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Warum Hainichen schon vor dem Hutfestival in Chemnitz den Durchblick hat

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Am Samstag werden in Hainichen 140 Jahre Camera obscura gefeiert: Am Technischen Denkmal gibt es dann einen neuen Optikparcours, eine Lasershow und wahrscheinlich viele, tolle Brillen zu bewundern.

Hainichen.

Es ist das Wahrzeichen der Gellertstadt: Die Camera obscura auf dem Rahmenberg. Vor 140 Jahren wurde dieses technische Denkmal eingeweiht, am 23. Juni 1883. Das Jubiläum soll nun am Samstag beim alljährlichen Camerafest auf ganz besondere Art gefeiert werden. Die Stadt "gönnt" sich auf dem Areal an der Nossener Straße rund um dem Turm mit dem Optikparcours einen außergewöhnlichen Spiel- und Erlebnispark, der lange Bestand haben soll. Außerdem macht das Hutfestival Station, und am Abend ist erstmals eine Lasershow an der Camera geplant.

Optische Täuschungen erleben

Das Jubiläum hat man zum Anlass genommen, um das bekannte Camerafest aufzuwerten. Der Optikparcours wird in dieser Woche fertig aufgebaut und am Samstag um 15 Uhr zur Einweihung regelrecht "eingedreht". Die Fundamente für die einzelnen Objekte sind schon seit einiger Zeit zu sehen, ebenso noch verhüllte Tafeln. "Es gibt drei Spiegelelemente und fünf Drehscheiben", erläutert Angelika Fischer, die Leiterin des Gellert-Museums. "Mit den drehenden Scheiben mit mehr als einem Meter Durchmesser soll das menschliche Auge getäuscht werden. Die Effekte sind wirklich verblüffend."

Vom Sehtest bis zur schönsten Brille

Am Samstag gilt es zudem noch Rätsel zu den optischen Täuschungen zu lösen. In Zusammenarbeit mit der Bibliothek soll zum Beispiel herausgefunden werden, in welchen Märchen die Spiegel eine Rolle spielen. Ebenfalls im Programm: Kostenlose Sehtests und Brillenanpassungen, die von Optik Dambeck vorgenommen werden. Für den "Durchblick", wie das Projekt für den Optikparcours überschrieben ist, sollen die Hainichener und ihre Gäste auch selbst sorgen, verrückte und ausgefallene Brillen mitbringen. Prämierungen der "schönsten" Brillen sind am Nachmittag und nochmals am Abend geplant.

Auch die Camera war 1883 durch Bürgerinitiative entstanden, gestiftet von einem Mitglied des Verschönerungsvereins. 1908 erfolgt der erste Umbau auf eine Höhe von fünf Metern, seit 1985 ist es ein 11 Meter hoher Turm, in dem die Camera obscura, die "dunkle Kammer", steckt. Die holt über Spiegel den Blick über die Stadt auf einen Projektionstisch.

Hainichener Vereine präsentieren sich

Zum "neuen" Camerafest sind nun viele Vereine der Stadt eingebunden. Das DRK bietet Kinderschminken an, die Jäger kümmern sich mit Wildbret um herzhafte Leckerbissen, der Tierschutzverein um die Kaffeetafel. Der Hainichener Karnevalsklub (HKK) übernimmt nicht nur um die Getränkeversorgung. Das Team um HKK-Chef Axel Weiß bittet am Abend auch noch zum Tanz in den Mai. "Wir haben eine Bühne und ein großes Zelt", erläutert Weiß. "Zur Musik vom DJ soll dort natürlich auch getanzt werden." Das gesamte Areal werde bunt erleuchtet, "22 Uhr gibt es eine Lasershow", so Weiß. Die angekündigte Tanzgruppe der Höfchener Sternchen musste ihre Auftritte allerdings krankheitsbedingt absagen.

Vorgeschmack auf das Hutfestival

Kulturelle Hingucker gibt es dennoch - und zwar mit dem Hutfestival on Tour. Das eigentliche Hutfestival in Chemnitz steigt zwar erst vom 19. bis 21. Mai in der künftigen Kulturhauptstadt. Doch wie schon 2020 ist auch in diesem Jahr im Vorfeld wieder das Hutfestival im Umland unterwegs, um Straßenkunst in die Europäische Kulturregion Chemnitz zu bringen. Und eine der Stationen ist am Samstag Hainichen. Von 16.30 bis 17.30 Uhr macht das Hutmobil am Rahmenberg Station und zaubert praktisch aus dem Hut gleich drei Darbietungen.

Angekündigt sind das italieniach-argentinische Akrobatik-Duo Masawa, der Diabolo Künstler Jiři Hromádko und die Musiker von Triple - Trouble. Das sind "Trommler der Herzen" Matthias Peuker, Zupfer Adi Röbisch und Marie Klein, die Grande Dame des Sousafons. Sie bedienen sich an den griffigsten Songs der letzten 50 Jahre und werten sie in unerhörtem Gewand zu Kabinettstückchen der postalternativen Popmusik auf.

Die Hüte "wandern" nach Frankenberg weiter

Eine zweite Station des Hutfestivals mit allen drei Künstlern ist am Samstag von 19 bis 20 Uhr die Zeitwerkstadt in Frankenberg. Das Erlebnismuseum in der Nachbarstadt lädt bis 22 Uhr zu einer Museumsnacht ein, die allerdings nicht Bestandteil der Chemnitzer Museumsnacht an diesem Tag ist. (fa)

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