Aue
Der Nixen-Tempel im ehemaligen Auer Freibad verschwindet wieder unter Erde

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Die Ausgrabung in der Hakenkrümme in Aue kann aus Kostengründen nicht komplett erhalten werden. Heimatfreunde hoffen, so viel wie möglich zu retten.

Aue.

Eine weitere Grabung nach der verschollenen Nixen-Skulptur aus dem Freibad in der Auer Hakenkrümme hat im Sommer keinen Erfolg gebracht. Trotzdem wollen die Heimatfreunde, die sich der Suche nach dem Kunstwerk des Dresdner Bildhauers Eugen Hoffmann (1892 - 1955) verschrieben haben, nicht aufgeben. "Zwei Ansatzpunkte sehen wir noch und hoffen, dass wir die Gelegenheit bekommen, diese zu überprüfen", sagt Frank Riedel (72).

Der Schwarzenberger ist vor einem Jahr als Zeitzeuge zu den Nixensuchern um den Auer Ralf Ebert gestoßen. Denen war es gelungen, anhand historischer Fotos und Grundrisse den Standort der Skulptur im heutigen Gelände fast auf den Meter genau zu lokalisieren. Zwar saß die Nixe nicht mehr auf ihrem Sockel, doch die ausgegrabenen Mauerreste, die ein wenig wie ein versunkener Tempel anmuten, waren trotzdem eine aufsehenerregende Entdeckung unter heimatgeschichtlich Interessierten. Immerhin hatte das Freibad als das schönste in Sachsen gegolten, ehe es in der Wismut-Zeit zugeschüttet wurde.

Gleicht die Suche der Heimatfreunde nach der Nixe inzwischen zunehmend dem Stochern mit Strohhalmen im Nebel, ist jetzt eine weitere Sorge hinzugekommen: Es war geplant, die Mauerreste als ein "Schaufenster in die Vergangenheit" zu erhalten. Diese Idee ist in Gefahr.

Im Auftrag der Wismut wird das einstige Uranbergbauareal derzeit renaturiert. Wanderwege werden angelegt, und die wiederentdeckten Relikte sollten zusammen mit einer Hinweistafel an das ehemalige Freibad erinnern. Dieser Plan wird von der Wismut grundsätzlich unterstützt, doch habe sich herausgestellt, dass der Hang hinter den Freibad-Relikten keine ausreichende Standsicherheit aufweist, sagt Michael Hüttel, der die Wismut-Altstandorte betreut: "Das Freilegen der Mauerreste war nie vorgesehen. Das hat sich zufällig ergeben. Durch die Grabungen wurde der Hang verändert. Wir haben es durchgerechnet: Um den jetzigen Zustand standsicher zu machen, müssten wir ein Stützbauwerk errichten, das 200.000 bis 250.000 Euro kosten würde. So viel zusätzliches Geld ist in unserem Projekt nicht vorhanden."

Daher werden die Mauerreste demnächst wieder zugeschüttet - allerdings nur zum Teil. Hüttel schätzt, dass es ungefähr die Hälfte der Ausgrabung treffen wird. Die gute Idee sei am Aufwand-Nutzen-Verhältnis gescheitert. "Ein anderes Ergebnis wäre uns lieber gewesen", erklärt er.

Die Heimatfreunde Hakenkrümme, die unter diesem Namen seit kurzem einen eigenen Facebook-Auftritt haben, wollen so viel möglich von den freigelegten Überresten erhalten. "Wir möchten dem schönsten Freibad Sachsens, das ein Werk unserer Väter war, ein Denkmal setzen", berichtet Frank Riedel. Natürlich hoffe man auch immer noch, die Nixe zu finden. Eine Broschüre über das Bad ist ebenfalls in Arbeit.

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