Chemnitzer Silvesterlauf fällt aus

Die vor drei Jahren erst wiederbelebte Traditionsveranstaltung muss wegen Personalmangels abgesagt werden. Neuauflagen in den nächsten Jahren sind äußerst fraglich.

Chemnitz und Silvesterlauf: Diese Kombination steht unter keinem guten Stern. Bis 2014 hatte der Polizeisportverein die Veranstaltung ausgerichtet, die damals noch am Zeisigwald stattfand und in manchen Jahren mehr als 500 Läufer anlockte. Nach der 22. Auflage 2014 war wegen organisatorischer Schwierigkeiten Schluss - und die Enttäuschung in der Laufszene groß. Doch zwei Jahre später ergriff der Verein Lauf-Kultour die Initiative und sorgte für das Comeback des beliebten Freizeitsportspektakels am letzten Tag des Jahres. Dabei entschieden sich die Lauf-Kultouristen für eine neue Strecke in Klaffenbach mit Start und Ziel am dortigen Wasserschloß.

Nach drei Auflagen ist jetzt aber schon wieder Feierabend. Der Chemnitzer Silvesterlauf 2019 fällt aus. Das bestätigte Steffen Kehrer, Vorstandsvorsitzender des Vereins, auf Anfrage und nannte organisatorische Gründe dafür. "Schon in den vergangenen Jahren haben wir die Ausrichtung des Laufes personell gerade so hinbekommen. Wir sind ein kleiner studentischer Verein, weshalb sich die Mitglieder über den Jahreswechsel zum Teil gar nicht in Chemnitz aufhalten", erklärte Kehrer. Diesmal habe die Anzahl der Helfer nicht mehr ausgereicht, um eine solche Veranstaltung auf die Beine stellen und durchführen zu können.

Auf die Frage, ob sich das Thema Silvesterlauf auch für die kommenden Jahre erledigt hat, antwortete der Vereinschef: "Ich will nicht sagen, dass der Lauf nie wieder stattfindet. Aber eine Neuauflage zu organisieren, wird schwierig." Aufgrund der dünnen Personaldecke will sich die Gemeinschaft im kommenden Jahr lieber auf eine Aktion konzentrieren, mit der sie einst bundesweit bekannt wurde: Das Projekt "Lauf-Kultour", bei dem eine Studentenstaffel Deutschland zu Fuß umrundete, damit Werbung für die Stadt sowie die hiesige Universität machte und zugleich Spendengelder für einen guten Zweck sammelte. Nach zwei Jahren Auszeit waren TU-Studenten in diesem Jahr im Spätsommer wieder zu einer Deutschland-Tour gestartet. Und das mit neuem Konzept: Die Aktiven umrundeten die Bundesrepublik diesmal nicht, stattdessen führte die Strecke von Chemnitz über Leipzig und Frankfurt/Main in die Partnerstadt Düsseldorf - und wieder zurück. "Das war eine sehr erfolgreiche Aktion. Deshalb werden wir Ende August 2020 an dieser neuen Variante festhalten", kündigte Steffen Kehrer an.

In der Praxis sieht das so aus: Täglich läuft jeder der insgesamt zwölf Starter eine Stunde und fährt elf Stunden Rad. Innerhalb von zehn Tagen werden auf diese Weise rund 1300 Kilometer zurückgelegt. Die Studenten sammeln dabei weiterhin Geld zugunsten eines Vereins, der an Muskelschwund erkrankte Kinder beziehungsweise junge Erwachsene unterstützt.

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