Brennstoffzelle: Chemnitzer haben das erste Produkt fertig

In Chemnitz soll ein Zentrum für Brennstoffzellensysteme entstehen. Mit dem Bau wird erst 2019 begonnen, längst wird aber an Lösungen getüftelt. Auch Personaleinstellungen laufen - derzeit nicht immer wunschgemäß.

Chemnitz.

Noch existiert das Vorhaben in Chemnitz nur auf dem Papier. Doch es geht wohl voran mit den Vorbereitungen für den Neubau der Firma Fuel Cell Powertrain (FCP), in dem Brennstoffzellensysteme entwickelt, getestet und zunächst in Kleinserie gebaut werden sollen. Noch im September soll die Bauplanung abgeschlossen und danach der Bauantrag gestellt werden. FCP-Chef Tomas Melczer geht davon aus, dass ab Februar 2019 die Bagger anrücken können. "Wir sind hoffentlich bis zum Spätherbst mit dem Hallenbau fertig", sagte er. Die Ausrüstung und Installation der Anlagen werde dann wohl noch ein Jahr in Anspruch nehmen. Derzeit sehe aber alles sehr gut aus.

120 Millionen Euro sollen über drei Jahre hinweg an dem Standort investiert werden, mindestens 100 Arbeitsplätze mittelfristig entstehen. Maßgeblich beteiligt an dem Projekt ist die Firma HET, ein Finanzinvestor aus Peking.

Eigentlich war der erste Spatenstich schon für 2018 geplant. Der FCP-Geschäftsführer hatte die Verzögerungen mit "einer Menge an Genehmigungen" begründet, die in China erforderlich seien. Auch zusätzliche Gutachten mussten angefertigt werden. Der Grund: Die Serienfertigung soll einmal in der Volksrepublik erfolgen. Dort spiele das Fahren mit Wasserstoff eine wesentliche Rolle in der zukünftigen Mobilität, hieß es. Die Genehmigungsverfahren in China liefen derzeit noch.

Unterdessen ist ein erstes Chemnitzer Brennstoffzellensystem fertig entwickelt. Es werde nun im Labor getestet. Es handelt sich dabei um eine Notstromversorgung mit 2,5 Kilowatt Leistung für Telekommunikationseinrichtungen wie Funkmasten. In dem Neubau sollen nämlich nicht nur Brennstoffzellensysteme für Autos inklusive Antriebssystem mit E-Motor, Getriebe und übergreifender Steuerung entwickelt werden, sondern auch Lösungen für stationäre Anwendungen. Dabei ist eine enge Kooperation mit der TU Chemnitz geplant.

Angesiedelt wird das Projekt auf dem Smart System Campus der TU. Vorgesehen sind demnach zwei Hallen mit je 3500 Quadratmeter Fläche für Testfeld, Fertigung und Logistik sowie 2500 Quadratmeter Verwaltungsräume. Die Hälfte der Investitionssumme wird für Gebäude und Technik benötigt, die übrigen 60 Millionen Euro sind für die Entwicklung der Produkte eingeplant.

Die Firma beschäftigt derzeit 20 Mitarbeiter. Bis Jahresende sollen es 26 sein. Die Mannschaft ist laut Melczer international ausgerichtet. Aktuell bekomme die Firma allerdings gerade die Auswirkungen der ausländerfeindlichen Ausschreitungen in Chemnitz zu spüren. Drei potenzielle Bewerber aus Kanada seien kurzerhand abgesprungen, hieß es.

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