird, zur Wort gemeldet. "Für den Palla Komplex fehlt einfach eine Nutzung. Es würden weiterhin Steuergelder, welche die Stadt auch dringen für das Schloss benötigt, in ein totes Gebäude fließen. Auch wenn es wehtut, die Vernunft sagt Abriss", meint Andreas Weber. Dem hält zum Beispiel der Dennheritzer Künstler Peter Schönhoff entgegen: "Dass der Erhalt eines für Glauchau so wichtigen Bauwerkes auch Geld kostet, ist mir klar. Es geht aber jetzt darum, das Bewusstsein für die stadtprägende Situation an einer wichtigen Straße der Stadt zu schärfen und wirtschaftsfördernde Initiativen zu fordern."

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...